Fussball

Kontroverse um die 2. Liga inter: Die graue Maus unter den Spielklassen

Vermissen das höhere 2.Liga-inter-Niveau von Gegnern wie Red-Star Zürich: FC Subingen mit Fabian Kummer.

Vermissen das höhere 2.Liga-inter-Niveau von Gegnern wie Red-Star Zürich: FC Subingen mit Fabian Kummer.

Höhere Kosten und weniger Derbys – die 2. Liga interregional kämpft um ihr Image.

Dass die 2. Liga interregional bei den Vereinen nicht immer beliebt ist, ist kein Geheimnis. Ein Aufstieg von der regionalen 2. Liga in die interregionale stellt kleinere Vereine oft vor problematische Veränderungen: Weniger Derbys bedeuten weniger Zuschauer, dazu kommen weite Reisewege durch die ganze Schweiz, die vor allem ältere Spieler mit Familie vielmals als grosses Problem ansehen. Die erhöhten Kosten und die geforderte Infrastruktur sind da nur noch das Tüpfelchen auf dem i.

Der FC Olten hat letzte Saison die regionale 2.-Liga-Meisterschaft gewonnen und wird sich nun der neuen Herausforderung stellen müssen. Zwar hatte der Vorstand aufgrund der Vereinsschulden zunächst «Nein» zum Aufstieg gesagt, nach langem Hin und Her wurde dann doch bekannt gegeben, dass man die neue Saison in der interregionalen 2. Liga absolvieren wird. «Nachdem sich der Vorstand vor zwei Jahren noch gegen einen Aufstieg stellte, wollte er den jungen Spielern dieses Jahr die Chance nicht nehmen, auf höherem Niveau spielen zu können», sagt Sportchef Alfred Schmid. Obwohl in Olten keine Spielerlöhne gezahlt werden, wie das bei 2. Liga inter Klubs durchaus üblich ist, blieb das Team fast ausnahmslos zusammen. «Für Spielerlöhne fehlen uns die finanziellen Mittel», stellt Schmid klar.

Keine Löhne in Subingen

Spielerlöhne wurden auch beim FC Subingen, der letztes Jahr in die regionale Liga abgestiegen war, keine gezahlt. Weite Wege, weniger Derbys sind eine der Hauptschwierigkeiten in dieser Liga, da die Gegner nicht mehr Deitingen und Biberist, sondern Dietikon und Uster hiessen» sagt Präsident Remo Kissling. «Zudem ist es für einen regionalen Verein mit regional tätigen Sponsoren nicht einfach die zusätzlichen Kosten in dieser interregionalen Spielklasse durch Sponsoringeinnahmen zu decken». Trotzdem würden die Subinger liebend gern wieder in der Amateurliga spielen. «Das Niveau in der 2. Liga inter ist massiv höher als regional. Zudem gibt es auch zusätzlichen Reiz für die Junioren, bei einem Verein zu spielen, der interregional aktiv ist», weiss Kissling.

Neue Fussballkulturen

Von einer unbeliebten Liga will Liga-Chef Ramon Zanchetto nichts wissen. Seit Einführung der 2. Liga interregional vor 15 Jahren habe es nur wenige Vereine gegeben, die den Aufstieg in die Amateurliga verweigert hatten. Vielmehr sieht Zanchetto die Liga als Chance für talentierte Spieler, um sich für die 1. Liga zu bewerben. Zudem sei eine interregionale Liga auch sportlich um einiges interessanter als der Breitenfussball. «Wir ermöglichen den Vereinen einen Einblick in andere Fussballkulturen. Die Solothurner Vereine aus Olten und Dulliken zum Beispiel kommen in Berührung mit französisch sprechenden Teams aus dem Jura. Wir versuchen natürlich trotzdem, die Gruppeneinteilung auf die naheliegenden Kantone zu beschränken und allen Wünschen nachzukommen.»

Vereine gefordert

Dass auf die Vereine höhere Kosten als in der regionalen Liga zukommen, sei klar. Man spiele schliesslich auch auf einem deutlich höheren Niveau. «Für eine Saison muss ein Klub für Schiedsrichterkosten, Reisen und andere Ausgaben ungefähr 10 000 Franken einberechnen. Da ist der Verein gefordert, Lösungen zu finden», so Zanchetto. Und wie sieht es mit den Verbandsrichtlinien gegenüber der 2. Liga aus? Hohe Anforderungen gibt es nicht, meint Zanchetto: «Einzig mit dem Tessiner Klub Castello gab es aufgrund eines zu kleinen Spielfeldes Differenzen».

Tauglich für die 2. Liga interregional sind Teams wie Olten sportlich und infrastrukturell allemal. Ob sich der Aufstieg auch finanziell gelohnt hat, wird sich wohl erst Ende Saison zeigen.

Den Kommentar zur Situation der 2. Liga inter finden Sie hier.

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