Am Freitag konnten die die Oltner – auch dank der Triplette von Remo Hirt – den längst fälligen ersten Sieg in der Halbfinalserie gegen Lausanne feiern. «Serie ausgleichen», so lautete das Motto für das zweite Auswärtsspiel in der Malleyhalle, doch gekommen ist es anders. Trotz einigen Druckphasen und deutlich mehr als einer Handvoll hochkarätiger Chancen ist es nicht gelungen, den HC Lausanne und mit ihm Gianluca Mona zu bezwingen. 0:3, so das Verdikt nach 60 Minuten zum Teil sehr intensivem Playoff-Hockey. Damit ist die Devise für das Heimspiel von morgen Dienstag klar: Es müssen unbedingt Tore her.

Die Probleme mit den Schonern

Dass der Lausanne-Goalie bei seinem Shutout eine einwandfreie Partie ablieferte, ist unbestritten. Und doch hätten die Gäste ganz einfach Profit schlagen müssen aus ihren Möglichkeiten, die sie auch am gestrigen Abend wieder herauszuspielen vermochten. Dabei bekamen sie von den zu ungestümen Gastgebern eine Eröffnung nach Mass praktisch auf dem Silbertablett serviert: Als Bernie Sigrist nämlich Jan Alston in die Kühlbox folgte, hatten die Oltner eine gute Minute Zeit, mit einem Tor den Druck auf den LHC merklich zu steigern. Doch etwas Pech und Unzulänglichkeiten liessen den Traum von der frühen Führung platzen.

Seinen Teil lieferte bereits in dieser Phase übrigens auch Schauspieler Mona ab, der sich und seinen Vorderleuten immer in brenzligen Situationen, sei es mit Schonerproblemen oder einem verschobenen Tor, eine zusätzliche Verschnaufpause verschaffen konnte. Leider ging Schiedsrichter Popovic aber auch in dieser Partie wieder nicht auf die Mätzchen des LHC-Schlussmanns ein. Und auch entschied er im ersten Abschnitt, bei kleinen Strafen, eher zuungunsten der Gäste. Kaum war Hirt von seiner Ersten wieder auf dem Eis, traf Antonietti aus nächster Nähe zum 1:0. Oltens Hinterleute hatten den Lausanner schlicht übersehen.

Weit weg von der Verlängerung

Allein, (vor-)entscheidend war jener Treffer natürlich noch nicht – hätten die Gäste eine Antwort darauf bereitgehabt. Die Chancen dazu hätten sich in Abschnitt zwei und drei gleich reihenweise geboten. So in der 33. Minute, als die Gäste während geschätzten zwei Minuten im Drittel der Gastgeber wirbelten, um doch stets in Mona oder einem seiner Vorderleute ihren Meister zu finden. Und als auch aus der darauf folgenden Überzahl nichts Zählbares resultierte, musste man froh sein, sich mit dem 0:1 über einen Ruotsalainen-Ausschluss in die zweite Pause zu retten.

War man bislang stets davon ausgegangen, dass die Zeit für die Powermäuse arbeiten würde (da die Waadtländer in den Viertelfinals deutlich mehr Kräfte liessen), war das gestern anders. Es schien, als würde den Oltnern genau jene Power fehlen, noch einmal auf den Ein-, ab der 49. Minute gar Zwei-Torerückstand reagieren zu können. Kaum begannen sie nämlich, ihre Defensive zu entblössen, schlug Florian Conz mit einer sehenswerten Einzelleistung zu. Auch zwei weitere Powerplaymöglichkeiten liessen die Gäste ungenutzt verstreichen. Das 3:0 ins leere Tor mag ein Treffer zu hoch ausgefallen sein. Gleichzeitig waren die Oltner aber zu weit von einem Torerfolg entfernt, als dass man sich als Gästefan noch berechtigte Hoffnungen auf eine Verlängerung hätte machen können. (ot)