Para-Ski
Keine Preisgelder und viel Eigeninitiative

Christina Franz aus Deitingern holt sich an den WM im österreichischen Gossau den vierten Platz – ihre Mutter und Lehrmeisterin Erica Franz gewinnt Silber.

Jonas Burch
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Mit Schirm im Schnee: Christina (l.) und Erica Franz aus Deitingen. zvg

Mit Schirm im Schnee: Christina (l.) und Erica Franz aus Deitingen. zvg

Im österreichischen Gossau fanden dieses Jahr die WM im Para-Ski statt. Zum ersten Mal am Start: die Deitingerin Christina Franz. «Da ich nichts zu verlieren hatte, war ich auch nicht sonderlich nervös», sagt die 25-jährige locker. Am Ende reichte es für den guten vierten Schlussrang.

Mutter als Lehrmeisterin

Seit zweieinhalb Jahren betreibt die Solothurnerin die wenig bekannte Randsportart. Lehrmeisterin ist ihre Mutter Erica Franz, die in Goss-
au sogar die Silbermedaille holte. «Ich bewundere ihre Konzentration und ihre Abgeklärtheit. Man merkt, dass sie schon seit Jahren dabei ist», sagt Christina Franz.

Einen Konkurrenzkampf zwischen Mutter und Tochter gibt es aber nie, auch nicht bei Wettkämpfen oder Grossanlässen. Überhaupt sei der Umgang unter allen Athleten extrem familiär, sagt die Sport- und Geografie-Studentin. «Hier gibt es auch keine Preisgelder.»

Verband ohne Struktur

Grossanlässe finden meist in Österreich, Deutschland oder Tschechien statt. Für die Reisekosten muss Franz selbst aufkommen. «Es ist zwar eine teure Sache, aber wert ist sie es mir allemal», sagt sie. Um das Hobby finanzieren zu können, arbeitet sie nebst dem Teilzeit-Masterstudium noch als Sportlehrerin in Basel.

Eigeninitiative als Zauberwort

In der Schweiz gibt es zwar einen Para-Ski-Verband, aber weder eine eigene Liga noch geordnete Verbands-Strukturen. «Immerhin bekamen wir für die WM in Gossau vom Verband 100 Franken pro Person.»

Um für Wettkämpfe regelmässig trainieren zu können, braucht es vor allem eines: Eigeninitiative. Zurzeit trainiert Franz, wenn möglich, einmal wöchentlich beim PSC Triengen (LU). «Es gibt leider nur wenige Ort, welche die nötigen Voraussetzungen fürs Zielspringen erfüllen können.»

Für Anlässe organisieren sich die Sportler untereinander und fahren dann zusammen als Team Schweiz an die Wettkämpfe. «Aufwand hin oder her, schlussendlich steht der Spass im Vordergrund – und nichts anderes.»

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