Fussball
Kestenholz mausert sich zum Aufstiegskandidaten für die höchste Regionalliga

Ist der FC Kestenholz nach über einer Dekade in der 3. Liga reif für die Rückkehr in die höchste Regionalliga? Kurz vor dem Ende der Vorrunde heisst die klare Antwort «Ja».

Raphael Wermelinger
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FC Kestenholz

FC Kestenholz

zvg

Vor knapp 15 Jahren, am Ende der Saison 2001/02, musste sich der FC Kestenholz aus der höchsten Spielklasse des Kantons verabschieden. Seither wurden auf dem St. Peter 15 Saisons in der 3. Liga absolviert.

Zweimal klopfte Kestenholz in dieser Zeitspanne an die Tür zum Oberhaus an. 2006/07 und 2008/09 schaffte Kestenholzer den Einzug in die Promotionsrunde, musste aber beide Male den Konkurrenten den Gang in die 2. Liga überlassen.

In den vergangenen acht Jahren war der vierte Schlussrang in der Saison 2013/14 dann das beste Abschneiden der Gäuer.

So wurde der FC Kestenholz auch heuer als Aussenseiter gehandelt. Vor der Saison galten Klus/Balsthal und die zweite Mannschaft des FC Subingen, welche sich in der letzten Saison für die Aufstiegsspiele qualifizieren konnten, als Favoriten auf die Spitzenplätze. Oder der FC Niederbipp als Absteiger aus der 2. Liga.

Vor den letzten zwei Meisterschaftsspielen im 2017 lässt sich nun aber bereits konstatieren, dass der FC Kestenholz in der Gruppe 1 der 3. Liga definitiv auf dem Leaderthron überwintern wird. Sechs Punkte beträgt der Vorsprung auf Oltens «Zwöi», auf den drittrangierten FC Klus/Balsthal beträgt das Polster schon deren acht Zähler.

Noch ungeschlagen

Gratulationen zum Wintermeister-Titel habe er aber noch keine entgegennehmen können, winkt Trainer Peter Ruch ab: «Es ist noch nicht fertig. Aber es gab schon Komplimente von gegnerischen Trainern zu unseren Leistungen. Das hört man natürlich gerne.»

Die Kestenholzer gewannen acht ihrer zehn Saisonspiele, nur gegen Wolfwil und Klus/Balsthal musste sich das Team von Trainer Peter Ruch mit jeweils einem Punkt begnügen. Etwas glücklich kam der Sieg gegen den ärgsten Verfolger, die Reserven des FC Olten, zustande.

Das Spiel der vierten Runde endete 1:1-unentschieden, doch da der Stadtklub einen Spieler einsetzte, der gesperrt war, bekam Kestenholz die drei Punkte nachträglich zugesprochen. Umso souveräner waren die folgenden sechs Auftritte, in denen der FCK nur ein einziges Gegentor kassierte.

Kestenholz stellt aktuell mit acht Gegentoren in zehn Spielen nicht nur die mit Abstand beste Abwehr der Gruppe 1 - Klus/Balsthal und Winznau folgen mit je 13 Verlusttreffern auf dem zweiten Platz in dieser Statistik. Das Fanionteam des 102 Jahre alten Vereins hat mit durchschnittlich 3,4 Toren pro Spiel auch die produktivste Offensivabteilung.

Verfolger Olten II erzielte neun Tore weniger. Die zwei besten Torschützen der Kestenholzer heissen Sacha Kissling und Lukas Hauri. Beide trafen bislang achtmal ins Schwarze. Zu guter Letzt spielt auf dem St. Peter auch die laut Statistik fairste Mannschaft der Gruppe 1, kein Team hat weniger Strafpunkte auf dem Konto als der FC Kestenholz.

Trainer Peter Ruch hatte das Team zu Beginn der letzten Saison übernommen. Seine Ideen habe er dem Team natürlich nicht vom einen auf den anderen Tag einimpfen können: «In der letzten Saison war es bei uns noch ein zu grosses Auf und ab. Dies konnten wir jetzt stabilisieren, wir spielen viel konstanter.»

Die Mannschaft sei praktisch die gleiche wie im Vorjahr. Mit Daniel Bloch und Michael von Rohr verzeichnete der FC Kestenholz zwei Abgänge, welche durch das Integrieren von eigenen Junioren ins Fanionteam kompensiert wurden.

«Namen sind in der 3. Liga nicht wichtig», stellt der 57-Jährige klar. «In dieser Liga kommt man nur mit dem nötigen Zusammenhalt, einem guten Teamspirit, weiter. Bei uns hat es fast anderthalb Jahre gedauert, bis alles gegriffen hat. Jetzt ist die Handschrift erkennbar.» Er lege grossen Wert auf Respekt und Anstand auf dem Platz, untermauert Ruch.

Das Ziel vor dem Saisonstart sei gewesen, den fünften Platz aus dem Vorjahr zu verbessern. Insgeheim habe er aber schon gehofft, dass mit dem FC Kestenholz der Einzug in die Aufstiegsspiele möglich sei. Als Spass habe er an der letzten GV im Juni zu Präsident Markus Probst gesagt, dass er die GV 2018 verschieben müssen. Weil es zur Terminkollision mit den Aufstiegsspielen kommen werde. Er habe dafür von der Versammlung Gelächter geerntet.

Jetzt sind die Kestenholzer vorzeitig Wintermeister. Die Hälfte des Weges ist also zurückgelegt. Trotzdem warnt Peter Ruch: «Wir haben uns eine sehr gute Ausgangslage erarbeitet, um einen der beiden Plätze in den Aufstiegsspielen zu holen. Aber es sind noch viele Spiele. Je länger unsere Serie anhält, desto motivierter sind die Gegner, uns zu schlagen.»

In den letzten beiden Pflichtspielen des laufenden Kalenderjahres treffen die Kestenholzer nun noch auf die Reserven des FC Subingen und zum Abschluss wartet das «Gratissspiel» gegen das inferiore Schlusslicht Türkischer FC Olten, welches immer noch keinen Punkt holte und ein Torverhältnis von 3:56 ausweist.

Solothurner 3. Liga

Gruppe 1

1. Kestenholz 10/26. 2. Olten II 10/20. 3. Klus/Balsthal 10/18. 4. Hägendorf 10/16. 5. Subingen II 10/15. 6. Egerkingen 10/15. 7. Winznau 10/13. 8. Wangen a. d. A. 10/13. 9. Niederbipp 10/13. 10. Wolfwil 10/11. 11. Riedholz 10/11. 12. Türkischer FC Olten 10/0.

Der 11. Spieltag. Freitag: Olten II – Niederbipp (19.30). – Sonntag: Türkischer FC Olten – Hägendorf (13.30). Subingen II – Kestenholz. Riedholz – Egerkingen. Klus/Balsthal – Wolfwil (alle 14.00). Winznau – Wangen a. d. A. (16.15).

Gruppe 2

1. Deitingen 10/22. 2. Croatia 10/22. 3. Rüttenen 10/19. 4. Italgrenchen 10/18. 5. Gerlafingen 10/17. 6. Halten 10/16. 7. Selzach 10/12. 8. Bettlach 10/12.
9. Türkischer SC Solothurn 10/11. 10. Leuzigen 10/8. 11. Post Solothurn 10/7. 12. Zuchwil 10/4.

Der 11. Spieltag. Samstag: Zuchwil – Leuzigen. Italgrenchen – Halten (beide 17.00). Post Solothurn – Türkischer SC Solothurn. Deitingen – Rüttenen (beide 17.30). Gerlafingen – Selzach (18.30). Croatia – Bettlach (19.30).