Eine 2:1-Führung in der Serie, die grosse Chance auf dem Silbertablett serviert, mit einem weiteren Sieg die Halbfinalserie gegen Langenthal in die gewünschte Richtung zu lenken. Um dann am Mittwoch vor eigenem Publikum den ersten Matchpuck auszuspielen. Doch das Szenario war letztlich zu schön, um wahr zu sein. Die Oltner reüssieren auswärts in Langenthal wieder nicht, verlieren die Partie am Ende 1:4. Dieses vierte Playoffderby hatte verblüffende Ähnlichkeiten zum ersten Halbfinalspiel, in dem der EHCO früh 2:0 führte und danach stetig abbaute. Mit dem grossen Unterschied, dass diesmal der SCL der Gejagte war. Und dem Gegensatz, dass die Oberaargauer dem EHC Olten den Todesstoss just zu jenem Zeitpunkt verpasste, als die Powermäuse zur Aufholjagd ansetzten.

Der EHCO enttäuschte vor allem zu Beginn der Partie. Lediglich 127 Sekunden waren gespielt, da hiess es auf der Anzeigetafel bereits 2:0. Leblanc und Pelletier schossen die Langenthaler in Front. Der Fehlstart war ein kollektives Versagen der Oltner von A bis Z. Vor den beiden Treffern hatten die Oltner ein tollpatschiges Zweikampfverhalten an den Tag gelegt. Geht dann auch noch ein Gegenspieler im Slot vergessen, braucht es Wundertaten des Schlussmannes, um das Tor doch noch zu verhindern. Doch weil zu allem übel hin der sonst überragende EHCO-Torhüter Simon Rytz auch noch erstmals in diesen Playoffs patzte und die Scheibe in der kurzen Ecke passieren liess, war der Rückstand etwas gar schnell in Steinen gemeisselt.

Der EHCO erholte sich schwerfällig von diesem SCL-Doppelschlag. Er tat sich mit unsauberem Passspiel selber auch keinen Gefallen, sich irgendwie ins Spiel zurück zu kämpfen.

Die Oltner kreierten dadurch auch kaum Torchancen. Vieles basierte auf Prinzip Hoffnung. Wie etwa Bryce Gervais’ Alleingang nach zehn Minuten, der sich gegen vier Langenthaler durchsetzte, dann aber an Torhüter Wüthrich scheiterte. Die Szene war dennoch als Weckruf zu verstehen, kam der EHC Olten allmählich besser ins Spiel. Rexha (11.) wie auch Mäder und Hohmann (13.) im Powerplay vergaben hochkarätige Möglichkeiten.

Nach einem grundsätzlich chancenarmen Mitteldrittel verzeichnete der EHC Olten in den letzten fünf Minuten des Mittelabschnitts doch noch Chancen im Minutentakt. Doch insbesondere Hohmann und Schwarzenbach scheiterten jeweils im Duell gegen Torhüter Wüthrich. Wenig später lag die Scheibe doch noch im Tor. Weil aber Cédric Schneuwly unmittelbar zuvor den Torhüter umrempelte und dafür eigentlich hätte bestraft werden dürfen, annullierten die Schiedsrichter das Tor von Silvan Wyss zurecht (37.).

Es brauchte einen Vorstoss von Lukas Haas, um endlich jubeln zu dürfen. Er, der nach dem Hattrick vom Freitag in die Sturmlinie der beiden Ausländer rutschte, schloss nach nur 45 Sekunden des Schlussabschnitts mit einem Buebetrickli ab, worauf EHCO-Topskorer Cason Hohmann erfolgreich den Abpraller verwertete.

Mit seinem dritten Playofftor (bei neun Assists!) lancierte Hohmann die spielerisch schwächste Partie der laufenden Serie so richtig. Der EHCO suchte feldüberlegen den Ausgleich, Schneuwly und Wyss vergaben dabei aus aussichtsreichsten Positionen. Doch inmitten dieser Oltner Aufholjagd setzte SCL-Topskorer Kelly, auf einen sehenswerten Pass von Pelletier, den Todesstoss.

Und spätestens als Cason Hohmann nach seinem bekannten Abdrehen in der offensiven Zone auch noch die Scheibe verlor und Langenthals Sterchi den Konter vollendete, war die Partie gelaufen.

Martin Ulmer: «Es ist schade, erhalten wir in dieser Phase der Aufholjagd solche Tore. Denn ich hatte das Gefühl, dass die Langenthaler müde wurden und wir sie eigentlich im Griff hatten.»

Für den EHCO-Stürmer ist klar, was am Mittwoch vor heimischem Publikum besser werden muss: «Die Räume enger machen und viel mehr die Beine bewegen. Dann kommen wir auch wieder kompakt aus der Defensive heraus.»

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