Laufsport
Jura-Top-Tour: Regionale Fragezeichen vor dem Auftakt

Martina Strähl visiert am heutigen Tüfelsschluchtlauf den 39. Kategoriensieg in der Jura-Top-Tour an. Sie ist wie schon in den letzten Jahren die klare Favoritin.

Michael Forster
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Wie immer fällt heute Abend mit dem Tüfelsschluchtlauf in Hägendorf der Startschuss zur Jura-Top-Tour.

Wie immer fällt heute Abend mit dem Tüfelsschluchtlauf in Hägendorf der Startschuss zur Jura-Top-Tour.

HR.Aeschbacher

Wie immer in den letzten Jahren, als Berglauf-Spezialistin Martina Strähl Hägendorf ihre Aufwartung machte, gibt es auch heuer über die Vergabe der Favoritenrolle im Frauenrennen nichts zu diskutieren. Trotz einer zweiwöchigen hartnäckigen Erkältung steigt die Wasserämterin, welche in diesem Frühjahr unter anderem mit einer persönlichen Bestzeit auf der Strasse über 10 km glänzte, als klare Siegesanwärterin Nummer 1 in den Tüfelsschluchtlauf.

Die dreifache Berglauf-Europameisterin und siebenfache Siegerin des Schluchtlaufs wird neben dem heutigen Auftakt in die Jura-Top-Tour noch weitere Bergläufe als Vorbereitung auf die Langstrecken-WM im Berglauf in Zermatt vom 4. Juli absolvieren; umso mehr diese WM im Wallis vom Internationalen Verband erstmals als offizielle Weltmeisterschaft anerkannt wird. «Ich fühle mich sehr gut und bin wieder fit», gibt Strähl nach ihrem gesundheitlichen Tief Entwarnung, «die Freude und die Lust auf schnelle Zeiten sind gross.

Im Herbst möchte ich, wenn möglich, einen schnellen Marathon bestreiten, um mich für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro 2016 im Marathon zu qualifizieren», so Strähl weiter. Erste Verfolgerin der (noch) 27-jährigen Oekingerin dürfte auch in diesem Jahr Bernadette Meier sein. Die Vorjahreszweite will nach der Berglauf-EM in Porto ihre internationale Karriere beenden.

Mit Bailly – aber ohne Kyburz

Hinter Meier streiten sich die Baselbieterin Bettina Steiger oder die beiden Berner Oberländerinnen Corinne Zeller und Andrea Huser um den letzten Podestplatz. Inwiefern Petra Eggenschwiler in den Dreikampf eingreifen kann, wird sich zeigen. Die Laupersdörferin hatte lange Zeit mit Oberschenkelproblemen zu kämpfen, versucht jetzt aber dennoch in Hägendorf ihr Glück. «Für einen Berglauf sollte mein Gesundheitszustand reichen», stellt sie fest, obwohl sie in den letzten Wochen das Laufen jeweils nur zwei- bis dreimal, während höchstens einer Stunde, trainieren konnte. «Dass ich in den Bereich der persönlichen Bestzeit laufen kann, das glaube ich aber nicht.»

Relativ offen präsentierte sich die Ausgangslage bei den Männern – bis sich am Mittwoch Gilles Bailly anmeldete und damit, kurzfristige Nachmeldungen ausgeschlossen, als Favorit an den Start gehen wird. Dies deshalb, weil am Tüfelsschluchtlauf in diesem Jahr zwei bekannte schnelle Namen fehlen werden: Vorjahressieger und OL-Weltmeister Matthias Kyburz sowie Christian Mathys.

«Ich weile zu diesem Zeitpunkt mit der Nationalmannschaft im Trainingslager in Norwegen und Schweden», war von Kyburz bereits anlässlich der Strassenlauf-SM in Uster zu vernehmen. Der letztjährige Zweite, der Zuchwiler Schweizer Berglaufmeister von 2011 und 2014, Christian Mathys, musste dem Veranstalter ebenfalls eine Absage erteilen. Der Swisspilot weilt beruflich im Ausland.

Viel Potenzial aus der Region

Zu beachten gibt es im Männerrennen sicher Martin von Känel, der am Berg, trotz seiner bereits 48 Jahre, noch immer zu den Besten seines Fachs gehört. Doch auch aus regionaler Sicht stehen heute Abend einige interessante Athleten im Einsatz. Allen voran der frühere Obergösger Severin Widmer oder der Egerkinger Sium Zerehannes vom TV Olten. Widmer sieht sich zwar im Vergleich zu den Vorjahren, nach gesundheitlichen Problemen, leicht im Rückstand, und doch ist dem Weltklasse-Inlineskater, der in dieser Saison voll auf den Laufsport setzen will, auf dem Allerheiligenberg eine Topplatzierung zuzutrauen.

Zudem wird sich zeigen, welche Fortschritte Zerehannes im Winter erzielen konnte. Im letzten Jahr zeigte sich der Eritreer am Schluchtlauf vor allem auf der ersten Schlaufe im Dorf ganz stark, büsste dann aber in der Schlucht entscheidend an Zeit ein. Mit Patric Wyss (Olten) und Cyrill Kobler (Neuendorf) sind weitere aussichtsreiche Regionale am Start.