Solothurn/Grauholz
Kein Handball-Wunder: Grösse und Masse triumphieren

Solothurn/Grauholz verliert seinen Sechzehntelfinal im Schweizer Cup gegen Pfadi Winterthur mit 21:33. Konnte der Underdog zu Beginn noch mithalten, wurde der Klassenunterschied mit der fortlaufenden Dauer des Spiels offensichtlich.

Hans Peter Schläfli
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David gegen Goliath

David gegen Goliath

Hans Peter Schläfli

Es war David gegen Goliath, die sich in der Solothurner CIS-Halle gegenüberstanden. Nicht nur bildlich gesprochen. Denn wenn der Neuling der Nationalliga B im Schweizer Cup auf Pfadi Winterthur, den aktuellen Leader der Nationalliga A trifft, dann stehen da eben tatsächlich auch einige Zentimeter Körpergrösse und einige Kilogramm Muskelmasse mehr als gewöhnlich im Weg.

Das beeindruckte die Solothurner am Anfang nicht sonderlich. Goalie Jan Tatarinov begann mit einer Glanzparade, aber beim zweiten Angriff von Pfadi war er gegen den Schuss von Julian Krieg machtlos. Auf der anderen Seite konnte Sandro Sieber ausgleichen. Dieser Ablauf wiederholte sich, und es hiess nach 5 Minuten 2:2.

Spiel war zur Pause entschieden

So ging es munter weiter, bis Alain Blaser für Solothurn in der 12. Minute auf 4:4 ausgleichen konnte. Es war aber das letzte Mal, denn danach begann sich der Klassenunterschied immer mehr auszuwirken. Langsam aber sicher erhöhte die Winterthurer Spitzenmannschaft den Vorsprung, bis es zur Pause 9:15 stand.

In der 48. Minute kam zwar der Underdog nochmals auf 18:23 heran, aber so richtig unter Druck konnte er den Favoriten nie mehr setzen. Pfadi spulte sein Programm routiniert ab und schoss so genau, dass weder Tatarinov noch der ab und zu eingesetzte zweite Solothurner Goalie Claude Müller eine echte Chance hatten, überhaupt je an die Bälle zu kommen.

Leistungspotenzial nicht abgerufen

«Es hat Spass gemacht, vor einer so grossen Zuschauerkulisse zu spielen», sagte am Schluss Oliver Zimmermann. Er war aber nicht ganz zufrieden. In den letzten zehn Minuten fielen die Solothurner mannschaftlich etwas auseinander, was sich im hohen Resultat von 21:33 niederschlug.

«Wir hätten uns besser verkaufen können und ich bin etwas enttäuscht, weil ich persönlich besser spielen könnte», meinte die Solothurner Nummer 8. «Ich habe nie damit gerechnet, dass wir gewinnen könnten, aber es wäre doch ein viel schöneres Resultat möglich gewesen.»

Trotzdem: Lob von Heimkehrer Marco Kurth

Auf der anderen Seite hatten die Winterthurer trotz reduziertem Aufwand ihr Ziel ohne grössere Probleme erreicht. Rückraumspieler Marco Kurth, 138-facher Nationalspieler aus Biberist, liess es sich nicht nehmen, bei seiner Rückkehr in heimische Gefilde die beiden Penaltys zum 9:6 und 10:6 für Pfadi zu schiessen.

«Es war nicht locker, aber schön», meinte Kurth, «und es war schon speziell, wieder einmal in der Halle zu sein, in der ich bis 16 trainiert und gespielt hatte.» Er lobte Solothurn für das gute Spiel. «Die drei jungen Rückraumspieler haben mir sehr gut gefallen. Wenn man die weiter fördert, könnten sie es noch weit bringen.»