Am Ende triumphierte auf dem Allerheiligenberg wie schon 2008 und 2009 Raymond Künzli. Der letztjährige Zweitplatzierte kam nach dem Schlussanstieg solo ins Ziel. Die Strecke mit den sieben Runden durchs Gäu und der zähen Steigung am Ende komme seinen Fähigkeiten entgegen. «Zuerst fährt man sehr lange auf dem flachen Rundkurs. Der Berg am Schluss ist der schwierigste Moment und man muss halt schnell raufkommen», beschrieb der 27-Jährige die Gäu-Rundfahrt, die er zu seinen Lieblingsstrecken zählt. Schon zum zweiten Mal konnte er heuer beweisen, dass ein Sieg auch aus einer kleinen Gruppe herausfahrend möglich ist. «Am Schluss musste ich einfach nur noch meinen eigenen Rhythmus durchziehen.»

Sieg in der Teamwertung auf sicher

Die Gäu-Rundfahrt war in dieser Saison gleichzeitig die letzte Etappe des Tour-de-Suisse-Cups. Der Leader des Gesamtklassements Pirmin Lang hatte nur noch einen Konkurrenten zu fürchten. Bernhard Oberholzer war der einzige Fahrer, der ihn noch hätte überholen können. In der Teamwertung hatte das Team des Leaders, «Atlas Personal», den Sieg bereits auf sicher. «Price» und «EKZ Racing» stritten sich noch um den zweiten Platz.

Künzli ab fünfter Runde an Spitze

Bereits in der ersten Runde setzte sich eine Gruppe von 19 Fahrern vom Feld ab. Das Rennen wurde also gleich so richtig lanciert. Der Vorsprung betrug zwischenzeitlich zwar über eine Minute, doch in der fünften Runde wurden die Ausreisser wieder eingeholt. Vorne war man sich nicht einig gewesen und hinten im Feld hatte das Team «Price» das Tempo forciert. Den Moment des Zusammenschlusses nutzten vier Fahrer für den Konter und einen erneuten Fluchtversuch: Lippuner, Salzinger, Stricker und der spätere Sieger Künzli. Nach einem Sturz in der siebten Runde wurde das Hauptfeld weiter auseinandergezogen und hinter dem Spitzenquartett bildete sich kurz darauf eine Verfolgergruppe mit mehr als einer halben Minute Rückstand.

Zum Abschluss noch der Aufstieg auf den Allerheiligenberg

Nun wartete als Abschluss auf die Fahrer also noch der rund zehn Kilometer lange Aufstieg auf den Allerheiligenberg. Sofort attackierte Raymond Künzli, der Fahrer des EKZ-Racing-Tems. «Letztes Jahr gingen alle guten Fahrer geschlossen in den Schlussaufstieg. Der Vorsprung gab mir diesmal die nötige Sicherheit.» Dass es am Ende für den Sieg reichen würde, sei ihm recht früh bewusst geworden; schon in der fünften Runde. Für ihn stand fest, dass er von den vier vorderen Rennfahrern der beste am Berg sei.

EKZ-Racing-Team überzeugte

Auch seinen Kollegen wand er ein Kränzchen: «Das Team ist wunderbar gefahren. Schon in der ersten Ausreissergruppe waren wir mit Fuchs und Angst gut vertreten. Mir war schon da klar, dass ich es bei einem Zusammenschluss dann allein versuchen würde.» Künzlis Taktik sollte aufgehen und dank der Leistung der ganzen Mannschaft eroberte sich das Team von Kurt Bürgi, dem Organisator der vierten Gäu-Rundfahrt, den zweiten Rang in der Teamwertung des Tour-de-Suisse-Cups.

Dem Gewinner spielte in die Karten, dass sich die beiden verbliebenen Kandidaten auf den Einzel-Gesamtsieg während der insgesamt knapp über 140 Kilometer neutralisierten und am Ende zeitgleich mit einem Rückstand von 19 Sekunden hinter Künzli im Ziel einfuhren. Pirmin Lang gewann damit den Tour-de-Suisse-Cup 2011.