Bellachs Nummer 9 war zweifellos der Mann des Spiels im Solothurner Cupfinal vom Donnerstag. Kurz vor dem Pausenpfiff glich Kevin Marthaler die Partie gegen den SC Fulenbach aus. In der zweiten Halbzeit entschied der 24-Jährige den Cupfinal mit drei Toren zwischen der 53. und der 69. Minute im praktisch im Alleingang. Während des Siegerinterviews wurde der Matchwinner dann mehrmals scherzhaft von Fans und Zuschauern gefragt, was er denn gegessen habe, um so zu brillieren. Nichts Spezielles, doch er habe in der Nacht geträumt, dass er ein Tor erzielt und eine Vorlage beisteuert zum Sieg gegen Fulenbach.

«Dass ich jetzt sogar noch etwas mehr zum Sieg beisteuern konnte, ist einfach nur wunderschön», sagte Marthaler nach dem zweiten Cupsieg in Folge. «Ich geniesse diesen Augenblick sehr.» Kurios, in der laufenden Zweitliga-Meisterschaft erzielte der Stürmer in 17 Spielen genau so viele Tore wie im gestrigen Final. «Ich spiele jetzt schon seit gut sechs Jahren beim FC Bellach. Die Gegner sind immer etwa dieselben in der Liga. Da ist es nicht einfach, die Motivation immer hochzuhalten. Das ist in einem Cupfinal natürlich ganz anders», begründet er. «Es ist einfach grandios, dass wir den Pokal wieder holen konnten.»

Mit viel Risiko gespielt

Bellachs Trainerduo Sandro De Cubellis und Oscar Tavoletta hatten die Mannschaft perfekt auf den Finalgegner eingestellt. «Wir haben Fulenbachs Taktik genau studiert», so De Cubellis. «Sie sind in der Offensive sehr stark, hinten haben sie ihre Schwäche.» Daher spielte Bellach auf Risiko, also auf Angriff. Der ballführende Fulenbacher wurde jeweils schon früh unter Druck gesetzt, sodass kein Spielaufbau möglich war. «Durch das Pressing zwangen wir sie zu Fehlern. Und auf der anderen Seite haben wir selber sehr wenig Chancen zugelassen.»

Vierfach-Torschütze und Bellachs Matchwinner: Kevin Marthaler.

Vierfach-Torschütze und Bellachs Matchwinner: Kevin Marthaler.

In der 2. Liga steckten die Bellacher zuletzt in einer Mini-Krise. Dreimal in Folge verloren die Leberberger. Diese Baisse habe das mit vielen Routiniers gespickte Team aber gut weggesteckt, zeigte sich De Cubellis stolz: «Wir wissen um unser Potenzial. Und wenn es darauf ankommt, sind wir immer bereit.» Er freue sich für den Vierfach-Torschützen Marthaler. Dass dieser das Endspiel entscheide, sei so abgemacht gewesen, scherzte er: «Gegen Blustavia in der Liga vergab er zuletzt mehrere gute Chancen. Da sagte ich nur zu ihm, er habe sich die Tore sicher für den Cupfinal aufgespart.»

Auf den Cup fokussiert

Bellachs Captain Alban Xhema durfte den Pokal zum zweiten Mal in Folge in die Höhe stemmen. «Ich glaube, das gab es noch nie, dass ein Klub den Solothurner Cup verteidigt», dies die ersten Worte des 34-Jährigen. «Das ist nur möglich, wenn jeder für den anderen kämpft auf dem Platz. Heute hat bei uns alles gestimmt.» Das 0:1 in der 28. Minute, ein Penalty nach einem Handspiel, sei unglücklich gewesen, der Rückstand habe das Team aber nicht aus der Ruhe gebracht.

«Wir hatten mehr Ballbesitz und das Spiel jederzeit in unseren Händen. Der Sieg war absolut verdient.» In den wenigen heiklen Situationen habe die Erfahrung geholfen. Für einige der arrivierten Spieler sei es wohl der letzte Auftritt in einem Cupfinal gewesen, mutmasste Xhema. Er selber wird definitiv eine Saison dranhängen. Und den dritten Cupsieg in Serie anstreben. Aber was macht Bellach denn nun eigentlich im Cup so stark? «Wir nehmen natürlich auch die Meisterschaft in der 2. Liga ernst. Aber der Fokus lag in dieser Saison ganz klar auf dem Cup. Den wollten wir unbedingt wieder gewinnen», lautet die Antwort vom Captain.