Die Volleyballer des TV Schönenwerd mischen die NLA auf. Der erst 20-jährige Kroate Fran Peterlin, der seine erste Saison im TVS-Dress absolviert, ist ein wichtiger Grund für den momentanen Höhenflug des Teams. Konnte er sich in der Qualifikation noch nicht so richtig entfalten, blüht Peterlin in der Playoff-Runde nun so richtig auf.

«Dies ist meine erste Saison im Ausland. Am Anfang war ich noch etwas nervös, doch seit Neujahr spiele ich viel besser», übt Peterlin Selbstkritik. Seine Leistungssteigerung führt er einerseits auf den kurzen Weihnachts-Urlaub bei der Familie in der Heimat zurück, andererseits hätten die WM-Quali-Spiele mit Kroatien im Januar sein Selbstvertrauen gestärkt.

Dass Schönenwerd in der zweiten Phase der Meisterschaft bisher derart auftrumpfen konnte, liegt laut Peterlin in erster Linie an der Stimmung: «Seit über einem Monat ist die Atmosphäre hervorragend. Viel dazu beigetragen hat Leandro Gerber, der zum Team stiess. Er treibt die Mannschaft mit seinen Emotionen an. Ich mag das, er ist wie ein Balkan-Junge: Wir gewinnen die Spiele auch mit Schreien und Jubeln.» Ein weiterer Erfolgsfaktor sei das breite und ausgeglichene Kader, welches das Niveau der Trainings und den Konkurrenzkampf erhöhe.

Bei Länderspielen entdeckt

Um die Platzierung aus dem Vorjahr zu bestätigen, wurde Peterlin im Sommer vom TVS auch engagiert. Aufmerksam wurde Trainer Bujar Dervisaj auf den 198 Zentimeter grossen Kroaten. Als Trainer der Schweizer Junioren-Nationalmannschaft traf Dervisaj im letzten Jahr auf Kroatien mit Fran Peterlin. Kurz darauf spielte dieser mit dem Elite-Team von Kroatien wiederum gegen die Schweiz und wurde nach der Partie von Dervisaj angesprochen.

«Es gab ein paar Probleme mit meinem Ex-Klub Mladost Zagreb, für den ich seit meinem 13. Lebensjahr gespielt habe. Doch ich wollte unbedingt mal raus aus Kroatien und andere Ligen sehen», begründet Peterlin seinen Wechsel. Den Schritt erleichtert habe ihm, dass er vom Team sehr gut aufgenommen wurde. «Passeur Reto Giger hat mir am Anfang geholfen, mittlerweile ist auch Leandro Gerber eine wichtige Bezugsperson für mich – der ist einfach crazy», lacht Peterlin. Mit Libero Etienne Hagenbuch teilt er sich in Aarau eine Wohnung. «Wir haben ein super Team, es sind alles gute Jungs», betont Peterlin.

Und wie siehts mit dem Niveau des Schweizer Volleyballs aus? «Das Niveau ist höher als in Kroatien», vergleicht Peterlin, «in der Schweiz gibt mehrere starke Klubs, die sich spannende Spiele liefern.»