Eishockey
Jeff Campbell und Brent Kelly skoren für Langenthal am Laufmeter

Mit Jeff Campbell und Brent Kelly arbeiten seit 2010 zwei kanadische «Büetzer» in Langenthal. Jüngst hat das Duo, welches zusammen für den SCL über 500 Skorerpunkte gesammelt hat, seinen Vertrag vorzeitig bis 2016 verlängert.

Daniel Gerber
Merken
Drucken
Teilen
Zwei wie Pech und Schwefel: Brent Kelly (hinten links) und Jeff Campbell.

Zwei wie Pech und Schwefel: Brent Kelly (hinten links) und Jeff Campbell.

KEYSTONE

Langenthals Jeff Campbell und Brent Kelly treiben auch in dieser NLB-Saison ihre Eroberungskeile erfolgreich in die Reihen der gegnerischen Abwehr. Seit der Saison 2010/11 stehen sie in den Reihen des SC Langenthal. Stets sind die beiden in der «Top 10» der Skorer anzutreffen. Das hänge auch mit den guten Mitspielern zusammen betonen die beiden, was nichts weniger als der Mutter aller Understatements gleichkommt.

Langenthal geprägt

Bevor die beiden nach Langenthal wechselten, gehörte der SCL nicht zur «Top 4». Seither ist er fast nur noch dort anzutreffen. Sicher, die Mitspieler sind vorzüglich. Sicher, der Staff arbeitet um- und weitsichtig. Doch ebenso sicher ist, dass Campbell/Kelly in den letzten Jahren zum – über die Dauer – wohl stärksten NLB-Ausländerduo gereift ist. Eines, das nicht mit lautem Nachtleben für Schlagzeilen sorgt. Eines, das den Hinweis auf die guten Mitspieler ernst meint. Eines, das nicht nur vorne Tore bejubelt, sondern hinten stets in die Schüsse liegt.

Zusammen über 500 Skorerpunkte

Die beiden skoren konstant, sind nicht launisch, polarisieren nicht und weisen kaum Schwankungen auf. Vorzeitig verlängerten die beiden ihre Verträge vor zwei Jahren. Vorzeitig verlängerten sie nun auch für weitere zwei Jahre, bis 2016. Wechsel zu einem anderen Team sei kein Thema gewesen, auch keine Angebote, die beiden vermuten, weil der SCL-Vertrag bereits früh verlängert wurde. Campbell: «Es ist gut, Sicherheit zu haben. Besser als im April zu gehen und nicht zu wissen, ob man im Juli wieder da ist.»

Brent Kelly bestritt mittlerweile 196 SCL-Fights (107 Tore, total 271 Punkte) und Jeff Campbell 179 Spiele (102 Tore, total 231 Punkte). Beim Betrachten des Wirkens und Wesens der beiden überrascht es nicht, dass sie die Strafbank kaum kennen, Kelly sass 96 Minuten, Campbell 88. Zum Vergleich: Ex-SCL-Kanadier Steve Larouche spielte weniger lange für Langenthal und sass dennoch länger draussen, als die beiden zusammengezählt.

Aus der Bohnenhauptstadt

Jeff Campbell stammt aus Hensall, das rund tausend Einwohner zählt. «Es gibt in unserem Ort nur ein Stoppsignal.» Dafür werden die Bohnen aus der ganzen Nation in der Gegend verarbeitet. «Wir sind die Bohnenhauptstadt des Landes.» Im Sommer steige ein riesiges Fest, an denen bis zu 200 verschiedene Bohnenvariationen gekostet werden können. «Hensall liegt zwanzig Minuten von Paris entfernt und etwa 30 Minuten von London. Unser Nachbarort heisst Zurich, die mögen wir aber weniger, da sie Bohnenmühlen übernommen haben.» Die Orte seien wohl von Zuwanderern einst sogenannt worden.

Seit sechs Jahren zusammen im Team

Brent Kelly wuchs in der Stadt Kitchener auf. Die beiden spielen nun seit sechs Jahren zusammen, zuerst je eine Saison bei den dänischen «Herning Blue Fox» und beim EHC Olten und nun seit 2010 in Langenthal. «Auf dem Eis wissen wir immer, wo der andere steht. Und wir sind gute Freunde», erklären die beiden. Campbell: «Wir sind nicht emotional, zeigen nicht mit Fingern auf andere und mögen eine gute Atmosphäre.»

Brent Kellys Sohn Nash geht bald zur Schule, auch besucht er am Samstagmorgen die Hockeyschule. Ob er zur SCL-Ausgabe 2030 gehört? «Vertrag hat er noch keinen», scherzt Kelly.