Kampfsport

Kickbox-Europameister Levent Liechti will den Leuten Sicherheit geben

Levent Liechti will mit seinen Schülerinnen und Schülern möglichst realitätsnah trainieren.

Levent Liechti will mit seinen Schülerinnen und Schülern möglichst realitätsnah trainieren.

Levent Liechti aus Feldbrunnen ist nicht nur ein hervorragender Kämpfer, er ist auch ein besonnener Ausbildner. Wann muss man in einer gefährlichen Situation auf Flucht setzen, wann Zivilcourage zeigen?

Immer wieder wird es in den Medien thematisiert: Krav Maga – die israelische Kampftechnik, die als die skrupelloseste gilt, und mit der ein Gegner mit wenigen Handgriffen ausser Gefecht oder sogar getötet werden kann. Der Ruf der Sportart ist entsprechend nicht überall der beste.

Eine Reputation, der man entgegenwirken müsse, ist sich Kickbox-Europameister Levent Liechti aus Feldbrunnen sicher: «Wir wollen nicht mit solchen Parolen Leute anwerben. Mir geht es darum, dass sich Leute in einer gefährlichen Situation, denen die Menschen im Alltag leider immer mehr ausgesetzt sind, richtig verhalten und wissen, wann sie die Flucht ergreifen oder richtige Zivilcourage zeigen müssen.»

Möglichst nahe an der Realität

Liechti will den Leuten in seinen Seminaren deshalb in das Krav Maga Tactical (KMT), eine weiterentwickelte Form des ursprünglichen Krav Magas einführen (siehe Box). «KMT wurde vom Sicherheitsexperten Amaro Bento konzipiert und orientiert sich an realen Situationen. Wir wollen deshalb nicht auf Matten und ohne Schuhe trainieren, sondern möglichst nahe an der Realität bleiben, denn Selbstverteidigung findet auf der Strasse, nicht auf Matten statt.»

So begeben sich die Schüler von Levent Liechti auch aus dem üblichen Trainingsraum im Dojo in Derendingen, um in den Gängen zu trainieren. «Viele Konzepte aus dem Kickboxen oder aus dem üblichen Krav Maga sind nur schwer anwendbar im realen Leben. Wir setzen zuerst vor allem auf die Kommunikation, um eine Situation zu entschärfen und interagieren dann erst, um die eigene Sicherheit zu gewährleisten.»

Der Feldbrunner betrachtet deshalb die sportlichen Aspekte beim Krav Maga Tactical nicht unbedingt als primär: «Sicherlich fördert KMT die körperliche Fitness und die Koordinationsfähigkeit, aber ich möchte den Leuten so vor allem helfen, ihr Leben oder das Dritter zu schützen.» Es werde deshalb auch keine Wettkampfstruktur aufgebaut.

Für die Ausbildung zum KMT-Instruktor musste Liechti ins Ausland reisen, da diese in der Schweiz nicht möglich ist. Er ging beim Entwickler Amaro Bento selbst in die Schule. «Natürlich hatte ich von meinen Kenntnissen aus anderen Kampfsportarten gewisse Vorteile, aber ich musste ganze Bewegungsabläufe neu lernen, da ich es vom Kickboxen anders gewohnt bin.»

Liechti erinnert sich trotz der anstrengenden Zeit aber gerne an die zehn Tage in Portugal: «Es war ein unglaubliches Erlebnis. Ich konnte enorm viel von Amaro lernen. Wir wurden bis zu zwölf Stunden pro Tag unterrichtet, was nicht immer einfach war bezüblich Konzentrationsfähigkeit», führt der Solothurner aus.

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