Swiss League
Knelsens Erlösung nach 48 torlosen Tagen: Der EHC Olten findet mit dem 4:0 gegen die EVZ Academy zum Siegen zurück

Nach zuletzt zwei Niederlagen gelingt dem EHC Olten in Zug eine Reaktion: Gegen die EVZ Academy gewinnen die Powermäuse verdient mit 4:0, tun sich dabei aber bis Spielmitte besonders schwer. Die Spieler des Abends: Dion Knelsen und Torhüter Silas Matthys.

Silvan Hartmann
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Der EHC Olten bezwingt die EVZ Academy deutlich und verdient mit 4:0
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Silas Matthys feiert einen Shutout gegen die EVZ Academy.
Der EHC Olten lässt der EVZ Academy im letzten Abschnitt keine Chance mehr.
Academy-Keeper Luca Hollenstein wird dauerbeschäftigt.
Jerome Portmann tankt sich durch die Zuger Defensive.
Evgueni Chiriayev sorgt mit seinem Tor zum 3:0 für die Vorentscheidung.
Trotz komfortabler Führung im letzten Abschnitt gestaltet der EHCO weiterhin das Spiel.
Leonardo Fuhrer leitet mit einem schnellen Treffer im dritten Drittel den Oltner Sieg ein.
Der EHC Olten führt nach zwei Dritteln knapp.
Der EHC Olten geht im zweiten Drittel zum ersten Mal in Führung.
Leonardo Fuhrer jubelt nach dem Wristshot-Hammer von Knelsen.
Dion Knelsen lässt sich als erster Torschütze des Abends feiern.
Olten-Coach Frederik Söderström kann mit der Leistung seiner Mannschaft nicht zufrieden sein.
Der EHC Olten tut sich auch im zweiten Abschnitt schwer.
Ausgeglichene Partie zwischen der Academy und dem EHCO.
Silvan Wyss und Nico Graf im Kampf um die Scheibe.
Stephane Heughebaert versucht Torgefahr zu kreieren.
Topskorer Garry Nunn kommt innerhalb der ersten 20 Minuten noch nicht zum Erfolgserlebnis.
Alban Rexha muss einen Check an der Bande hinnehmen.
Der erste Abschnitt ist hart umkämpft.
Silvan Wyss kommt nicht an Academy-Keeper Luca Hollenstein vorbei.
Daniel Carbis findet vor dem Tor noch nicht zum Glück.

Der EHC Olten bezwingt die EVZ Academy deutlich und verdient mit 4:0

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Sein Jubelschrei hallte durch das weite Rund der menschenleeren Zuger Bossard Arena, die Erleichterung war bis auf den obersten Platz zu spüren: Dion Knelsen trifft gegen die EVZ Academy kurz nach Spielmitte in Überzahl zur 1:0-Führung. Lange ist es her, seit der Kanadier letztmals für seinen Arbeitgeber getroffen hatte.

Auch er selbst mag sich nicht an das Spiel, geschweige denn an das Datum, erinnern. «Es ist viel zu lange her. Ich will es gar nicht wissen», sagt Knelsen nach dem Spiel und lacht hinter seiner Schutzmaske. Es war am 27. November, da traf er bei der 2:3-Niederlage gegen die GCK Lions zuletzt. 48 torlose Tage hatte der Teamcaptain damit verbracht, ehe er sein achtes Saisontor erzielte. Es habe sich für ihn gar nicht so lange angefühlt. «Vielleicht auch, weil wir trotzdem gewinnen konnten. Dann fühlt es sich nicht ganz so hart an, wenn man selber nicht trifft, obwohl man diese Rolle einnehmen müsste.»

Manchmal sei Eishockey «so komisch» und werde schnell einmal zur Kopfsache. «Umso mehr man skoren möchte, desto schwieriger wird es. Man sollte nicht zu sehr darüber nachdenken. Aber klar, auch ich tat es, obwohl man deswegen nicht plötzlich ein schlechter Eishockeyspieler geworden ist», sagte Knelsen weiter und ergänzte: «Wichtig ist, dass man trotzdem dranbleibt und an sich glaubt. Ich war in der letzten Saison in einer ähnlichen Situation. Ich hoffe, dass ich diese Phase mit diesem Tor beenden konnte», so Knelsen weiter.

Die Linien umgestellt – drei von vier Toren in Überzahl

Sein Tor verlieh dem Spiel eine neue Dynamik. Der EHCO hatte sich lange Zeit an den jungen Zugern abgearbeitet. Es mangelte an inspirierten Angriffsauslösungen und ideenreichen Spielstafetten, weshalb sich Trainer Fredrik Söderström kurz vor der Führung gezwungen sah, die Sturmlinien umzustellen. Keine Linie blieb dabei unangetastet: Othmann landete im vierten Block, die beiden Ausländer wurden auseinandergerissen. Und siehe da: Sie brachten das Überraschende, das Kreative zurück, der EHC Olten war fortan die noch spielbestimmendere Mannschaft.

Und vor allem folgten sie noch ernsthafter einem so wichtigen Detail: Die Arbeit im gegnerischen Slot ohne Scheibe wurde fast akribisch ausgeführt, um eben das unglaublich stark agierende EVZ-Torhütertalent Luca Hollenstein, das Leben schwer zu machen.

Es fruchtete: So schoss Lüthi erst Fuhrer ab, der mit dem Oberkörper ins Tor ablenkte und sich dabei wehtat (41.). Und wenig später hatte Schirjajew vor dem Tor stehend einen Schuss von Nater unhaltbar abgelenkt (49.). Schliesslich setzte Othmann in Überzahl den Schlusspunkt zum letztlich verdienten 4:0-Sieg.

Matthys’ Shutout nach 11 Spielen als Ersatzgoalie

Drei dieser vier Tore hatten die Powermäuse in Überzahl geschossen. «Das war wichtig für uns, um auch diese Sicherheit wieder zurück zu bekommen, dass wir Tore auch im Powerplay schiessen können», bilanzierte Söderström zufrieden, der ein «solides, kontrolliertes Spiel» seines Teams sah.

Und was hat es mit den Linienumstellungen auf sich? Söderström: «Ich bin mir noch nicht sicher, ob wir es dabei belassen sollen. Ich werde sicher darüber schlafen und mir Gedanken machen im Hinblick auf das Spiel gegen Kloten am Samstag. Aber es ist sicher schon mal gut zu wissen, dass wir Optionen haben, die funktionieren könnten.»

Erfreut zeigte sich der Schwede auch von Silas Matthys’ Leistung. Der Torhüter war 11 Spiele lang Ersatzgoalie und bewies mit seinem Shutout auf beeindruckende Art und Weise, dass der EHC Olten über zwei starke Torhüter in seinen Reihen hat. Söderström: «Das ist ein sehr gutes Zeichen.»

EVZ Academy - Olten 0:4 (0:0, 0:1, 0:3)

Bossard Arena. – SR Hendry/Castelli, Betschart/Dreyfus. – Tore: 31. Knelsen (Othmann, Lüthi; Ausschluss Teamstrafe) 0:1. 41. (40:27) Fuhrer (Lüthi; Ausschluss Stoffel) 0:2. 49. Schirjajew (Nater, Wyss) 0:3. 52. Othmann (Knelsen, Weder; Ausschluss Nussbaumer) 0:4. – Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen EVZ Academy, 5-mal 2 Minuten gegen Olten.

EVZ Academy: Hollenstein (Meyer); Gysi, Forrer; Schüpbach, Minder; Nussbaumer, Grad; Gehringer, Barbei; Wüest, Allenspach, Hofer; Gradin, Stehli, Eugster; Langenegger, Neumann, Stoffel; De Nisco, Schwenninger, Schleiss.

Olten: Matthys (Simon Rytz); Philipp Rytz, Nater; Elsener, Maurer; Heughebaert, Lüthi; Gurtner; Othmann, Knelsen, Nunn; Wyss, Schirjajew, Weder; Schwarzenbach, Fuhrer, Carbis; Oehen, Rexha, Portmann; Fogstad Vold.

Bemerkungen: Olten ohne Hüsler, Fuss, Weisskopf (alle verletzt).