Grenzenlose Enttäuschung, Tränen... Die Schweizer Faustballer waren nach der überraschend klaren Niederlage gegen den Weltmeister aus Deutschland am Boden zerstört und rangen nach Worten. Die bittere Pleite musste erst verdaut werden. Gefeiert wurde das Team von rund 30 mitgereisten Fans trotzdem.

Denn der zweite Platz der letzten World Games in Taiwan wurde erfolgreich verteidigt – und das mit einem jungen und hungrigen Team. Cali 2013 wird trotzdem in den Köpfen der Spieler bleiben, als eine positive Erinnerung, die nun in vier Jahren in Polen nachträglich vergoldet werden soll.

Die Deutschen klar besser

Das Finalspiel verlief überraschend einseitig. Die Schweizer produzierten im Angriff zu viele Fehler und waren in der Abwehr zeitweise überfordert. Erst nach dem 0:3-Rückstand nach Sätzen und einer Umstellung im Angriff – Ueli Rebsamen spielte am Schlag, Cyrill Schreiber nur noch am Service – kamen die Vorrundensieger ins Spiel. Abwehr und Aufbau klappten plötzlich wieder präzis und Rebsamen punktete laufend. So gewannen die Rot-Weissen Satz Nummer 4 klar mit 11:2.

Doch das wars dann schon. Die Deutschen liessen sich nicht beirren und nahmen die Partie gleich wieder in die Hand. Auf allen Positionen waren sie in diesem Finalspiel klar stärker, was sie mit dem 11:3-Satzgewinn mehr als deutlich unterstrichen. Die Revanche für Niederlage an der EM vom Vorjahr war dem Team von Olaf Neuenfeld damit eindrücklich gelungen.

«Unmittelbar nach dem Spiel sagte ich zu mir, dass wir Gold verloren haben, eine halbe Stunde nach dem Spiel rede ich vom Gewinn der Silbermedaille», sagte Nationaltrainer Oliver lang nach dem Spiel.