Am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Burgdorf drehte Philipp Fankhauser seine Abschiedsrunde. Auf Einladung des Veranstalters nahm Wiler-Ersigen am Festumzug teil. Fankhauser sass am Steuer des Traktors und pilotierte den Wagen in den Vereinsfarben durch den Ort bis vor die Emmental-Arena. Für den Sohn, der aus einer Landwirtschaftsfamilie stammt, ein Kinderspiel.

Präsentation der Wiler-Spieler

Präsentation der Wiler-Spieler

Im Anschluss präsentierte sich die Mannschaft in einem Festzelt ihren Anhängern. Der neue Trainer Johan Schönbeck, die neuen Ausländer Tatu Väänänen und Isaac Rosèn hatten ihren ersten grossen Auftritt vor Schweizer Publikum. Für Philipp Fankhauser war es vorläufig der letzte. Während für seine Mitspieler die Phase mit dem Feinschliff beginnt, macht sich der 23-Jährige daran, die Koffer zu packen.

Für vier Monate weg

Fankhauser fliegt in zwei Wochen nach Australien. In Perth absolviert er ein viermonatiges Praktikum auf einer Farm. Als Agronom wird er an der Westküste Einblicke in die dortige Landwirtschaft erhalten. Die Motivation, weshalb der Utzenstorfer ans andere Ende der Welt reist, hat nicht ausschliesslich einen beruflichen Hintergrund. Fankhauser sehnt sich nach einem Tapetenwechsel. «Das letzte Jahr mit Unihockey, Studium und Arbeiten hat viel Substanz gekostet.» Mit der Nationalmannschaft bestritt er die WM im eigenen Land, mit Wiler-Ersigen erlebte er eine schwierige Saison und dem frühen PlayoffAus. Gleichzeitig schloss er sein Agronomie-Studium ab und trat bei der Schweizerischen Zentralstelle für Gemüsebau die Stelle als stellvertretender Geschäftsführer an.

Schweden war ebenfalls ein Thema

Mit dem Abstecher in die südliche Hemisphäre legt der talentierte Stürmer seine Unihockey-Pläne auf Eis. Zumindest kurzfristig. Im Raum stand ein Wechsel nach Schweden. Mit einem Engagement in der besten Liga hätte Fankhauser seiner Laufbahn neuen Schwung verleihen können. Stattdessen hat er bei Wiler für zwei weitere Saisons unterzeichnet. «Es war letztlich eine Entscheidung zwischen Beruf und Sport, zwischen Norden und Süden, zwischen etwas Bekanntem und etwas Neuem», erklärt Fankhauser. Er wird in den kommenden Monaten aus dem bewährten Muster ausbrechen können und, wie er sagt, seinen Horizont erweitern.

Playoffs bei Rückkehr

In Perth erwartet ihn ein Betrieb mit einer Fläche von 3400 Hektaren, eine fünfköpfige Familie, der australische Sommer und grosse Hitze. Brauchbare Tipps über den Way of Life in Down Under bekommt Fankhauser von Thomas Balsiger mit auf den Weg. Der Vereinspräsident ist ein ausgesprochener Australien-Kenner. Heiss wird auch die Phase, wenn Philipp Fankhauser im Januar in die Schweiz zurückkehrt. Als Wiedereinstieg warten auf ihn die Playoffs.