Wintercup

Kajak-Fahrer trotzen Kälte: Indianer kennen keinen Schmerz

Am Kajak-Wintercup in Solothurn werden die einheimischen Favoriten Melanie Mathys und Robin Häfeli ihren Rollen gerecht. Sie dominierten die Konkurrenz und gewannen souverän das Rennen ihre Kategorie.

Die Föhnwalze über dem östlichsten Ausläufer des Bucheggbergs öffnete ein kleines Fenster für die Sonne und die Aare verwandelte sich in einen glitzernden Silbersee. Indianer kennen laut dem bekannten Buch von Karl May «Der Schatz im Silbersee» keinen Schmerz.

Die Kajakfahrer auch nicht: In kurzen Hosen – teils sogar barfuss – versammelten sich die Teilnehmer des 26. Wintercups, um bei einer Temperatur von gerade einmal fünf Grad beim Bootshaus der Solothurner Kajakfahrer einzuwassern.

Am Start waren auch internationale Medaillengewinner wie die 25-jährige Europameisterin Melanie Mathys aus Solothurn und der 18-jährige Silbermedaillengewinner der Junioren-WM 2019, Robin Häfeli aus Langendorf.

Belohnung für grossen Aufwand 

«Für mich ist der Wintercup eine willkommene Abwechslung zum harten, manchmal etwas eintönigen Ausdauertraining. Mir fehlt im Winter das Wildwasser und da geniesse ich die tolle Stimmung am Wintercup umso mehr», beschrieb Häfeli seine Motivation. Sein Ziel sei es, zu gewinnen. Dann stieg er in sein Kajak und dominierte das Rennen wie versprochen vom Start bis ins Ziel souverän.

Kein Wunder, bei dem grossen Aufwand, den das Talent betreibt. Zweimal pro Woche trainiert er am Morgen um halb acht Uhr auf der Aare. «Nächstes Jahr will ich am Weltcup und an der WM schauen, ob ich bereits mit der Elite mithalten kann», beschreibt Robin Häfeli seine nächsten Ziele. Er freue sich schon jetzt auf die Reise in die USA, wo er als 18-Jähriger nun in der Kategorie U23 starten wird.

Viele Zuschauer auf den Solothurner Brücken feuerten die zahlreichen Kanuten, Stand-up-Paddler (SUP) und Drachenboote aus der ganzen Schweiz an. Und auch Melanie Mathys erfüllte ihre Favoritenrolle, indem sie das in zwei Runden und über 6,6 Kilometer durch die Solothurner Altstadt bis zum Wendepunkt unter der Rötibrücke und zurück zu Start und Ziel geführte Rennen bei den Frauen mit Abstand dominierte.

Spektakuläre Stand-up-Paddler

Der seit vielen Jahren durch «Mister Wildwasser» Reto Schläppi und den Solothurner Kajakfahrern erfolgreich organisierte Wintercup entwickelt sich stetig weiter. Erstmals waren diesmal auch die Stand-up-Paddler mit einer grösseren Gruppe vertreten, und diese boten ein Spektakel für sich.

Der Thuner Sandro Kenger feierte seinen Zieleinlauf mit einem Kopfstand auf dem SUP. Wohlverstanden: Noch auf der Aare und darüber hinaus mit dem Risiko, ins eiskalte Wasser zu fallen.

Weiter geht es mit dem 26. Wintercup in zwei Monaten – genauer gesagt am 25. Januar 2020 – mit dem zweiten Rennen in Basel. Beim grossen Finale am 1. März in Brugg werden dann ein Sprint und ein klassisches Rennen ausgetragen.

Meistgesehen

Artboard 1