Schwingen
König und Bald-Vater Sempach war noch zu stark Neueidgenosse Stalder

Favorit Matthias Sempach gewinnt das Aargauer Kantonalschwingfest in Unterkulm. Die Solothurn Bruno Gisler und Remo Stalder belegen die Plätze 2 und 6.

Michael Schenk
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Nach starkem Beginn musste sich Remo Stalder dem König Matthias Sempach doch noch beugen.

Nach starkem Beginn musste sich Remo Stalder dem König Matthias Sempach doch noch beugen.

foto-net / Alexander Wagner

Wie am Oberaargauischen vor gut einer Woche kam es am Aargauischen in Unterkulm erneut zum Duell Sempach Matthias gegen Bieri Christoph. Diesmal freilich nicht im Start, sonder im Schlussgang: Der finale Hosenlupf endete nach 12 Minuten remis: «Ich wusste, dass mir ein Gestellter zum Sieg reicht, darum bin ich etwas defensiver vorgegangen als sonst», hielt der Ende Jahr Vater werdende Sempach fest. Zumal Bieri nebst dem Seeländer Hünen Christian Stucki derjenige Gegner ist, der ihm am wenigsten behagt. «Abgesehen davon wusste ich, dass Christoph sehr gut zwäg ist», so Sempach.

Angriff, aber mit Bedacht

Es war eine Gala-Vorstellung, die der König im Wynental ablieferte. Drei Kreuze als Zeichen des Sieges gegen alle drei antretenden Nordwestschweizer Eidgenossen (Bieri, Gisler und Stalder) veredelten am Ende das Notenblatt des Regenten.

«Das muss immer zuerst gemacht sein», meint Sempach. Und: «Ich war gut in Form und wollte mir den Sieg nicht mehr nehmen lassen.» Erstmals seit 1985 – seit dem Münsinger Hansruedi Niederhauser – hat damit wieder ein Berner das Aargauer Kantonale gewonnen.

Schlussgang-Verlierer Christoph Bieri sagte: «Ich musste angreifen, wenn ich gewinnen wollte. Gleichzeitig wollte ich aber Mättu auch nicht ins offene Messer laufen.» Sempach konnte ja eben abwarten.

«Das hat ihn jedoch noch gefährlicher gemacht», so Bieri. Am Ende war der Titelverteidiger mit seiner Leistung, abgesehen vom dritten, gestellten Gang gegen Remo Stalder, zufrieden.

«Der Gestellte hätte nicht sein müssen», meint der 43-fache Festsieger. Der dreifache Eidgenosse klassierte sich so hinter dem Solothurner Bruno Gisler, der nach der Startniederlage gegen den König fünfmal gewann, auf Platz drei.

Etwas probiert

Mit einem Gestellten im dritten Umgang gegen Bieri und einer Niederlage im fünften Gang gegen König Matthias Sempach klassierte sich der Mümliswiler Remo Stalder letztlich im sechsten Schlussrang.

Gegen Sempach zog der Thaler in den ersten Kampfminuten mehrfach an. «Ich wollte in den Schlussgang; also musste ich etwas probieren.» Diesmal freilich behielt Sempach noch die Oberhand.

Aber: «Ich bin sehr zufrieden mit diesem Resultat», so der in seiner ersten Saison als Eidgenosse stehende Sennenschwinger. Just als Träger dieses Adelsprädikats in der Welt der Sägemehl-Gladiatoren ist die Einteilung für Stalder härter geworden.

«Aber das ist gut so – nur gegen starke Gegner kann ich letztlich stärker werden. Und an kommenden Bergfesten oder Teilverbandsfesten wird die Konkurrenz noch härter sein», hält der Zimmermann fest.

So etwa am kommenden Sonntag, wenn Stalder am Bergklassiker am Schwarzsee in die Zwilchhosen steigt. Dannzumal erwartet ihn zwar kein König, dafür nicht weniger als elf andere Eidgenossen aus dem Bernbiet und der Südwestschweiz.