Sportförderung
Kleider machen glückliche Nachwuchssportler

Die Zahl der eigens mit Sportmotiven designten Kleider-Sammelcontainer im Kanton Solothurn wächst. Dank dem Grenchner Sportler und Sportverdienstpreis-Gewinner Bruno Huber profitiert der Nachwuchssport künftig von Occasion-Jupes, -Blusen, -Jeans und Wanderschuhen.

Michael Schenk
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Bruno Huber, früher OL-Läufer, heute leidenschaftlicher Biker und Sportförderer.

Bruno Huber, früher OL-Läufer, heute leidenschaftlicher Biker und Sportförderer.

Mein Ziel ist es, 100 Tonnen Kleider jährlich zu sammeln», erzählt Bruno Huber. Notabene nicht als Teilzeit-Mitarbeiter der örtlichen Müllabfuhr, sondern als Mitglied des Panathlon-Club Solothurn. Dem Verein, der sich unter anderem für die sportliche Entwicklung und Erziehung der Jugend, die Pflege von Freundschaft unter Sporlerinnen und Sportlern und der finanziellen Unterstützung von Nachwuchstalenten einsetzt.

Letzterem Ansinnen sollen die 100 Tonnen Second-Hand-Garderobe letztlich dienen. Zusammen mit Tell-Tex hat Huber ein spannendes Projekt lanciert, dass dem sportlichen Nachwuchs in und um Solothurn jährlich zehn- bis zwanzigtausend Franken bringen soll. Pro Kilo Kleider, welches in den speziellen Sammelcontainern landet, erhält Huber, sprich der Verein, 20 Rappen. Kosten entstehen dem Panathlon-Club keine. Die Beschriftung und Bewirtschaftung der Sammelbehälter übernimmt Tell-Tex.

Geld für den Jugendsport

«Ich stelle mir beispielsweise vor», so Huber, «mit dem Geld Beiträge an Trainingslager zu leisten, oder mal zehn, zwölf sehr trainingsfleissige Fussball-Junioren an ein Länderspiel einzuladen oder Nachwuchs-Wettkämpfe zu unterstützen...» Das Geld soll weniger den talentiertesten Sportler zu Gute kommen, als vielmehr dem Jugendsport generell.

«So ist es», bestätigt Huber. Die spitzensportliche Nachwuchsförderung gibt es beim Panathlon-Club Solothurn freilich auch. Seit 2001 wird jeweils eine besonders hoffnungsvolle Hoffnung während zwei Jahren finanziell unterstütz. Zuletzt waren dies etwa Nordisch Kombinierer Tim Hug, Mountainbikerin Nathalie Schneitter oder Kanutin Melanie Mathys.

3000 Container

«Tell-Tex war von der Idee sofort begeistert», hält Huber fest. Das Unternehem, das landesweit rund 3000 Container unter anderem auch zugunsten der Berghilfe, von Spielgruppen oder Pestalozzi-Dörfern führt, leert die Container, sortiert den Inhalt und verkauft diesen primär an Grossisten ins Ausland.

Der Job von Huber respektive dem Panathlon-Club ist es, mit den Behörden in möglichst vielen Solothurner Gemeinden möglichst gute, sprich stark frequentierte Standorte auszuhandeln. Derzeit stehen neun Container bei Wind und Wetter im Dienst des Nachwuchssports im 24-Stunden-Einsatz. «Weitere Sammelbehälter werden in den nächsten Wochen und Monaten diversenorts folgen», räumt Huber ein.

Um die eingangs erwähnten 100 Tonnen Textilien zusammenzukriegen, rechnet der 77-jährige, ehemalige OL-Läufer mit «25 Containern, die wir dazu benötigen». Wer Hubers Elan und Leidenschaft kennt, zweifelt keine Sekunden daran, dass Container wie Pilze aus dem Boden schiessen werden.