Knapp daneben ist auch vorbei. Unter diesem Motto stand die Anfangsphase der Partie in der 1. Liga vom Dienstagabend zwischen dem BC Solothurn und Alstom Baden. Hatten sich die beiden Teams zu wenig seriös warm geworfen? Immer wieder sprang am Anfang der Ball vom Korbrand ins Feld zurück.

Klar die bessere Mannschaft

Die Solothurner, die ihr erstes Spiel im neuen Jahr dank einer starken Leistung im Tessin gegen Star Gordola 74:62 gewinnen konnten, hatten auch gegen Baden ihr Visier als Erste besser eingestellt und gingen 19:9 in Führung. Sie hatten nicht nur die bessere Wurftechnik, sondern auch mehr Varianten im Spiel, weshalb sie insgesamt die klar bessere Mannschaft waren. So gaben sie diesen Vorsprung nie mehr aus der Hand und gewannen am Ende gegen Baden absolut sicher mit 67:55.

Trotz dieses klaren Sieges dürfen aber die Solothurner mit ihrer Leistung nicht zufrieden sein. Gegen einen aggressiver auftretenden Gegner hätte die flaue Einstellung ins Auge gehen können. «Wir sind zu wenig ehrgeizig», kritisierte Badens Trainer Manuel Castro seine Spieler in der Pause vor dem letzten Viertel, «so können wir nicht gewinnen.» Mit dieser Analyse traf er den Nagel auf den Kopf, denn die Aargauer zeigten zwar ein hübsch anzusehendes Basketball, aber es fehlte die Intensität.

«Waffenstillstand» bei Rebounds

Bei den Solothurnern lag die Tagesstimmung ganz ähnlich: Leben und leben lassen hiess das Motto des Abends. Kein einziger Spieler kam auf fünf Fouls. «Wir haben den Ball oft sinnlos zirkulieren lassen», hatte Solothurns Coach Samir Moumene erkannt. «Das sieht dann zwar recht gut aus, bringt aber keine Punkte.» Augenfällig war dieser «Waffenstillstand» bei den Rebounds, die der am besten positionierte Spieler meistens problemlos fangen konnte, ohne von einem Gegner bedrängt zu werden.

Die Konsequenz war ein Spiel fast ohne Unterbrüche. Auf beiden Seiten verstrichen ab und zu die maximalen 24 Sekunden, die man für einen Angriff Zeit hat, ohne dass es zum Abschlussversuch oder einem Foul kam. Bei dem immer deutlichen Vorsprung hätten deshalb die Solothurner ihre unerfahrenen Spieler, wie zum Beispiel Manuel Wicht, etwas mehr einsetzen können. Diese sind hungrig und wollen zeigen, was sie können. So wäre vielleicht etwas mehr Feuer in die Partie gekommen.

Am Samstag gegen den Leader

Insgesamt läuft es aber hervorragend. Mit diesem leichten Sieg hat Solothurn seinen zweiten Platz (nach Verlustpunkten) weiter gefestigt. «Am Samstag treten wir beim Leader in Küsnacht an», zog Coach Moumene eine Zwischenbilanz. «Unser nächstes Ziel kann deshalb nur noch der erste Rang sein.» Aber die Saison ist noch lang, es werden noch eine Zwischenrunde gegen Teams aus der anderen Gruppe und Playoffs gespielt. «Wir wollen versuchen, bis zum Schluss an der Spitze mitzumischen», sagt Samir Moumene. Das Zeug dazu hat der BC Solothurn. Denn nur Spitzenteams gewinnen auch an schlechten Tagen souverän.