Schwingen
Jubiläumsfest fällt dem Sturm zum Opfer

Die 60. Ausgabe des Weissenstein-Schwingets musste wegen starken Regens und Windböen im dritten Gang abgebrochen werden.

Armin Leuenberger
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Ein Helfer des Weissenstein-Schwingets vor der leeren Tribüne. LEU

Ein Helfer des Weissenstein-Schwingets vor der leeren Tribüne. LEU

bz Basellandschaftliche Zeitung

Mitfavorit Bruno Gisler, der Seeländer Florian Gnägi und Schwingerkönig Kilian Wenger, dazu ein weiterer Schwinger, hatten die beiden ersten Gänge sicher gewonnen. Der dritte Gang war noch nicht beendet, als der Regen immer heftiger auf die Schwingarena prasselte und die orkanartigen Winde mit immer grösserer Geschwindigkeit über die Kreten des 1284 Meter über Meer gelegenen Weissensteins peitschten. Da trat, nicht zuletzt auf Intervention einiger Spitzenschwinger, das OK, das Einteilungskampfgericht sowie der fast vollzählig anwesende Zentralvorstand des Eidgenössischen Schwingerverbandes zur Beurteilung der Lage zusammen. Nach kurzer und unbestrittener Beratung fällte man in Anwesenheit von Werner Jakob, dem technischen Leiter des Eidgenössischen Schwingerverbandes, die klare Entscheidung: Wettkampfabbruch.

«Es Kafi oder ä Suppe mit Spatz»

Die meisten der über 2500 Zuschauer zeigten für den Entscheid Verständnis. Vor dem Abbruch war die Reihe allerdings an der Platzspeakerin, welche ihren Humor trotz des miserablen Wetters nicht verloren hatte. «Liebi Schwingerfründe, s’isch nid grad so fründlech hie obe uf äm Wiissestei. Göt ir Feschthütte äs Kafi oder ä heissi Suppe mit Spatz go nä», forderte sie die Zuschauer auf.

Matthäus Huber, Schwingerlegende und Teilnehmer an über 250 Schwingfesten meinte: «So etwas habe ich in meiner langen Karriere nie erlebt.» Auch Heinz Lehmann, der ehemalige Solothurner «Eidgenosse», kann sich nur an einen Abbruch erinnern, als ein Unwetter in Muri AG am Mittag den halben Schwingplatz unter Wasser setzte. «Da haben wir die restlichen drei Gänge eine Woche später geschwungen.» Schade ist die Sache für die Organisatoren unter der Leitung von Michael Guldimann, welche für den 60. Jubiläumsanlass auf dem Weissenstein keine Arbeit scheuten.

Keine Neuauflage in diesem Jahr

Stefan Strebel, der neue technische Leiter des Nordwestschweizer Schwingerverbandes begründete den Abbruch wie folgt: «Die Sicherheit der Besucher und Schwinger steht über allem. Der heftige Wind hat bereits beängstigend am Presse- und Speakerturm sowie an einer Tribüne gerüttelt. Wir mussten handeln.» Wie es weitergeht, war zunächst unklar. Den 60. Weissensteinschwinget in einer Woche nachholen, oder das beliebte Bergfest in diesem Jahr ganz streichen? Die Organisatoren entschieden sich für die zweite Version. In einer Medienmitteilung bedauerten die Organisatoren die Entscheidung und begründeten sie damit, dass am nächsten Wochenende bereits ein anderer Anlass auf dem Gelände stattfindet. Ausserdem seien die gemeldeten Wetterprognosen für die kommende Woche so regnerisch, dass es fast unmöglich wäre, auf dem Gelände ein Fest in einem halbwegs akzeptablen Rahmen durchzuführen.