Jacqueline Uebelhardt, die Schlammkönigin vom Spichigwald

Sie fährt lieber Rennrad als Mountainbike. Sie mag lieber lange als kurze Distanzen. Dennoch dominiert Jacqueline Uebelhart den vierten Bike-Duathlon in Aarwangen. Duathlon

pia schüpbach
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Solothurner Zeitung

«Frauen, hört mal zu», sagt der Zeitnehmer vor dem Start zu den sechs wartenden Duathletinnen. «Bei euch sind drei Runden auf dem Mountainbike und drei Runden Laufen geplant. Wollt ihr alles machen oder möchtet ihr nur zwei Runden laufen?» Beim kleinen Rennen in Aarwangen dürfen die Sportlerinnen noch mitreden. Jacqueline Uebelhart antwortet sofort: «Natürlich alles.»

Kein Wunder. Je länger die Strecken, desto besser für die ausdauererprobte Athletin. Beim Bikeduathlon in Aarwangen stehen für die Elite-Frauen 9,3 km auf dem Mountainbike und ein abschliessender Lauf von 4,3 Kilometern auf dem Programm. «Das ist eigentlich viel zu kurz für mich, da wird mein Motor nicht richtig warm.» Doch weil das Rennen vor der Haustüre der Duathletin stattfindet, startet sie doch. Ein ideales Training ist der Wettkampf auch. «So kann ich nach all den Grundlagentrainings den Puls mal wieder richtig hochjagen.»

Nach den ersten zwei Runden taucht Jacqueline Uebelhart an zweiter Stelle auf – hinter der fünffachen Schweizer Radquermeisterin Alexandra Bähler. «Ich bin erschrocken, wie schnell es losgegangen ist», sagt Uebelhart im Ziel. Dennoch versucht sie, dranzubleiben. Zweite Ränge ist sich «Jacky» seit der vergangenen Saison gewöhnt. Zweite an den Powerman-Weltmeisterschaften in Zofingen, Zweite beim Powerman Germany, Zweite beim Intervall Duathlon in Zofingen. Seit sie auf Duathlon setzt und kaum noch Triathlons bestreitet, wird die 35-Jährige immer stärker. So holte sie 2010 auch ihren ersten Sieg bei einem Powerman im belgischen Torhout.

«Liebe es durch Dreck zu rennen»

Auch im Spichigwald von Aarwangen setzt sich Uebelhart an die Spitze. Beim Laufen haben ihre härtesten Widersacherinnen Alexandra Bähler und Ladina Buss keine Chance mehr. Schlammverspritzt von Kopf bis Fuss läuft Jacky als Erste ins Ziel. Ein perfekter Start in die Saison. «Ich liebe es, durch den Dreck zu rennen.» Eine Stunde später wartet sie in der Turnhalle auf die Siegerehrung. Das Gesicht gewaschen, Kaffee und Zitronenkuchen vor sich. Der Sieg in Aarwangen freut sie, doch in der neuen Saison hat sie noch Grösseres vor. Erneut möchte sie beim Powerman Zofingen glänzen. «Vielleicht reichts noch einen Platz weiter nach vorne.» Sollte das gelingen, dann wäre Jacqueline Uebelhart Weltmeisterin.

Um sich warmzulaufen, plant sie einige Läufe wie den GP Bern oder die Schweizer Meisterschaften im Cross. «Da werde ich auch wieder dreckig werden.» Vorerst gehts aber nach Thailand ins Trainingslager. Dort wird Jacky hinter dem besten Schweizer Duathleten, Andy Sutz, Kilometer auf dem Rennrad abspulen. Denn Rennradfahren an der Sonne ist ihr noch lieber, als mit dem Mountainbike durch Pfützen zu rasen.

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