«Wir sind heute total von der Rolle», sagte Solothurns Geschäftsleiter Stefan Blaser in der Pause, und er bat in der VIP-Ecke, wo für die Gäste eine feine kalte Platte bereitstand, sogar um Entschuldigung für die schlechte Leistung. Tatsächlich waren die Erwartungen nach den zuletzt guten Leistungen hoch.

Zumindest einen spannenden Fight gegen den NLB-Tabellennachbar Möhlin wollten die immerhin 120 Zuschauer sehen – aber sie wurden enttäuscht. Der TV Solothurn ging zwar rasch 2:0 in Führung, das war aber nur ein Strohfeuer.

In der 8. Minute schoss Möhlins überragender Spielmacher Marcus Hock seine Farben erstmals 6:5 in Führung, nach 18 Minuten glich Solothurn zum letzten Mal auf 10:10 aus. Dann kam der Knick, und der durch Alain Blaser verschossene Penalty vier Sekunden vor der Pausensirene beim Stand von 15:20 symbolisierte die schlechte Leistung. 20 Gegentore in einer Halbzeit sagen viel.

Matosevic mit Impulsen

Ganz alles machten die Solothurner aber nicht falsch. Am gegnerischen Kreis kamen dank dem neuen Rückraumspieler Tomislav Matosevic einige neue Impulse und die Ausbeute sah mit 29 Treffern ja gar nicht so schlecht aus. Normalerweise müsste das für einen Sieg reichen.

Doch in der Defensive war absolut keine Abstimmung zu erkennen. Einige der vielen katastrophalen Missverständnisse und Fehlpässe in der Angriffsauslösung, die Möhlin souverän in Kontertore ummünzte, konnte man nur noch mit Kopfschütteln zur Kenntnis nehmen.

«Nichts hat etwas gebracht»

Trainer Zsolt Toth versuchte immer wieder, mit Umstellungen etwas Ordnung in die Reihe am eigenen Kreis zu bringen, doch meistens wuchs dadurch die Konfusion sogar noch an. Einzig die Umstellung auf Manndeckung des Spielmachers Marcus Hock zeigte Wirkung.

In den ersten 45. Minuten hatte Hock die Fäden derart souverän gezogen, dass Möhlin zu diesem Zeitpunkt mit 27:21 bereits einem souveränen Sieg entgegensteuerte. «Ich könnte jetzt ein Schlaumeier sein und irgendeine Erklärung erfinden», sagte TVS-Trainer Toth am Ende, «aber wenn ich ehrlich bin, dann kann ich nicht sagen, was heute nicht stimmte. Ich habe alles mögliche versucht, aber nichts hat gewirkt. Es war nicht unser Tag, und das gilt für jeden Einzelnen von uns.»

So bleibt nur noch ein positives Fazit mitzunehmen: Da am Mittwochabend sämtliche Solothurner ihren schlechten Tag eingezogen haben, kann es ja eigentlich in den nächsten Spielen nur noch besser werden.