Jugend und Spektakel lauteten die Devisen bei der Zusammenstellung der Mannschaft. Neun Spieler des 12-Mann-Kaders feierten im April mit dem TVS bereits den Gewinn der Silbermedaille. Auf der Position des Zuspielers setzen die Schönenwerder weiterhin auf die beiden jungen Spieler Reto Giger und Leon Dervisaj. Auch mit dem Aushängeschild und Captain Jan Schnider sowie den Teamstützen Leandro Gerber, Noah Eichenberger und Christoph Hänggi wurden die Verträge verlängert. Christopher Frame und Lorenz Eichhorn, welche in der vergangenen Spielzeit bei Teileinsätzen erstmals NLA-Luft schnuppern durften, figurieren jetzt fix im Kader der ersten Mannschaft.

Für einen Strategiewechsel entschieden sich die Schönenwerder auf der Position des Liberos. «Wir setzen nur noch auf einen Libero», erklärt Sportchef Daniel Bühlmann, «das gibt uns mehr Möglichkeiten auf den anderen Positionen.» Zwei gute Liberos könnten in seinen Augen zu unnötigen Spannungen führen. Über die Klinge springen muss Etienne Hagenbuch – Routinier Marco Heimgartner erhielt den Vorzug gegenüber dem 20-Jährigen. Hagenbuch ist einer von fünf Abgängen. Fabian Brander wechselt zum Schweizer Meister Lugano und Daniel Bossart beendet seine NLA-Karriere. Der 37-Jährige wird durch Rückkehrer Simon Hofstede ersetzt, der in der letzten Spielzeit in der NLB für Voléro Zürich auflief.

Ein Australier für das Spektakel

Getrennt hat sich Schönenwerd von den beiden Ausländern Fran Peterlin und Marcin Malicki. Der Kroate Peterlin wusste in der letzten Saison zwar zu überzeugen – der TVS hätte ihn gerne behalten –, doch er spielt auf der falschen Position: «Mit Schnider, Gerber, Eichhorn und Florian Lier, der nach seiner Verletzungspause zurückkehrt, sind wir auf der Annahme-Position sehr gut besetzt», erläutert Sportchef Bühlmann die Strategie. Etwas anders sind die Gründe für den Abgang von Marcin Malicki. Es habe sich gezeigt, dass ein Ausländer als Halb-Profi eine schlechte Variante sei, so Bühlmann.

Zum ersten Saisonspiel wird es bei den Schönenwerdern also lediglich ein wirklich neues Gesicht zu bestaunen geben: Das vom 21-jährigen Australier Jordan Richards, der in der letzten Saison in Holland den Meistertitel holte. Im Gegensatz zum soliden, aber eher unauffälligen Kroaten, ist Richards laut Bühlmann ein Spektakel-Spieler: «Er wird wahrscheinlich weniger effizient spielen als Peterlin, dafür bringt er mehr Emotionen ins Spiel – und genau das brauchen wir», freut sich Bühlmann über die Neuverpflichtung. Richards figuriert im erweiterten Kader des australischen Nationalteams und hat gute Karten, Ende August an der WM teilnehmen zu dürfen.

Obwohl das Team auf dem Papier viel Erfahrung verloren hat, bleibt das Saisonziel unverändert, wie Bühlmann ausführt: «Das Ziel ist wiederum die Qualifikation für einen Final. Der Playoff-Final wäre wohl trotz letztjähriger Teilnahme ein vermessenes Ziel.»