Eine ernüchternde 1:5-Heimklatsche musste Solothurn als Leader gegen den seit der vierten Runde sieglosen Luzerner Nachwuchs einstecken. „Wenn man nach zwei Minuten das 0:1 erhält, kurz vor der Halbzeit das 0:2 und gleich nach der Pause das 0:3, hat man nicht einen guten Tag erwischt“, resümiert FCS-Trainer Dariusz „Darek“ Skrzypczak.

Das Unheil begann mit dem ersten Angriff der Leuchtenstädter. Dezidiert und offensiv gingen sie ins Spiel. Sie holten in der ersten Minute den ersten Eckball heraus. Dieser stiftete Unruhe im Solothurner Strafraum. Die Bereinigung missriet Stauffer. Der Routinier verursachte gegen den Ivorer Tia einen Elfmeter nach 82 Sekunden.

Fehlstart mit Folgen 

Diesen Strafstoss verwertete Wolf sicher. Nach diesem Fehlstart mussten sich die Einheimischen weiter dominieren lassen. Der Schock sass tief. Diese kalte Dusche erwies sich als zu grosse Hypothek über die ganze Spieldauer. „Wir müssen diese Niederlage gegen einen guten Gegner akzeptieren“, so Skrzypczak.

Solothurn versuchte sich, Osmani scheiterte in der 13. Minute jedoch zweimal. Zuerst boxte Luzerns Hüter Jacot seinen Ball weg. Du Buissons Nachschuss wurde ebenso wie der zweite Versuch Osmanis abgewehrt. Wohl funktionierte in der 19. Minute das Umschaltspiel: Ukoh verlagerte nach links zu Hunziker, doch dessen Pass ins Zentrum zu Chatton setzte die einheimische Sturmspitze mit dem Kopf übers Tor.

In der 26. Minute standen sich Hunziker und Chatton in der Mitte im Weg, sodass Ukohs Zuspiel wirkungslos blieb. Zudem sah der Winterzuzüger seinen Ball eine Minute später zum ersten Solothurner Corner abgelenkt. Nach Males’ Pfostenschuss (32.), konnten vier Solothurner gegen zwei Luzerner diesen Vorteil bei einem Konter nicht nützen (37.).

Talentierte Gäste 

Vielmehr vermochten die im Schnitt 20-jährigen Gäste mit einer Freistoss-Variante von Emini und Males durch Innenverteidiger Burch vier Minuten vor der Pause ihr zweites Tor zu erzielen. Gegen die beweglichen, den Ball sicher führenden, athletischen, spritzigen wie schnellen Zentralschweizer fanden die Solothurner keine Mittel, um zu ihrem Spiel zu finden. Sie blieben zu passiv, brachten zu wenig Durchschlagskraft für eine effektive Offensive auf.

Wieder ein Blitzstart der Besucher nach dem Seitenwechsel: 0:3! Tia zog 30 Sekunden nach Wiederbeginn Kohler und Müller auf seine Seite. Trotzdem konnte er Flanken. Waylon Grosjean lenkte diese Hereingabe unbedrängt ins eigene Tor ab. Vermisst wurde erneut eine Reaktion, obwohl Trainer Skrzypczak mit dem Doppelwechsel von Asani und Schrittwieser für Arifi und Ukoh mehr Speed und Druck einbringen wollte.

Fehlentscheidungen und Pech im Spiel 

„Alles, was wir gemacht haben, ist gegen uns gelaufen, wir haben nicht die richtigen Entscheidungen getroffen, mit dem Doppelwechsel wollte ich neue Impulse setzen. Es wirkt wie ein Hammerschlag, aber wir geraten deswegen nicht in Panik und in keine Nervosität, der Mannschaft mache ich keinen Vorwurf, ein derartiges Spiel pro Saison liegt drin“, bleibt Skrzypczak ruhig.

Solothurn gelang weiterhin nichts: Asani scheiterte an Jacot, der dessen Kopfball weg faustete (68.). Jacot parierte einen scharfen Schuss Schrittwiesers mit wachem Reflex (78.). In der 89. Minute fiel doch noch der Ehrentreffer: Jacot klärte einen Stauffer-Versuch in Corner. Diesen trat Hunziker. Müller gelang es, den Ball im Getümmel zum 1:4 über die Torlinie zu bringen.

Luzern II gelang in der Nachspielzeit eine Antwort. Emini setzte sich links gegen Jeffrey Grosjean durch und schloss via rechten Innenpfosten zum 1:5-Schlussstand ab. Die angekündigte Revanche für die 1:2-Hinrunden-Niederlage mit ebenso frühen wie späten Toren ging somit gründlich in die Hosen.