Fussball 2. Liga inter
Keinen Druck für die Mannschaft – Kann sich der FC Olten im Spiel gegen den FC Muri durchsetzen?

Der noch sieglose FC Olten trifft am Mittwochabend, 19. September, im Nachtragsspiel der 2. Liga inter auswärts auf den FC Muri. Können dort endlich die gewünschten drei Punkte erspielt werden?

Raphael Wermelinger
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Auffällig beim FC Olten ist die Anzahl der eingesetzten Spieler – nicht weniger als 38 unterschiedliche Namen stehen bisher auf dem Matchblatt.

Auffällig beim FC Olten ist die Anzahl der eingesetzten Spieler – nicht weniger als 38 unterschiedliche Namen stehen bisher auf dem Matchblatt.

Remo Fröhlicher

Ein Punkt hat der FC Olten in der 2. Liga inter nach fünf Meisterschaftsspielen auf dem Konto. Das einzige Zählbare resultierte im Heimspiel vor anderthalb Wochen gegen Adliswil (1:1). Die Niederlagen in den übrigen vier Partien waren teilweise knapp – 1:2 gegen Freienbach und 3:4 gegen Wettingen. Chancenlos blieben die Oltner gegen den FC Wohlen II und den Nachbarn FC Wangen b. Olten. Beide Spiele gingen mit 0:3 verloren.

Auffällig beim FC Olten ist die Anzahl der eingesetzten Spieler. Nicht weniger als 38 unterschiedliche Namen figurierten bislang auf dem FCO-Matchblatt. Nicht weil der neue Trainer Ryszard Komornicki die Qual der Wahl hätte, der FC Olten ist mit der Kaderplanung schlicht zu spät dran. Da lange Zeit nicht feststand, wer der neue Trainer ist. So standen im ersten Saisonspiel gegen Wohlen vier Spieler der zweiten Mannschaft in der Startelf, auf der Ersatzbank sassen vorwiegend Junioren.

Für das zweite Saisonspiel, auswärts beim FC Freienbach, nahm Komornicki neun Änderungen in der Startformation vor. Lediglich Marco Mirarchi und Tom Lukaj liefen zum zweiten Mal von Beginn weg auf. Angreifer Hazir Zenuni kam erstmals in dieser Saison zum Einsatz. Avni Halimi, Hanier Ospina sowie Blerim Bekteshi feierten ihr Debüt im FCO-Dress. Neben diesen standen allerdings immer noch fünf Spieler auf dem Platz, die eigentlich zum Kader der zweiten Mannschaft zählen, oder gar noch bei den Junioren auflaufen.

Drei Tage später gegen den FC Wettingen präsentierte Komornicki eine weitere Neuerwerbung: Abwehrspieler Mike Billwiller, der mittlerweile seine Sachen auf dem Kleinholz aber bereits wieder gepackt hat. Ähnliches Bild Anfang September im Derby gegen den FC Wangen b. Olten. Mit Burim Hasanramaj gab der nächste Zuzug, er kam vom FC Rothrist, seinen Einstand. Komornicki musste aber immer noch auf diverse «Zwöi»-Spieler zurück-greifen.

Lizenzen sind eingetroffen

Kurz vor dem fünften Meisterschaftsspiel trafen nach langem Warten endlich die Spielberechtigungen für die Ausländer ein, welche schon seit knapp zwei Monaten auf dem Kleinholz trainieren. Gegen Adliswil liefen erstmals die drei Polen Mateusz Pankowski, Piotr Fortuna und Bartlomiej Gliniak sowie der Mazedonier Daniel Lazarovski auf. Zum ersten Sieg reichte es im Duell der Kellerkinder trotzdem nicht. Aber immerhin für den ersten Punktgewinn.

Heute Abend steht für den FC Olten das Nachtragsspiel beim FC Muri an. Dieser stand am Sonntag im Schweizer-Cup-Sechzehntelfinal gegen den Super-League-Klub St. Gallen im Einsatz (0:7). In der Liga belegt Muri mit drei Siegen, einem Unentschieden und einer Niederlage den fünften Platz. Gibts endlich den ersten Dreier für den FCO? «Wir haben keinen Druck», entlastet Komornicki seine Spieler. «Wir wussten, dass wir mit der Kaderplanung zu spät dran sind und die Vorrunde deshalb sehr hart wird.»

Im Moment ist der FC Olten handlungsunfähig – im schlimmsten Fall droht die Auflösung des Klubs

Der FC Olten ist nach den Rücktritten von Präsident Roger Grimm und Vizepräsident Jean-Robert Décaillet seit zwei Wochen ohne Führung. Ad interim wird der Klub von den ehemaligen Präsidenten Claudio Richard und Bruno Misteli geleitet.

Innerhalb der kommenden zwei Wochen wird eine ausserordentliche General-versammlung einberufen. An dieser sollen die vakanten Ämter im Vorstand neu besetzt werden. «Jemand muss es machen», stellt Richard, der sein Amt im Juli an Grimm übergeben hat, klar. Finden sich keine willigen Leute für den neuen Vorstand, droht sogar die Auflösung des Klubs.

Gestern Abend fand eine Sitzung statt mit Spielern der ersten, zweiten und dritten Mannschaft sowie den Senioren und Veteranen. Richard hoffte, dass sich der eine oder andere für einen Posten im Vorstand interessiert. «Wir werden Klartext reden. Es geht darum, den Verein am Leben zu erhalten.» Und schliesslich stehe der FC Olten wegen der grossen Nachwuchsabteilung auch in einer gewissen Verantwortung.

Den Karren aus dem Dreck ziehen

Bis zur ausserordentlichen GV ist der FC Olten handlungsunfähig. Alle Verträge mit Trainern und Spielern hat Ex-Präsident Grimm eigenmächtig unterschrieben. Womit sie ungültig sind. Cheftrainer Komornicki zum Beispiel hat für seine Arbeit noch keinen Lohn gesehen. Das wird bis zur GV so bleiben. Vorher verfügt beim FC Olten niemand über die Berechtigung, neue Verträge zu unterzeichnen.

Dies wurde den Trainern und Spielern mitgeteilt, sagt Richard: «Es gibt zwei Optionen. Entweder davonzulaufen oder den Karren aus dem Dreck zu ziehen.» Die Trainer und der Grossteil der Spieler entschieden sich bis jetzt für die zweite Variante. Wie der FC Olten in der Causa Roger Grimm weiterfährt, wird sich auch erst nach der GV zeigen. Grimm selber will sich zu seiner rund zweimonatigen Amtszeit weiterhin nicht äussern.