Es kommt selten vor, dass ein Schwingfest schon vor dem Schussgang entschieden ist. Doch beim Engelberg-Schwinget oberhalb von Dulliken gab es wieder einmal so einen klaren Dominator: Tiago Vieira war ganz einfach zu stark. Er gewann seine ersten fünf Gänge souverän, hatte zwei und mehr Punkte Vorsprung auf alle Konkurrenten und war somit nicht mehr einholbar.

Und dann gewann der Bibersteiner Koloss auch noch den Schlussgang – einem zweiten Zusammengreifen mit Bruno Gisler an diesem Tag – absolut souverän. Am Einteilungsbüro lag es nicht. Vieira bekam es im Niederamt mit einem bösen Schwinger nach dem anderen zu tun. Mit seinem ersten Plattwurf gegen den Rumisberger Bruno Gisler im vierten Gang mit Gammen sorgte der 26-Jährige bereits für die Vorentscheidung. Und als Sieger des Vorjahres galt schliesslich Bruno Gisler als Favorit.

155 Kilogramm Kampfgewicht

Im fünften Gang liess Tiago Vieira vom Schwingklub Aarau und Umgebung gar nichts anbrennen. Explosiv wie ein Kugelblitz legte er Simon Stoll mit Gammen/Kreuzgriff nach wenigen Sekunden auf den Rücken, womit er das Fest definitiv vorzeitig zu seinen Gunsten entschieden hatte. «Das liegt an den T-Bone-Steaks, die ihm seine Mutter jeweils auftischt», erklärte Markus Felder vom Organisationskomitee des Schwingklubs Olten-Gösgen – und Metzger in Safenwil –, wie ein Mann mit 155 Kilogramm Kampfgewicht derart flink schwingen kann. «Ja, das letzte Steak war über ein Kilo schwer», sagte der neunfache Kranzgewinner mit portugiesischer Abstammung darauf mit einem herzhaften Lachen.

Nach dem Ausschwingen war dann auch der Schlussganggegner bekannt, und der hiess eben wiederum Bruno Gisler vom Schwingklub Solothurn. Tiago Vieira rundete seine Galavorstellung mit einem sechsten Sieg ab. Nach nur 44 Sekunden war es diesmal ein gelungener Wyberhaken, der die Entscheidung brachte. Gisler belegte damit bei seinem wahrscheinlich letzten Regionalschwingfest Rang 2, auf den Rängen dahinter folgten Klemens Stegmüller (Schwingklub Dorneck-Thierstein-Laufental) und Patrick Räbmatter (Schwingklub Zofingen).

Grosse Pläne fürs Jubiläum

Nachdem ein Unwetter die Organisatoren vor einem Jahr gezwungen hatte, das Schwingfest im idyllischen Zwischentälchen auf dem Engelberg um eine Woche zu verschieben, waren trotz dieses Rückschlages diesmal wieder 43 Aktive und weit über 100 Jungschwinger gemeldet. Nun denken die Organisatoren bereits an die 10. Austragung. «Für das Jubiläum nächstes Jahr haben wir viel vor», verriet Markus Felder. «Wir werden wahrscheinlich einen vierten Sagmehlring einrichten, weil wir auf noch einmal deutlich mehr Teilnehmer hoffen.»

Auch bei den Zuschauern wird der Engelberg-Schwinget immer beliebter. Es dürften gut und gerne 1400 Leute das perfekt organisierte, familiäre Schwingfest besucht haben und alle gingen nach einem schönen Sonntag zufrieden nach Hause.