Faustball
Können sich die Vereine aus Olten und Neuendorf in der NLA behaupten?

Am Wochenende beginnt die neue NLA-Feldsaison der Faustballer. Die Vereine aus Olten und Neuendorf stellen dabei gleich drei Vertreter in der höchsten Spielklasse – ein Vergleich.

Fabio Baranzini (Text und Foto)
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Für Oltens Zuspieler und Captain Marco Campigotto beginnt am Wochenende die vierte Saison in der NLA.

Für Oltens Zuspieler und Captain Marco Campigotto beginnt am Wochenende die vierte Saison in der NLA.

Fabio Baranzini

In den letzten neun Jahren sind die Faustballer des TV Olten drei Mal in die NLA aufgestiegen. Nachdem die Oltner 2010 und 2013 jeweils direkt wieder den Abstieg in Kauf nehmen mussten, konnten sie sich im letzten Jahr dank einer erfolgreichen Barrage erstmals in der höchsten Spielklasse halten. Genau das strebt die Equipe auch in diesem Jahr wieder an.

«In dieser Saison werden wir von unseren Gegnern sicher nicht mehr unterschätzt, wie das im letzten Jahr noch das eine oder andere Mal der Fall war. Es wird für uns also nicht einfacher, den Ligaerhalt zu schaffen», weiss Zuspieler und Captain Marco Campigotto. «Aber wenn wir keine Verletzten haben, dann stehen unsere Chancen nicht schlecht, dass wir sogar den direkten Ligaerhalt schaffen.»

Im Kampf um den Ligaerhalt spricht die Erfahrung für Olten. Das Durchschnittsalter der NLA-Equipe der Dreitannenstädter liegt bei 33 Jahren und viele Akteure stehen seit Jahren Seite an Seite auf dem Spielfeld.

NLA-Zugehörigkeit wackelt

«Wir haben in der letzten Saison gesehen, was die Erfahrung ausmachen kann. Da haben wir im Vergleich zu unseren ersten beiden NLA-Saisons viel dazugelernt», so Campigotto. Klar ist aber auch, dass die Oltner NLA-Zughörigkeit auf wackeligen Beinen steht.

Wenn in naher Zukunft der eine oder andere Stammspieler seinen Rücktritt gibt, wird die Personaldecke sehr dünn. «Wir haben aktuell keine Spieler, die schon bereit wären, in der NLA aufzulaufen.

Wir würden daher wohl den Abstieg in Kauf nehmen und in der Nationalliga B ein neues, schlagkräftiges Team aufbauen. Vorerst werden wir jedoch versuchen, so lange wie möglich in der NLA bestehen zu können. In ein bis zwei Jahren sollten die Jungen so weit sein, dass sie sich in der NLA zumindest einmal versuchen können», sagt Campigotto.

Die verdiente Rückkehr

Es war ein äusserst souveräner Aufstieg, den die Neuendörfer in der letzten Saison feiern konnten. Achtzehn Siege reihte das Team von Trainer Daniel Pfluger aneinander und gab dabei nur gerade vier Sätze ab. Der verdiente Lohn ist die Rückkehr in die oberste Spielklasse.

Es ist die zweite NLA-Saison für die Neuendörfer Männer seit der Vereinsgründung von Faustball Neuendorf im Jahr 2004. Während es beim letzten Mal bloss ein kurzes Gastspiel im Oberhaus war – die Neuendörfer stiegen direkt wieder ab –, will sich die Mannschaft diesmal in der obersten Spielklasse etablieren.

Die Chancen stehen gut, denn die Neuendörfer haben einen guten Mix aus erfahrenen Akteuren wie Ex-Nationalspieler Kevin Nützi und jungen Talenten wie Dominik Rhyn, der zum Kader der U21-Nationalmannschaft gehört.

Zur Verfügung gestellt

«Ich bin überzeugt, dass wir mit unserem Team bis auf Wigoltingen und Diepoldsau alle Gegner schlagen können. Wir können aber auch gegen alle diese Teams verlieren. Entscheidend wird daher sein, dass wir gut in die Saison starten und bei Niederlagen nicht den Fokus verlieren und nach vorne schauen», so Pfluger, der mit seiner jungen Mannschaft (Durchschnittsalter 25,6) in den kommenden Jahren um die Medaillen kämpfen will.

Diesem Ziel könnten die Frauen von Faustball Neuendorf in der kommenden Saison schon sehr nahe kommen. Da die beiden routinierten Teams aus Schlieren und Embrach mit Verletzungssorgen zu kämpfen haben und zudem die Teilnehmerzahl bei den Frauen am Final-Four-Turnier von drei auf vier Teams erhöht wurde, sind die Chancen der Neuendörferinnen intakt, dass sie in ihrer vierten NLA-Saison erstmals beim Saisonhighlight dabei sind. «Das ist ganz klar unser Ziel, und wir werden für jeden Sieg alles geben», sagt Angreiferin Livia Galli.