Eishockey
Köbi Kölliker: «Gemeinsam aus dem Sumpf kommen»

Vier Niederlagen in Folge: Der EHC Olten befindet sich in der Krise. Im Interview nimmt Sportchef Köbi Kölliker Stellung zur aktuellen Baisse und erzählt, welche Massnahmen getroffen werden.

Stephan Felder
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Steht zum Trainer und den Spielern: Sportchef Köbi Kölliker (rechts).

Steht zum Trainer und den Spielern: Sportchef Köbi Kölliker (rechts).

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Köbi Kölliker, der EHCO hat seit der Nati-Pause sämtliche Spiele verloren. Woran liegt es?

Köbi Kölliker: Wir hadern momentan mit uns selber. Der Trainer und ich sind gefordert, die Ursachen zu analysieren, die dazu geführt haben. Aber: Wir befinden uns in einem Tagesgeschäft. Die Mannschaft muss gut trainieren und nach vorne blicken. Die Spiele folgen Schlag auf Schlag, deshalb darf nicht zu stark zurückgeschaut werden. Klar ist, dass der Mannschaft derzeit das Selbstvertrauen etwas fehlt.

Es fällt auf, dass sich der EHCO schwer tut, Chancen zu kreieren. Die Gegner scheinen dagegen, spielend leicht zu Möglichkeiten zu kommen.

Das sehe ich ähnlich. Natürlich ist es schwierig, gegen ein gut organisiertes Team zu guten Chancen zu kommen. Unser Zweikampfverhalten lässt aber manchmal zu wünschen übrig. Das ist sicher ein Punkt, den wir ganz genau anschauen müssen.

In den letzten vier Spielen hat der EHCO nur gerade vier Tore erzielt. Eine ungenügende Ausbeute für ein Team mit derart grossem Offensivpotenzial.

Das ist definitiv so, ja.

In einer solchen Situation sind auch die Ausländer gefordert, von den beiden Kanadiern kommt aber wenig. Werden Alternativen geprüft?

Ersatz ist nicht geplant. Wir stehen zu unserem Kader. Wir haben genug Spieler, wir haben gute Spieler. Es geht darum, die Feinabstimmung zu finden. Die Ausländer sind wie alle anderen Spieler auch keine Roboter oder Übermenschen. Sie sind junge Sportler, die sich ihre Sporen erst noch abverdienen müssen. Wir arbeiten mit ihnen genau gleich wie mit den anderen Spielern auch. Wer ein grün-weisses Trikot anzieht, gehört zum EHCO und zu diesen Spielern stehen wir.

Heute folgt das Heimspiel gegen Schlusslicht Ajoie. Ist ein Sieg in der aktuellen Situation absolute Pflicht?

Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Das ist die Grundvoraussetzung. Auch Ajoie gilt es aber zu respektieren. Die Jurassier kämpfen in jedem Spiel bis zum Letzten. Es ist immer schwierig, gegen Ajoie zu spielen, das viele gute Einzelspieler, einen starken Torhüter sowie gute Ausländer hat. Diese Mannschaft ist nicht so schlecht, wie die Tabelle aussagt. In der momentanen Situation gibt das einen Kampf auf Biegen und Brechen.

In Fankreisen wird eine Entlassung von Trainer Scott Beattie intensiv diskutiert. Ist der Coach auch im Klub ein Thema?

Die Fans sollen und dürfen das diskutieren. Wir machen uns Gedanken über den gesamten Kader und analysieren gründlich. Die Analysen sollen aber nicht nach aussen dringen und richten sich in keiner Weise gegen den Trainer. Wir sind ein Team. Die Führung, die freiwilligen Helfer, die Fans, alle gehören zur EHCO-Familie, die gemeinsam aus diesem Sumpf herauskommen wird.

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