Im Kampf vergisst ein Karateka, dass es noch eine Welt ausserhalb des Tatamis gibt. Das Adrenalin geht hoch und bei jedem Angriff ist ein lauter Schrei zu hören. Das gabs am Sonntag in der Solothurner CIS-Halle gleich auf sechs Tatamis nebeneinander – das war intensiv, auch für die Zuschauer. Zum dritten Mal organisierte der Solothurner Karateklub bereits ein grosses Turnier der Junior Karate League. Und das Turnier wurde zu einem grossen Erfolg: 250 Knaben und Mädchen waren angemeldet, was 589 Nennungen bedeutete. Damit alle jungen Karatekas mindestens zwei Einsätze hatten, gab es dazu in jeder Kategorie ein Trostturnier. Für die rund 60 Mitglieder des Solothurner Hoitsugan Kyokai stellte das eine grosse Herausforderung dar.

Zwei Disziplinen im Programm

Hoitsugan Kyokai. Das klingt fast schon ein wenig furchteinflössend. «So bezeichnet man eigentlich nur den Ort, wo man zum Trainieren zusammenkommt», erklärte Diana Hoxha den Namen ihres Karateklubs, der das Turnier mit zwei Karate-Disziplinen organisierte. Zunächst zeigten die Nachwuchskämpferinnen und -kämpfer mit der traditionellen Kata ohne Gegner, wie geschmeidig sie im Training die Bewegungsabläufe des Karates bereits beherrschen. Danach ging es mit dem Kumite-Turnier weiter. Das Ziel ist es dabei, die Treffer nur anzudeuten aber den Gegner nicht wirklich zu schlagen.

Treffer nicht zu vermeiden

Dass es trotzdem ab und an zu harten Treffern kam, ist natürlich im Eifer von Angriff und Gegenangriff nicht zu vermeiden. «Es kann manchmal schon etwas wehtun, aber das gehört dazu, sonst wäre es ja kein richtiger Kampfsport», erklärte Diana Hoxha von der Turnierleitung. «Meistens ist es nur ein kleiner Schock, aber das stecken sie rasch weg.» Mit einer kleinen Beule oder einem blauen Fleck müssen also die jungen Karatekas rechnen, aber wirklich verletzt wurde am Sonntag keiner.

Solothurner auf dem Podest

Die Turniere der Junior League sollen den jungen Einsteigern erste Erfahrungen ermöglichen, damit sie später in der Swiss League erfolgreich abschneiden. Der Höhepunkt aus Solothurner Sicht folgte ganz zum Abschluss auf dem Tatami 4, wo mit Alessio Vanacore und Joël Koller zwei Solothurner im Final der Kategorie U14 Kumite aufeinandertrafen. Man spürte, dass sich die beiden aus den Trainings bestens kennen und so entwickelte sich ein ausgeglichener und intensiver Kampf. Sieger Joël Koller konnte rasch zwei Punkte für sich buchen, hatte dann aber in den letzten Sekunden grosse Mühe, die wilden Angriffe von Alessio Vanacore abzuwehren. Mit Ergün Cimen eroberte in der Kategorie U12 ebenfalls ein Solothurner den ersten Platz.