Snooker
Junior Marvin Losi gleich zwei Mal an der SM auf dem Podest

Der in Grenchen wohnhafte Losi vom Medala Sports Zofingen überzeugte an den Schweizer Meisterschaften in Bern: Im Feld der Junioren platzierte sich der 16-Jährige auf dem zweiten Rang, bei der Elite holte er überraschend die Bronzemedaille.

Michael Schenk
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Nicht nur bei den Junioren gut drauf: Der 16-jährige Marvin Losi spielt auch bei der Elite an der Spitze mit. Schenk

Nicht nur bei den Junioren gut drauf: Der 16-jährige Marvin Losi spielt auch bei der Elite an der Spitze mit. Schenk

Als Mitfavorit auf den Titel angetreten, strauchelte der Aargauer Pascal Camenzind aus Auw an der Snooker-Schweizer-Meisterschaft in Bern schon in der ersten Runde überraschend an Thomas Faoro. So war es der für Madela Sports Zofingen startende Marvin Losi, der als Junioren-Meister die kantonalen Kohlen aus dem Feuer holte. Selbst wenn der 16-Jährige mit seiner Familie in Grenchen lebt. Der Titelverteidiger schaffte es heuer zwar nicht zuoberst aufs Podest – aber zwei Mal aufs Podest. Im Feld der Junioren gewann er die Silbermedaille. Im Halbfinal der Männer unterlag er dem nachmaligen Vizemeister Tom Zimmermann. «Die Spiele zwischen uns sind immer umstritten – einmal gewinnt der, einmal der andere», so Losi. Diesmal war es der Luzerner. Enttäuscht sei er ob der Niederlage nicht, hielt Losi fest. «Höchstens darüber, dass ich gleich mit 0:4 unterging.»

Das Erreichen der Top-Vier, respektive der dritte Schlussrang bei der Elite, ist freilich als Erfolg für den jungen Zofinger Snooker-Spieler zu werten. Dies, nachdem er im Vorjahr bei seinem ersten Start im Feld der Aktiven noch in der ersten Runde ausgeschieden war. «Der Halbfinal war mein Ziel – auf den Final hatte ich gehofft», sagt Losi. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, kann man da nur sagen. Marvin Losi, der von sich sagt, dass er «schon immer gern mit Bällen gespielt hat», kam vor fünf Jahren durch seinen Vater mit Snooker in Kontakt. «Wir gingen oft zusammen Billard spielen und einmal wollte ich es auf dem grossen Tisch versuchen», erinnert er sich. Das Spiel hat ihm sofort mehr zugesagt, als das klassische 9er-Ball. «Beim Snooker ist es nicht möglich, ein Spiel mit einem Ball zu entscheiden, nachdem man zuvor vielleicht gar nichts getroffen hat.» Diese Wettkampfform sage ihm mehr zu.

Selbst wenn derzeit alle anderen Snooker-Spieler im Land im Schatten des bald 17-jährigen Baselbieters Alexander Ursenbacher stehen, so ist Marvin Losi doch überzeugt, dass er es in seinem Sport noch weit bringen kann. «Ich bin kein Profi», sagt er. Aber werden will er es. Vorerst aber beginnt er im Sommer eine Ausbildung zum Spengler. Nichtsdestotrotz trainiert der Grenchner drei bis vier Mal pro Woche während rund 15 Stunden – und das soll auch so bleiben. Dazu kommen die Turniere am Wochenende. «Ich möchte einmal vom Snooker leben können», so der Junioren-Vizemeister. Freilich erachte er, und vor allem wohl auch seine Eltern, es als gescheiter, erst noch eine «normale» Ausbildung zu machen. «Man weiss ja nie, was passiert.»

Genau. Schliesslich können nur die 32 Besten der Welt wirklich sehr gut vom Spiel mit dem Queue und den 15 roten und sechs farbigen Bällen, die abwechselnd versenkt werden müssen, leben. Und bis dahin ist es für den Spieler noch ein weiter Weg. Auch wenn er, wie er richtig konstatiert, «noch viel Zeit hat».

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