Eishockey
Keine Gelassenheit - bloss Zuversicht beim EHC Olten

Aufgrund von drei Langverletzten reagiert Köbi Kölliker ein erstes Mal und verpflichtet nach dem verhaltenen Saisonstart vorübergehend Ruben Rampazzo vom HC Davos.

Yann Schlegel
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HR.Aeschbacher

Gelassenheit ist beim EHC Olten derzeit nicht angebracht, zuversichtliche Stimmung herrscht im Kleinholz jedoch trotz missglücktem Saisonauftakt noch immer. Nach zwei Startniederlagen im Wallis (5:10 in Visp und 3:6 in Martigny) warten die Dreitannenstädter weiterhin auf die ersten Punkte und bilden in der noch unbedeutenden Tabelle das Schlusslicht.

(Noch) Keine Nervosität

Der Druck steigt – nicht nur neben dem Eis, wo im total sanierten Kleinholz alles auf die grosse Stadioneröffnung vom 7. Oktober ausgerichtet ist. Der neben Langnau designierte Ligafavorit steht unter Zugzwang. Headcoach Scott Beattie wirkt zwar leicht angespannt, gibt sich nach zwei Niederlagen aber noch gewohnt pragmatisch: «Es sind zwei von 48 Spielen gespielt», antwortet er sowohl auf die Frage nach aufkommender Nervosität als auch dem steigenden Druck.

La Chaux-de-Fonds heisst die nächste Destination der sechs Spiele umfassenden Auswärtstournee des letztjährigen Qualifikationssiegers. Die Reise in den Neuenburger Jura bedeutet die Rückkehr an jenen Ort, wo Olten im Playoff-Viertelfinal bereits am 4. März ein abruptes Saisonende erfuhr. «Ich habe vom letzten Jahr noch immer ein brennendes Ding im Bauch», ist Beattie gegen die ebenfalls unglücklich in die Saison gestarteten Chaux-de-Fonniers auf Wiedergutmachung aus.

Doch es spiele keine Rolle was in ihm sei, es komme darauf an, was die 22 Jungs leisten werden. «Wenn sie morgen nicht bereit sind mit dem Willen dorthin zu gehen, etwas zu zeigen, dann stimmt etwas nicht», fordert Headcoach Beattie den Hunger seiner Schützlinge.

Gleich drei Langzeitverletzte

Roman Schild klebt weiterhin das Verletzungspech an den Kufen, er fällt erneut verletzt aus. Der 28-jährige, welcher bereits in den beiden letzten Saisons wegen Gehirnerschütterungen längere Zeit ausgefallen war, muss erneut mit dem Training aussetzen.

Das Sommertraining konnte Roman Schild noch problemlos absolvieren, ehe beim Eistraining die Nachwirkungssymptome einer Hirnerschütterung wieder einsetzten. Eine Untersuchung plus eine Zweitanalyse ergab nun, dass der Flügelstürmer an einer posttraumatischen Restsymptomatik im Bereich der oberen Halswirbelsäule leidet. Roman Schild hat bereits mit einer entsprechenden Therapie begonnen und wird voraussichtlich bis Ende Jahr ausfallen.

Von einer am Dolomitencup zugezogenen Hirnerschütterung zurückgeworfen sieht sich auch Tim Weber. Er fällt wie Mike Marolf – der Verteidiger leidet an einer Schulterverletzung – für längere Zeit aus.

Rampazzo nach Olten

Um die von Marolf hinterlassene Lücke zu schliessen, hat der in der Defensive ohnehin dünn besetzte EHC Olten reagiert. Mit Ruben Rampazzo (CH/ITA) verpflichtete Köbi Kölliker vom HC Davos einen 21-jährigen Verteidiger für vorerst eine Woche. «Nach zwei Spielen wird am Sonntag über seine Zukunft entschieden, er kann sich hier zeigen», so Sportchef Kölliker zum Transfer.