11 Spiele, 33 Punkte: Die NLA-Mannschaft von Volley Amriswil hätte nicht besser in die Saison starten können und liegt momentan ungeschlagen auf dem ersten Platz der Tabelle. Sieben Punkte Vorsprung haben die Amriswiler auf das zweitplatzierte Volley Schönenwerd.

Die Solothurner haben sich mit zuletzt zwei Zu-null-Siegen gegen Uni Bern und Näfels in die Weihnachtspause verabschiedet. Nun treffen sie dieses Wochenende gleich zweimal hintereinander auf den Leader aus dem Thurgau.

Während es heute für Volley Schönenwerd um den Sieg im ersten Meisterschaftsspiel des neuen Jahres geht, steht morgen Sonntag das grosse Cup-Spektakel an, wenn mit Amriswil und Schönenwerd bereits im Achtelfinal die beiden Spitzenteams der Schweiz aufeinandertreffen.

Nur einmal gemeinsam auf dem Feld

Die Vorbereitung auf diese beiden wichtigen Partien hätte aus Sicht von Schönenwerd-Trainer Bujar Dervisaj sicher optimaler verlaufen können. Da unter der Woche das letzte EM-Qualifikationsspiel stattfand, standen einige seiner Spieler für die Schweizer Nationalmannschaft im Einsatz.

Trainings mit dem kompletten Team seien daher im neuen Kalenderjahr noch kaum möglich gewesen, nur einmal habe man vor dem Spiel gegen Amriswil noch gemeinsam auf dem Feld stehen können. «Es ist, wie es ist, wir werden sehen, wie das in den beiden Spielen funktioniert», meint Dervisaj dazu. Zumindest eines der Duelle wolle man aber sicher gewinnen.

Unterschiedliche Philosophien

Ein Spaziergang dürfte das allerdings nicht werden. «Amriswil ist gut. Sie haben bis jetzt jede Partie gewonnen und deshalb im Meisterschaftsspiel heute nichts zu verlieren», blickt der Trainer voraus. Den Grund für den bisherigen Erfolg der Thurgauer Mannschaft sieht Dervisaj vor allem in deren ausländischen Spielern.

«Amriswil vertritt eine andere Philosophie als Volley Schönenwerd. Während wir viele junge, und teilweise noch unerfahrene Schweizer Spieler im Team haben, setzen sie mehr auf starke, erfahrene Spieler aus dem Ausland», erklärt er.

Dass Volley Amriswil den Schönenwerdern meilenweit voraus ist, das glaubt Bujar Dervisaj aber nicht: «Schönenwerd ist nicht schlechter als Amriswil. Nur fehlt es uns vielleicht noch etwas an Erfahrung und dem letzten bisschen an Coolness». Man wisse, wie stark der Gegner ist. «Was wir bisher aber noch nicht wissen, ist, wie stark wir selber wirklich sein können.»

Der Traum vom zweiten Cupfinal

Trotz der sieben Punkte Rückstand seien die Chancen durchaus intakt, dass Volley Schönenwerd die Meisterschaftspartie gegen den Vizemeister der letzten Saison für sich entscheidet. Dervisaj tippt aber darauf, dass sich im Cup-Achtelfinale von morgen Sonntag (16 Uhr, Betoncoupe Arena) die bessere Möglichkeit für einen Sieg bieten wird.

Mit ihm als Trainer schaffte Volley Schönenwerd in der Saison 2014/15 erstmals und zum bisher einzigen Mal den Einzug in den Cup-Final – ein Erfolg, den man nur zu gerne wiederholen würde. «Damals schafften wir es bis in die letzte Cup-Runde. Nun stehen wir morgen ebenfalls im Final – nur dass es diesmal schon in der ersten Runde so weit ist», meint Bujar Dervisaj.

Das Duell zwischen dem Tabellenersten und dem Tabellenzweiten der NLA kommt seiner Meinung nach einer Vorentscheidung gleich: «Das Team, das morgen gewinnt, das wird am Ende auch den Cup gewinnen», ist sich der Trainer sicher. Was die Taktik für dieses wichtige Spiel angeht, so lautet die Devise schlicht und einfach: «Frei spielen und alles geben.

Das ‹Vor-Finale› zu gewinnen, wäre sicher nicht schlecht», sagt Dervisaj und lacht. «Aber auch wenn es nicht reicht, geht das Leben weiter.» In diesem Fall läge die Konzentration wieder voll und ganz auf der Meisterschaft. «Der zweite Platz ist gut, er ist aber nicht viel wert. In den Playoffs werden die Karten noch einmal neu gemischt.» Das Ziel ist für Bujar Dervisaj klar: Der erste Platz soll es werden – «man muss wie ein Champion denken».