Nach dem klaren Sieg vom Vortag schien alles angerichtet für den Finaleinzug am Sonntag in Biglen. Doch wie schon vor Wochenfrist sorgten die freundlichen Gäste für einen frühen Energieschub beim angeschlagenen Gegner. 25 Sekunden hatte es damals bis zur Führung des Heimteams gedauert, diesmal immerhin 65 Sekunden – ehe Captain Väänänen einer der seltenen Fehler unterlief und die Tigers profitieren konnten.

Nun glaubten die Tigers natürlich erst recht an sich und konnten in der ersten Überzahl des Spiels gleich nachdoppeln. Als dann im Mittelabschnitt der Schwede Anton Samuelsson auf 3:0 erhöhte, schien die Partie entschieden, zumal die Gäste gar nie richtig ins Spiel kamen.

Ausgerechnet die dritte Linie gab dann den Impuls zu Aufholjagd mit dem ersten Treffer nur Sekunden nach dem dritten Gegentor. Die Aufholjagd setzte sich über ein weiteres Tor der dritten Formation, einen verschossenen Penalty der Gastgeber (der auch keiner war) fort über zwei Powerplay-Treffer bis zum 4:4 nach zwei Dritteln.

Weiteres Unheil kündigte sich an, als mit Adrian Zimmermann der Center der bislang überragenden zweiten Linie verletzt raus musste. Die Wiler Trainercrew musste nun umstellen und reduzierte zuerst auf 2 Linien, ehe ab dem Schlussdrittel wieder drei Linien gefunden waren. Dennoch gingen die Tigers durch ein weiteres Verteidiger-Tor nochmals mit 5:4 in Führung.

Der Finne Ville Lastikka (r.) entschied mit seinen Toren das Spiel.

Der Finne Ville Lastikka (r.) entschied mit seinen Toren das Spiel.

Doch Wiler hatte eine Antwort parat und die hiess einmal mehr Ville Lastikka. Der 20 jährige Finne erzielte zuerst den 5:5 Ausgleichtreffer und kurz vor Schluss den Siegtreffer ins Superfinal-Glück. Dazwischen hatte Fankhauser seinen ersten Treffer in der Serie erzielt, der durch die Tigers aber egalisiert werden konnte.

Samstag-Tigers verlieren den Fokus

Gleich mit 11:2 hatte Wiler am Samstag in Spiel 3 die Tigers besiegt. Die Gäste, welche im Startdrittel dank zwei Beer-Toren (eines davon in Überzahl) noch auf die Überraschung hoffen durften, nahmen sich im Mittelabschnitt gleich selbst aus dem Spiel. Klar waren die drei Strafen in Serie hart, doch im Startdrittel hatte es auch den SVWE zweimal erwischt. Doch den Ausraster von Goalie Furrer (2, plus 10 Minuten) mussten die Schiris bestrafen.

Dabei hatte es ja erst 4:2 für den SVWE gestanden, als Furrer sein Blackout hatte. So aber lenkte er die Emotionen der Gäste in die falsche Richtung, die sich nun als Kollektiv als «Opfer» sahen, jeden Schiedsrichterentscheid kommentierten und in die Zweikämpfe mit Frust und Fouls stiegen.

Weitere Powerplays und Tore für den SVWE waren die Folge, wobei sich der Finne Ville Lastikka erneut in den Vordergrund spielte. Mit zwei Toren und zwei Assists war er an vier der ersten sechs Tore beteiligt. Zur Belohnung durfte Lastikka kurz nach Beginn des dritten Drittels vorzeitig die Beine hoch lagern. Andere konnten dafür noch Selbstvertrauen in Form von Toren tanken.

In der dritten Linie, bei der sich Sebek die Nomination mit dem Treffer zum 3:2 verdiente, trafen alle Stürmer, und die erste Formation, die in Spiel 2 leer ausgegangen war, produzierte diesmal wieder.

Damit steht der SVWE zum zweiten Mal nach 2015 im Superfinal und trifft dort am 22. April in der Swiss-Arena in Kloten wie schon bei der Premiere auf Alligator Malans, das Titelverteidiger GC ebenfalls mit 4:0 in der Serie eliminierte.