Am Samstag hat Wendy Lippuner mit Seraina Bracher Gelegenheit, am Finalturnier der Region Solothurn das zu schaffen, was ihr im Aargau bereits zweimal gelungen ist: den Kantonalmeistertitel zu holen.

Schon letztes Jahr waren die beiden nahe dran, doch im Final erwiesen sich Bitzi/Huber als stärkeres Duo. «Der grösste Gegner ist heuer zwar nicht mehr auf der Tour dabei, dafür …», zögert sie einen Moment, seien jetzt Senn/Schneider dazugekommen. Letzte Saison spielte Denise Schneider noch auf der A-Tour und bestritt vornehmlich nationale Turniere. Logisch, dass sie, eine Stufe tiefer bei den B1-Turnieren der verschiedenen Regionen, mit Partnerin Daniela Senn jeweils zu den Favoritinnen zählt. Das ist heute in Olten nicht anders, und für Lippuner führt der Weg zum Turniersieg ganz klar über die beiden Aargauerinnen. «Sie sind zwei komplette Spielerinnen, haben ein sicheres Auftreten und sind zu Recht als Nr. 1 gesetzt.»

Warum keine Topleistung?

Andererseits sei es ihr in Olten immer prima gelaufen, blickt Lippuner auf die Auftritte an ihrem Heimturnier zurück. Weshalb sollte es nicht auch heute klappen mit einer Topleistung? «Wir hoffen es natürlich», lacht sie, «wir steigen sicher optimistisch ins Turnier.» Den Final zu erreichen, schiebt sie nach, «wäre sicher cool.»

Fehlendes Selbstbewusstsein

Es kommt nicht von ungefähr, dass sich Lippuner, die seit einem Jahr in Olten wohnt, nur bedingt optimistisch gibt. Dieses Jahr läuft es nicht ganz nach den Vorstellungen des Duos. Von den Resultaten her ist man zwar nicht weit vom Abschneiden 2012 entfernt, «doch vom Gefühl her spielen wir schlechter. Wir sind unsicher, das Selbstbewusstsein fehlt, und das spiegelte sich häufig in Halbfinalniederlagen wider».

«Ein Moment, der gutgetan hat»

Erst sporadisch hätten sie heuer eine optimale Leistung abrufen können. Unter anderem beim Turniersieg in Menziken. «Da haben wir einen Satz vom 10:13 zum 15:13 drehen können und den Final gewonnen.» Dieser Sieg, das sei ein Moment gewesen, der sehr gutgetan habe, so die 27-jährige Studentin der Pädagogischen Hochschule, die zurzeit nebenbei viel in der Administration eines Altersheims arbeitet.

Gesundheitliche Probleme bei Lippuner

Weniger gut meint es zuweilen der Körper mit der Oltnerin. Bereits mit 17 Jahren kam sie beim VBC Münchenbuchsee zu Einsätzen in der NLB, ehe sie für Solothurn und Schönenwerd in der 1. Liga spielte. Die Belastungen aus dieser Zeit bekam Lippuner immer stärker zu spüren. So entschied sie sich, die Unterlage zu wechseln und fortan Beachvolleyball zu spielen. Zur Kräftigung der Hüft- und Rückenpartien traininert sie im Winter im Kraftraum, hinzu kommen die Einheiten mit Seraina Bracher in der Beachvolleyball-Halle in Aarau.

Ihre Beachpartnerin ging ebenfalls der Verschleisserscheinungen wegen den Weg hin zum Beachvolleyball. Die Schmerzen in der Schulter sind zeitweise so stark, dass sie eine Operation nicht mehr ausschliesst. Damit wäre ein Weiterbestehen des Duos zumindest infrage gestellt. Doch Lippuner würde gerne weitermachen. Am liebsten als Solothurner Meisterin.