Profifussballer haben zu viel Freizeit, die sie hauptsächlich beim Gamen mit der PlayStation totschlagen – sagt man so. «Ich spiele auch ab und zu, wie alle meiner Generation», gibt Janick Kamber mit einem Lachen zu, aber sein Lebensinhalt sei das nicht. Er habe ein Fernstudium in Betriebsökonomie absolviert. «Ich schreibe jetzt meine Abschlussarbeit und helfe auch gerne im Betrieb meines Vaters mit. Mit dem Lohn, den der FC Biel zahlt, komme ich zwar gut aus, aber ich habe sportliche Ambitionen und werde alles dafür geben, dass ich wieder zurück in die Super League komme», meint der Mümliswiler, der mit seiner Freundin ganz in der Nähe seines Elternhauses wohnt.

Bereits ein Routinier

Obwohl er erst 22 Jahre alt ist, wird Janick Kamber bereist als Routinier wahrgenommen – nicht nur wegen seinen ersten weissen Haaren. Seit dem Sieg im Final an der U17-Weltmeisterschaft in Nigeria kennt man ihn in der ganzen Schweiz. «Der WM-Titel war nicht nur ein tolles Erlebnis, er ist bis heute ein Türöffner für mich», sagt der offensive Mittelfeldspieler, der schon schwierige Zeiten durchlebt hat. Im Juni 2013 verletzte er sich ausgerechnet in dem Moment schwer am Knie, als er mit Lausanne den Vertrag verlängern wollte – und war plötzlich arbeitslos.

Positive Lösung für alle

Er nutzte die freie Zeit, um in Solothurn auf der Aare die Bootsführerprüfung abzulegen und vor allem liess er sich nicht aus der Ruhe bringen, sondern baute seine Form langsam und sorgfältig wieder auf. «Im November wäre ich wieder einsatzfähig gewesen und war froh, dass ich beim FC Biel mittrainieren durfte, obwohl ich damals noch keinen Vertrag hatte. Daraus sind Gespräche entstanden. Ich hatte mich bereits in die Gruppe eingelebt und so war das eine positive Lösung für alle, als ich vom FC Biel engagiert wurde.»

Auf die Schnelle keine Wunder

Nun läuft es dem FC Biel nicht gerade gut. Der letzte Sieg datiert vom 7. Mai. In sieben Spielen holten die Seeländer diese Saison erst zwei Punkte. «Ja, wir sind in einer delikaten Situation und der Erste, der dran glauben muss, ist dann immer der Trainer», sagt Janick Kamber zur Entlassung von Hans-Peter Zaugg. «Das kam nicht überraschen, es war absehbar, auch für Zaugg selber.

Mit Jean-Michel Aeby haben wir wieder einen sehr guten Trainer bekommen. Er hat neue Inputs gebracht, aber auch er kann keine Wunder vollbringen und muss mit den Spielern arbeiten, die ihm zur Verfügung stehen. Nun gilt es für uns gegen Wil ernst. Wir werden sehen, was Aeby in den vergangenen zehn Tagen bewirken konnte.»