Volleyball
Jetzt muss der Steigerungslauf von Volley Schönenwerd beginnen

Volley Schönenwerd flog aus dem Schweizer Cup raus. Teammanager Daniel Bühlmann fordert einen Steigerungslauf.

Raphael Wermelinger
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Momentan auf Platz fünf in der NLA und im Cup bereits draussen: Für Trainer Nik Buser und sein Team gibt es noch viel zu besprechen.

Momentan auf Platz fünf in der NLA und im Cup bereits draussen: Für Trainer Nik Buser und sein Team gibt es noch viel zu besprechen.

Hansruedi Aeschbacher

Die 0:3-Klatsche am letzen Sonntag in Luzern und das damit verbundene frühe Aus im Achtelfinal des Schweizer Cups hat Schönenwerds Teammanager Daniel Bühlmann noch nicht ganz verdaut. Er spricht von einer «unterirdischen und völlig unverständlichen» Leistung des Teams. «Am meisten genervt hat mich, dass die Mannschaft krampfhaft an einer Strategie festhielt, die nicht funktionierte und nicht auf einen Plan B umschalten konnte.»

Luzern, als NLA-Aufsteiger gegen Schönenwerd in der Rolle des Aussenseiters, zeigte in Bühlmanns Augen aber auch eine sehr stabile Leistung und machte es den Niederämtern dadurch schwer, ihr gewohntes Spiel aufzuziehen. «In dieser Situation müssen nicht nur die Trainer, sondern auch die Spieler selber merken, dass es eine Alternative braucht. Möglichkeiten zum Umstellen gibt es viele: anders aufschlagen, bei der Annahme etwas verändern, oder auch am Zuspiel.» Dass die Schönenwerder, weil sie einfach nicht ins Spiel kamen, viel zu früh resignierten und kaum Kampfgeist an den Tag legten, stört Bühlmann ebenfalls. Es habe einer gefehlt, der die Mannschaft in dieser Phase wachrüttle.

Daniel Bühlmann, Manager des Schönenwerder NLA-Teams

Daniel Bühlmann, Manager des Schönenwerder NLA-Teams

Remo Fröhlicher

«Völlig unverständlich» war das Cup-Aus für Teammanager Bühlmann, weil die Schönenwerder zuvor in der Meisterschaft «zwei, drei sehr gute Spiele» zeigten. Sie leisteten Meister Lugano grossen Widerstand und schlugen Einsiedeln und Chênois diskussionslos mit 3:0. Gegen die Tessiner waren sicher keine Punkte kalkuliert, Einsiedeln und Chênois waren dagegen Pflichtsiege. «Diese Spiele sind kein Selbstläufer, aber das sind die Gegner, die wir sicher schlagen müssen», so Bühlmann. «Eine Leistung wie in diesen beiden Spielen hätte ich auch gegen Luzern erwartet: Stabile Annahme, stabiles Sideout, am Service Druck erzeugen und den Gegner zu Fehlern zwingen.»

Platz fünf zur Halbzeit

Nebst Einsiedeln und Chênois bezwang Schönenwerd auch das Schlusslicht Jona. Und das Meisterschaftsspiel in Luzern verlief ebenfalls besser als der Cupmatch. «Schöni» holte den Sieg im Tiebreak. So liegen die Niederämter zur Halbzeit der Qualifikation vor diesen vier Klubs auf dem fünften Zwischenrang. Kein schlechtes Resultat, das bestätigt Bühlmann: «Matchentscheidend ist, dass wir den Sprung in die Playoffs schaffen.» Der Vorsprung auf den siebten und ersten Playout-Platz beläuft sich aktuell auf beruhigende fünf Punkte. Doch Bühlmann warnt: «Wir haben die Qualifikation noch nicht nach Hause geschaukelt.»

Trotzdem, Volley Schönenwerd hat Kurs Richtung sechste Playoff-Teilnahme in Serie aufgenommen. Das offizielle Saisonziel der Niederämter lautet indes Top-3-Klassierung. Und da gilt es zur Halbzeit der Quali zu konstatieren: Gegen die vier Spitzenteams Lausanne, Lugano, Näfels und Amriswil konnten die Schönenwerder bis jetzt noch keinen Punkt holen. Der Rückstand auf das viertplatzierte Amriswil beträgt vier Zähler, auf den Tabellendritten Näfels sind es bereits deren acht. «Die vier vorderen Teams sind etwa gleich stark wie letzte Saison, und wir sind nicht weit weg», relativiert Bühlmann. «Wir hatten einfach einen schlechten Start.»

Nicht auf Touren kamen bei den Schönenwerdern bis jetzt insbesondere die zwei Ausländer Jordan Richards und Cody Kessel, wobei sich Ersterer anfangs Saison noch mit einer Verletzung herumplagte. «Die beiden Ausländer sind noch nicht auf dem Level, das wir von ausländischen Verstärkungen erwarten», stellt Bühlmann klar. «Bei Cody Kessel sehe ich aber bereits jetzt eine deutliche Verbesserung. Gegen Luzern war er sogar noch einer der Besten. Bei Jordan Richards fehlt es in erster Linie noch an der nötigen Konstanz.»

Im Cup draussen und in der Liga hinterlassen vor allem Lausanne und Lugano einen starken Eindruck: Dies spricht alles gegen den ersten Titelgewinn für Volley Schönenwerd. «Realistisch gesehen, sieht es nach einer langweiligen Saison aus», sagt denn auch Teammanager Bühlmann, «aber ich weiss, was die Spieler draufhaben. Mit diesem Team können wir im Minimum um den dritten Rang mitspielen.» Vorerst fordert er von seinen Spielern eine Reaktion auf den blamablen Cup-Auftritt.

Für das letzte Spiel des Jahres reist Schönenwerd am Samstag zum Tabellendritten Näfels ins Glarnerland. Bühlmann richtet den Fokus bereits etwas weiter in die Zukunft: «Jetzt muss unser Steigerungslauf beginnen. In den letzten Spielen der Qualifikation muss eine deutliche Verbesserung sichtbar sein. Dann sind wir im Hinblick auf die Playoffs auf dem richtigen Weg.»