Volleyball

Jetzt stimmt die Perspektive für die Gerlafingerinnen

Der VBC Gerlafingen ist im Damenvolleyball top und jetzt auch in der 1. Liga. Und damit gibt sich Gerlafingen noch lange nicht zufrieden. Die NLB lockt.

Gerlafingen und Volleyball, das passt: Die Wasserämterinnen sind von der U11 bis U19 amtierende Regionalmeisterinnen. An der U19-Schweizermeisterschaft in Chur klassierten sie sich jüngst auf dem 11. Rang - also Nationalliga würdig. „Der Nachwuchs steht bei uns an erster Stelle. Entsprechend sind wir auch bereit, in die Jugend zu investieren“, sagt TK-Chef Thomas Nyffenegger.

Eine Ideologie, die man auch darum umsetzen kann, weil sich die Gemeinde punkto Hallenmiete beispielsweise sehr jugendsportfreundlich zeigt. Allein, bei Ligakonkurrent Volley Solothurn kann man von so einer Ausgangslage nur träumen. Aufwand betreiben heisst in dem Sinn beim VBC Gerlafingen auch dafür zu sorgen, dass die jungen Topspielerinnen um eine Perspektive wissen und nach der Juniorinnenzeit mangels sportlicher Herausforderung nicht förmlich zum Abwandern animiert werden. Mit dem Aufstieg in die 1. Liga ist diese Perspektive jetzt gegeben. Nach einer souveränen Qualifikationsrunde bestand man auch in den Aufstiegsspielen gegen Laufen (1:3) und Pruntrut (3:1).

Weltklasse im Team

Im Sog der Amerikanerin Jessie Manwaring und der ehemaligen, kubanischen Weltklassespielerin Aniara Munoz konnten sich die „Eigenen“ optimal entfalten, ihr Potenzial auf den Platz bringen und viel lernen. Manwaring und Munoz wurden als gezielte Verstärkungen ins Team integriert. Die 34-jährige aus der Karibik gewann 2004 an den Olympischen Spielen in Athen mit Kuba Bronze. „Sie ist 20 Jahre älter als unsere jüngste Spielerin“, hält Nyffenegger fest.

Sowohl Munoz wie die frühere US-College-Spielerin Manwaring passten menschlich perfekt ins Teamgefüge, hält der TK-Chef, der auch der Trainer der Frauen-Equipe ist, fest. Mit der Verpflichtung von „passenden“ Ergänzungsspielerin will man in Gerlafingen die eigene Jugend punkto Chance, in der 1. Mannschaft zu spielen, also nicht desillusionieren, sondern sie im Gegenteil früh, mit der nötigen, Stress reduzierenden Unterstützung von Routiniers auf höhere Aufgaben vorbereiten.

Aufsteigen und danach serienweise "Prügel" beziehen ist nicht wirklich toll. Ob Munoz und Manarwing auch in der 1. Liga für Gerlafingen smashen und blocken ist offen. „Wir würden sie gerne behalten“, sagt Nyffeneger. Entschieden sei freilich noch nichts. Daneben werde es wohl im Hinblick auf die nächste Saison die eine oder andere punktuelle Ergänzung geben.

Änderung an der Linie

Nyffenegger selbst wird seinen Job als Trainer angesichts der anfallenden, administrativen Arbeiten und seiner übrigen Ämter in der 1. Liga zumindest nicht mehr allein ausüben. „Das hat mit professionellem Denken zu tun“, sagt er. Schliesslich gebe es beim VBC Gerlafingen Spielerinnen, die vier bis fünf Mal wöchentlichen trainieren. Klar ist es Ziel, sich in der 1. Liga zu halten – und, wer weiss, wenn es passt, gar einst noch den nächsten Schritt zu nehmen.

Schliesslich hat man in Gerlafingen eine Vergangenheit in der NLB. Am Nachwuchs-Potenzial fehlt es jedenfalls nicht. In dem Sinn bleibt man dem eingeschlagenen Kurs, den man unter das Motto „Jugend voran“ stellen könnte, selbstverständlich treu. 

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