Eishockey
Knapper Sieg gegen die Lions: Der EHC Olten macht das Dutzend voll

Der B-Ligist EHC Olten siegt gegen Schlusslicht GCK Lions nur mit 6:5. Trotzdem baut er die Führung in der Tabelle weiter aus. Neuer Verfolger ist der SC Langenthal.

Jürg Salvisberg
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Oltens Matchwinner Remo Hirt.

Oltens Matchwinner Remo Hirt.

HR.Aeschbacher

Frage fürs Weihnachtsquiz: Wann hatte letztmals ein NLB-Leader ein Dutzend Punkte als Polster unter dem Weihnachtsbaum? Dass die Oltner den Vorsprung an der Tabellenspitze auf den neuen Verfolger Langenthal auf 12 Zähler ausbauen konnten, hing allerdings an einem seidenen Faden. Denn der haushohe Favorit schaffte es gegen die GCK Lions drei 2-Tore-Führungen zu verspielen, ehe Doppeltorschütze Remo Hirt 169 Sekunden vor Schluss mit seinem Shorthander zum 6:5 den Erfolg sicherstellte.

Reger Schlagabtausch

Leader gegen Schlusslicht, achtfacher Sieger in Serie gegen die Spätherbst-Kummerbuben - keine Affiche war im Vorweihnachtsspiel krass genug, um die Begegnung madig zu machen. Denn nach wie vor strotzen die Spiele des EHC Olten nicht vor Langeweile. Dies war auch im vierten Aufeinandertreffen mit den GCK Lions nicht anders, in dem den Platzherren nach einem bunten Schlagabtausch notabene erst der zweite Sieg in der regulären Spielzeit gelang.

Trotz der einseitigen Ausgangslage lieferte das drittletzte Spiel im alten Jahr beste Unterhaltung, weil die Stürmer beidseits von Narrenfreiheiten profitieren konnten. Und immer dann, wenn es nach einem frühzeitigen Schaulaufen für den Favoriten aussah, hielten die mit nur einem Söldner agierenden und mit vielen anderen Absenzen kämpfenden Junglöwen erfolgreich dagegen. In der 12. Minute deutete Topscorer Wiebe so lange in den freien Slot, bis Hirt dort den Puck erhaschte und zum 1:0 einschieben konnte. Keine Zeigerumdrehung später wartete Truttmann am Torkreis, bis ihn Feser zentimetergenau bediente und es 2:0 hiess.

Nur das 2:1 war hart erkämpft

Geradezu herausgekämpft war dagegen die erste Antwort der Zürcher eine Minute vor der ersten Drittelspause. Nach einem Emotionen entfachenden Bandenduell tauchte Faic allein vor Tobler auf und spitzelte die Scheibe vor dessen Zugriff zum 2:1 in die Maschen. Eine Wiederholung des Shutouts vom letzten Gastspiel am Zürichsee war damit für den Oltner Torhüter frühzeitig ausser Betracht gefallen. Der Oltner Keeper sollte sich dafür auf seine Weise revanchieren, indem er sich beim fünften Oltner Tor einen Assist gutschreiben liess.

Bühne frei für potenzielle Torschützen schien die Devise im Mitteldrittel zu lauten. Mutterseelenallein durfte Mason in der 23. Minute auf den Pass von Truttmann lauern, um den Puck in der rechten hohen Ecke von Keeper Wolf zu versenken. Etwas mehr als vier Minuten später folgte die Retourkutsche durch Camperchioli auf der Gegenseite, der den Puck aus ebenso einsamer Position hoch rechts an Tobler vorbei zum 3:2 ins Netz wuchtete. Blosse 58 Sekunden danach konnte sich Heitzmann eine Ecke aussuchen und buchte das 3:3.

Eine Frage der Konzentration

Auch nach der Spielhälfte war Olten um eine neuerliche Reaktion nicht verlegen. Feser schoss bei einem 40 Sekunden dauernden Doppelausschluss der Gäste seine Farben wieder in Führung. Wüst, der schon nach 20 Sekunden das 1:0 auf dem Stock führte, erhöhte in der 35. Minute auf 5:3. «Dass wir unsere Führungen nicht halten konnten, war eine Frage der Konzentration», meinte der Flügelstürmer. «Individuelle Fehler gingen den Gegentoren regelmässig voraus.» Man müsse aber auch sehen, dass die GCK Lions in einer sehr ausgeglichenen Liga Tabellenletzter seien und völlig frei aufspielen konnten, erklärte Wüst das wiederholte Nachlassen seines Teams.

Der dritte Einbruch der Oltner hätte sehr wohl ins Auge gehen können. Nachdem Molina (40.Minute) und Brandi (47. Minute) zum 5:5 ausgeglichen hatten, schienen die Gastgeber den Faden doch etwas verloren zu haben. Doch just als die Zürcher durch den Ausschluss Bagnouds zu ihrer grössten Siegchance kamen, verpassten sie es, diese zu packen. Hirt, der das Score eröffnet hatte, sollte es mit seinem Shorthander in der 58. Minute zugunsten der Einheimischen auch beenden.