Czech Open
Knappe Sache: Wiler-Ersigen unterliegt dem erfolgreichsten Klub Europas

Die Teilnahme am grössten Unihockey-Klubturnier, dem Czech Open in Prag, endete für Wiler-Ersigen wie im Vorjahr im Viertelfinal. Gegen das schwedische Topteam Falun gibt es eine Niederlage im Penaltyschiessen. Zudem: Der finnische Nati-Captain Tatu Väänänen wird nun auch Captain beim Serienmeister Wiler-Ersigen.

Drucken
Teilen
Schrammte mit Wiler-Ersigen knapp am Triumph vorbei: Neo-Captain Tatu Väänänen.

Schrammte mit Wiler-Ersigen knapp am Triumph vorbei: Neo-Captain Tatu Väänänen.

Zur Verfügung gestellt

Und wieder war es knapp, knapper sogar noch als vor bald einem Jahr im Champions-Cup-Finale in Boleslavl. Ging die Partie gegen den erfolgreichste Klub Europas der letzten drei Jahre damals mit 2:3 verloren, hiess es diesmal Endstation im Viertelfinal gegen Falun nach einem 4:4 nach 60 Minuten im Penaltyschiessen. Superstar Rasmus Enström entschied mit dem fünften Penalty die Partie, während die neue finnische SVWE-Hoffnung Lastikka an Goalie-Riese Rehn scheiterte, aber eigentlich zuvor das Spiel schon entschieden hatte mit seinem ersten Penalty, dessen Gültigkeit von einem Schiedsrichter aber - sehr umstritten - verwehrt blieb.

Neues System greift langsam

So war es schliesslich ein bitteres Ende für den Schweizer Serienmeister, der zwischenzeitlich gar mit 3:1 geführt hatte und eine vielversprechende Leistung ablieferte. Das neue System beginnt langsam zu greifen, die Formationen finden sich immer besser. Falun seinerseits war einmal mehr hoch motiviert im Vergleich mit dem SVWE und reduzierte die Formationen im Schlussabschnitt früh auf zwei Linien, wollte unbedingt gewinnen. Der höhere Rhythmus und das Forcieren der Linie um Enström zahlte sich aus mit drei Toren in kurzem Abstand. Nach dem 4:3 stürmte die ganze Bank zum Torjubel aufs Feld, als hätte man gerade das Turnier gewonnen. Auch ein Zeichen des Respekts vor dem SVWE.

Dieser gab sich seinerseits nicht geschlagen, steigerte nochmals die Intensität und kam prompt noch zum Ausgleich, der dann zum Penaltyschiessen führte. Aus Sicht der Berger-Truppe unnötig, denn wie schon tags zuvor gegen Köniz verzeichnete man klar mehr Torchancen, hatte das Visier aber zu hoch eingestellt. Daran gilt es ebenso zu arbeiten, wie an vielen kleinen Dingen auch. Das Gesamtbild nach nur wenigen Wochen Vorbereitung stimmt aber zuversichtlich. Die Kaderbreite ist gross, der Konkurrenzkampf bislang stimulierend nicht hemmend. Für das Trainerteam ist aktuell die geplante Kaderreduktion die heikelste Aufgabe, haben doch alle Spieler abgeliefert in Prag.

Väänänen löst Fankhauser ab
Auffallend in Prag war auch, dass gleich drei unterschiedliche Spieler die Captain-Binde trugen. Matthias Hofbauer, Marco Louis und Tatu Väänänen. Sie sind alle Mitglieder des Spielerrates und als neuer Captain für Fankhauser wurde Tatu Väänänen bestimmt, der allerdings nur eineinhalb Partien spielen konnte. "Ich werde mich einbringen, wo ich es für nötig halten, primär will ich aber ein Vorbild sein", sagt der erste finnische Captain in der SVWE-Geschichte zu seinem verantwortungsvollen Amt im vierten SVWE-Jahr. Er folgt damit in die Reihe der illustren Captain- Koch, Luginbühl, Schild, Matthias Hofbauer, Thorsell und Fankhauser. Als langjähriger Captain des finnischen Natiteams weiss Väänänen natürlich, welche Herausforderung auf ihn wartet.