Swiss League
Knapper Sieg trotz schwachem Mitteldrittel: Der EHC Olten gewinnt 5:4 gegen Winterthur

Am Ende wurde es eine unnötige Zitterpartie. Aber der EHC Olten sicherte sich dann doch die drei (Pflicht-)Punkte gegen den EHC Winterthur. Der Kanadier Dion Knelsen (1 Tor/3 Assists) war düe überragende Figur aufseiten der Powermäuse.

Marcel Kuchta
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Bei den Powermäusen herrscht Freude: Trotz einem schwierigen Mitteldrittel gewinnt der EHCO 5:4 gegen Winterthur.
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Erleichtert feiert die Mannschaft den äusserst knappen aber verdienten Sieg und die damit verbundenen Punkte.
Philipp Rytz hat alles unter Kontrolle. Der Routinier lässt sich kaum aus der Ruhe bringen, auch wenns mal brenzlig wird und das 4:5 durch Alihodzic fällt.
Hat Winterthur alles im Griff? Kurz vor Schluss sind die Powermäuse wieder hellwach. Es gilt das Mitteldrittel vergessen zu machen.
Der EHCO fängt sich im letzten Drittel dank Stanislav Horansky (l.) wieder. In der 51. Minute erzielt er das Tor zum 5:3 für den EHCO.
Oltens Dominic Weder (r.) hat im Duell mit Pascal Blaser nichts zu lachen. Winterthur dreht für einmal auf.
Stanislav Horansky (l.) bekundet im Zweikampf mit Pascal Blaser Mühe. Nach einem dramatischen Mitteldrittel führt der EHCO auf einmal nur noch 4:3.
Die Winterthurer machen kurzen Prozess mit den Oltner. Innerhalb weniger Minuten kassiert das führende Heimteam drei Treffer.
Schockstarre bei Gary Nunn (r.). Der EHCO-Spieler ist alles andere als begeistert vom Auftreten seiner eigenen Mannschaft.
Evgueni Chiriayev hat alles im Griff. Souverän wird der EHCO bisher seiner Favoritenrolle gerecht, die Führung hält an.
Zack Torquato (r.) hat gegen Dion Knelsen und dem Rest der Oltner Wand einen äusserst schweren Stand.
Der EHCO erwischt einen guten Start ins Mitteldrittel. In der 25. Minute erzielt Michael Rudolf (l.) das 3:0.
Ausgelassen bejubelt Rudolf (l.) seinen schnellen Treffer für den EHCO.
Noch ist unklar, wer hier den Puck erwischt. Anthony Rouiller (links, Olten) und Martin Alihodzic machen es spannend.
Grenzenloser Jubel? Dion Knelsen (r.) freut sich wohl eher innerlich. Dank ihm geht der EHCO mit einer 2:0-Führung aus dem Mitteldrittel.
Daniel Eigenmann (l.) lässt Winterthurer Tim Wieser alt aussehen. Dieser wird ganz klar und deutlich abgehängt.
Chaos in der Gefahrenzone: Stanislav Horansky (links, Olten) macht Goalie Tim Guggisberg (r.) das Leben schwer.
Evgueni Chiriayev (r.) bleibt unantastbar. Der EHCO-Olten lässt seinen Gegenspieler im Zweikampf nicht zum Zug kommen.
Dion Knelsen sorgt für den zweiten Treffer der Partie. In der sechsten Minute fällt dank ihm das 2:0.
Gekonnt bezwingt Dion Knelsen den glücklosen Winterthur-Torhüter Tim Guggisberg (r.), der zum zweiten Mal hinter sich greifen muss.
Alles im legalen Bereich? EHCO-Spieler Garry Nunn (l.) wird von Mike Kuen kompromisslos in die Mangel genommen.
Daniel Eigenmann (l.) misst sich mit Steve Mason. Nicht nur in diesem Zweikampf hat der Oltner die Nase vorne.
Beim EHCO herrscht gute Laune. Nach vier Minuten erzielt Riccardo Sartori den ersten Treffer des Abends für sein Team.
Eishockey, Swiss League, 24. Runde, EHC Olten - EHC Winterthur

Bei den Powermäusen herrscht Freude: Trotz einem schwierigen Mitteldrittel gewinnt der EHCO 5:4 gegen Winterthur.

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Als Michael Rudolf in der 25. Minute die schöne Vorarbeit von Alban Rexha zum 3:0 für den EHC Olten verwertete, da stellte sich im Kleinholz eigentlich nur noch die Frage, wie hoch der Sieg der Powermäuse gegen den schwachen EHC Winterthur ausfallen würde. Zu überlegen waren die Oltner, zu überfordert das Kellerkind aus dem Kanton Zürich.

Dummerweise nisteten sich angesichts des klaren Vorsprungs und der dominanten Spielweise auch in den Köpfen der EHCO-Spieler allerlei schlechte Eigenschaften ein. ­Allen voran die Sorglosigkeit. Vor dem gegnerischen Tor wurde man immer verspielter und weniger zielstrebig. Und – viel schlimmer – vor dem eigenen Tor immer unkonzentrierter und fehlerhafter.

«Haben den Gegner eingeladen»

«Wir haben den Gegner dazu eingeladen, wieder ins Spiel zurückzufinden», ärgerte sich Oltens Headcoach Fredrik Söder­ström speziell über die Phase der Partie, in welcher die eigentlich schon am Boden liegenden Winterthurer wieder bis auf ein Tor herankamen. Es war die Phase zwischen der 30. und der 40. Minute, in welcher die Ordnung beim EHCO komplett verloren ging und sich die Fehler in Gegentoren rächten. Dreimal trafen die Gäste und profitierten dabei durchgehend von Eigenfehlern der Oltner. Nicht einmal das zwischenzeitlich 4:1 durch Garry Nunn vermochte das Geschehen wieder zu beruhigen. Und so stand es nach zwei Dritteln trotz 21:9-Schüssen zu Gunsten des EHC Olten nur 4:3. Ein Spiel, das schon längst hätte entschieden sein müssen, geriet plötzlich wieder zur Zitterpartie.

Immerhin bekamen die Powermäuse das Geschehen im letzten Drittel wieder einigermassen in den Griff und brachten den Pflichtsieg so trotzdem noch in trockene Tücher. Aber wirklich gut war das, was die Mannschaft ablieferte, nicht. «Wir fallen wieder etwas in die alten Muster zurück», musste auch Söderström feststellen. Was er vor allem damit meinte: In der Defensive leistet man sich zuletzt wieder zu viele Aussetzer. Die schlechten Angewohnheiten, die sich schon bei der 4:5-Niederlage bei den GCK Lions angedeutet hatten, schlichen sich auch gegen Winterthur wieder ein.

Der überragende Sturm um Dion Knelsen

Positiv zu vermerken gibt es aber auch, dass sich beim EHCO mittlerweile eine klare Leader-Sturmlinie herauskristallisiert. Das Trio Dion Knelsen, Garry Nunn und Stan Horansky spielte die Winterthurer Hintermannschaft eins ums andere Mal schwindlig und war mit vier Treffern quasi im Alleingang dafür verantwortlich, dass den Oltnern eine böse Überraschung erspart blieb. Alleine der bestens aufgelegte Topskorer Dion Knelsen buchte vier Skorerpunkte (ein Tor, drei Assists) und agierte immer wieder als offensives Schwungrad – besonders dann, als das Spiel auf des Messers Schneide stand. Der Kanadier performt mittlerweile so, wie man sich das in Olten von ihm erhofft hat und ist in der Swiss-League-Skorerliste inzwischen unter die Top-Ten vorgerückt. Und auch sein Landsmann Nunn gefällt immer wie besser – auch wenn ihm bisweilen die nötige Zielstrebigkeit vor dem gegnerischen Tor abgeht.

Bereits am Sonntag steht für die Oltner die nächste Prüfung auf dem Programm. In Biasca warten die unbequemen Ticino Rockets. Fredrik Söderström weiss, dass von seinen Spielern mehr kommen muss: «Die drei Punkte gegen Winterthur sind gut für uns, auch wenn ich ­während des Spiels ein paar Jahre älter geworden bin. Aber es steht uns eine ausführliche ­Video-Analyse bevor.» Die schlechten Angewohnheiten sollen keinen Platz mehr haben.

Telegramm

Olten - Winterthur 5:4 (2:0, 2:3, 1:1)
Kleinholz. – 2517 Zuschauer. – SR: Gianinazzi/Hungerbühler (Bürgi/Wermeille). – Tore: 4. Sartori (Knelsen, Fogstad Vold) 1:0. 6. Knelsen (Haas, Wyss) 2:0. 25. Rudolf (Rexha) 3:0. 32. Bozon (Brunner, Wieser) 3:1. 34. Nunn (Knelsen, Eigenmann) 4:1. 38. Brace (Torquato) 4:2. 40. (39:35) Wieser 4:3. 51. Horansky (Nunn, Knelsen) 5:3. 57. Alihodzic (Küng; Ausschluss Haas; Winterthur ohne Goalie) 5:4. – Strafen: 6-mal plus 10 Minuten (Philipp Rytz) gegen Olten. 3-mal 2 plus 5 Minuten plus Spielerdauer-Disziplinarstrafe (Roos) gegen Winterthur.
Olten: Simon Rytz; Philipp Rytz, Rouiller; Sartori, Weisskopf; Eigenmann, Maurer; Heughebaert; Horansky, Knelsen, Nunn; Wyss, Schirjajew, Haas; Rudolf, Rexha, Weder; Fogstad Vold, Salzgeber, Lanz; Weibel.
Winterthur: Guggisberg; Küng, Blaser; Pozzorini, Roos; Kobach, Guerra; Raggi; Brace, Torquato, Sluka; Bozon, Brunner, Wieser; Hess, Mason, Monnet; Diem, Alihodzic, Zahner; Bleiker.
Bemerkungen: Olten ohne Elsener, Lüthi (beide verletzt) und Schwarzenbach (krank). – 44. Pfostenschuss Mason.

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