Schiessen
Klauenböschs Olympia Traum lebt trotz Enttäuschung weiter

«Ich habe bis zur letzten Sekunde dafür gekämpft und versucht, mein Bestes abzurufen», sagt Christian Klauenbösch. Doch der Bottenwiler musste nach dem Weltcup in Aserbaidschan den Traum, sich für Rio 2016 zu qualifizieren, begraben.

Melanie Gamma
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Den grössten Teil seiner Zeit verbringt Christian Klauenbösch in diesen Wochen auf dem Campusgelände der Universität von Santa Clara im Silicon Valley.zvg

Den grössten Teil seiner Zeit verbringt Christian Klauenbösch in diesen Wochen auf dem Campusgelände der Universität von Santa Clara im Silicon Valley.zvg

«Das war auf jeden Fall eine Enttäuschung.» Die Hürde, ein Ticket für den Grossanlass zu ergattern, war aber auch enorm hoch. Nur 18 Quotenplätze gibt es weltweit für die Schützen mit olympischer Schnellfeuerpistole. Jeder Athlet kann für sein Land einen solchen gewinnen, indem er es etwa im Weltcup ins Finale schafft.

Obwohl Christian Klauenbösch in Aserbaidschan mit 579 Punkten eine neue persönliche Weltcup-Bestleistung erzielte, verpasste er dort die Endausmarchung – und damit auch die letzte Chance, sich noch einen Quotenplatz zu sichern. «Erfolg und Misserfolg gehören zum Leben eines Sportlers», sagt der 23-Jährige. Seit Anfang Jahr arbeitet er intensiv mit einem Mentalcoach und kann auch deshalb sagen: «Ich bin für Enttäuschungen gerüstet und versuche, das Positive zu sehen.»

Grund zum Optimismus hat Christian Klauenbösch allemal. Er konnte sein sportliches Umfeld im Laufe der Saison professionalisieren und erzielte individuelle Fortschritte. In der Weltrangliste verbesserte sich der Schütze der SG Zofingen von Platz 56 auf Rang 39. Was genau gefehlt hat, um noch weiter nach vorne zu preschen, kann Christian Klauenbösch derzeit noch nicht sagen.

Analyse folgt

«Eine längere Analyse der Saison mit meinen Betreuern folgt erst», sagt der Bottenwiler, der nach dem letzten Wettkampf für zehn Wochen in die USA flog. Im Silicon Valley genoss der Wirtschaftsinformatik-Student erst vier Wochen Ferien. Nun besucht er im Rahmen des Campus-Experi-
ence-Programms der Hochschule Luzern (HSLU) sechs Wochen lang Vorlesungen an der Universität im kalifornischen Santa Clara und führt für die HSLU ein Projekt für ein lokales Unternehmen durch.

Um fit zu bleiben, bewegt sich der Eidgenössische Schützenkönig von 2010 in den USA polysportiv, seine Pistole hat er nicht mitgenommen: «Ich habe mir erlaubt, mir während den zehn Wochen in den USA vom Schiessen freizunehmen.» Umso mehr wird sich Christian Klauenbösch freuen, in der Heimat mit der Schnellfeuerpistole wieder an der Stabilisierung seiner Technik zu arbeiten.

«Nächstes Jahr will ich die Abläufe im Wettkampf noch präziser ausführen können», blickt der Aargauer voraus. «Die Erkenntnisse und Erfahrungen der letzten Jahre beziehen wir in die Planung bis 2020 ein», sagt Klauenbösch. Dann finden die nächsten Olympischen Spiele in Tokyo statt. «Mein Traum, dort dabei zu sein, lebt auf jeden Fall weiter.»

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