Wer kennt es nicht: das schlechte Erwachen nach einer durchzechten Nacht. Der Kopf brummt. Der Magen rebelliert. Die Glieder schmerzen. Ungefähr so fühlte sich lange Zeit die Leistung des EHC Olten bei der 2:3-Niederlage in Langenthal an. Es war aus Sicht der Oltner ein Spiel mit Kater-Symptomen, welches miserabel begann und trotz einer Leistungssteigerung im letzten Drittel verdientermassen ohne Punktgewinn endete.

Ja, was war nur los mit dem EHC Olten? Diese Frage durfte man sich angesichts des über weite Strecken des Derbys saft- und kraftlosen, fehlerhaften und pomadigen Auftretens der Powermäuse stellen. «Ich weiss auch nicht, was los war. Wenn ich es wüsste, dann hätten wir etwas dagegen tun können», wunderte sich auch EHCO-Vorkämpfer Silvan Wyss über den desaströsen Auftritt seiner Mannschaft. «Wir kamen immer einen Schritt zu spät, haben jeden Zweikampf verloren. So kann und darf man nicht auftreten. Schon gar nicht in einem Derby vor so vielen mitgereisten Fans», fand Wyss deutliche Worte.

Nun: Die Serie von Pleiten, Pech und Pannen manövrierte die Oltner bereits nach Spielhälfte in einen fast hoffnungslosen 0:3-Rückstand. Zweimal Brent Kelly (1./10.) sowie Dario Kummer – nach Slapstick-Verteidigungsarbeit der EHCO-Defensive – trafen für die in allen Belangen überlegenen Oberaargauer. Und mit diesem Dreitore-Defizit war die Mannschaft von Headcoach Bengt-Ake Gustafsson noch gut bedient. Mit etwas mehr Konsequenz hätten die Langenthaler, die nach zuletzt unkonstanten Leistungen auch nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzten, noch viel höher führen können.

Ähnliche Schmach blieb erspart

Immerhin blieb dem EHC Olten eine ähnliche Schmach wie bei der 2:7-Kanterniederlage an gleicher Stelle im Oktober erspart. Das war einerseits dem schnellen Anschlusstreffer von Jay McClement (31.), aber vor allem einer markanten Leistungssteigerung im letzten Drittel geschuldet. Bengt-Ake Gustafsson hatte nach 40 Minuten genug gesehen von seiner Mannschaft und die Linien umgestellt. Wobei die Linien-Zusammensetzung der Oltner von Anfang an einigermassen rätselhaft war.

Wieso verbannte er den gegen Visp noch so auffälligen Devin Muller in die vierte Linie und stellte dafür den nach langer Krankheit immer noch nicht topfitten Ueli Huber in die Sturmreihe mit den Ausländern? Wieso agierte der frischgebackene Spengler-Cup-Sieger Jay McClement nicht auf seiner angestammten Center-Position, sondern auf dem Flügel?

«Keinen Punktgewinn verdient»

Es ist Gustafsson zugutezuhalten, dass er reagierte und mit seinen Korrekturen wieder Leben in seine paralysierte Truppe einhauchte. Nach Jewgeni Schirjajews frühem Anschlusstreffer im letzten Drittel (via den Rücken von Langenthal-Keeper Marco Mathis) zeigten die Oltner tatsächlich eine Reaktion und kamen dem Ausgleich mehrmals bedrohlich nahe. Aber, wie es auch Silvan Wyss treffend und ehrlich formulierte: «Für diese Leistung hätten wir keinen Punktgewinn verdient.»

Bengt-Ake Gustafsson mochte den Auftritt seiner Mannschaft auch nicht beschönigen («Es war frustrierend, all die Dinge, die wir falsch gemacht haben, ansehen zu müssen»), sah aber den fehlenden Spielrhythmus als eine der Hauptursachen für die über weite Strecken schwache Darbietung seiner Akteure: «Wir haben in den letzten drei Wochen nur zwei Meisterschaftsspiele absolviert. Das hat man den Spielern heute angemerkt. Es ist gut, wenn das Programm in den kommenden Wochen wieder etwas intensiver wird.»

Die Luft wird dünn für Stapleton

Im Heimspiel vom kommenden Samstag gegen den HC Ajoie dürfte Gustafsson unter normalen Umständen erstmals auf die Dienste des in Langenthal noch nicht spielberechtigten Brian Ihnacak zählen können. Tim Stapleton machte im ersten Meisterschaftsspiel des neuen Jahrs nicht den Eindruck, dass er ein unverzichtbarer Faktor im Oltner Kollektiv ist. Im Gegenteil: Auch sein Auftritt erinnerte eher an einen zünftigen Silvester-Kater.

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