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Inline-Skater aus dem Mittelland geben Vollgas auf acht Rädern

Yves Reist (Mitte) mit einem unwiderstehlichen Schlussspurt. zvg

Yves Reist (Mitte) mit einem unwiderstehlichen Schlussspurt. zvg

Der Inline Club Mittelland zeigt, welche Vorzüge eine der schnellsten motorlosen Sportarten hat. Am Berliner Marathon konnten die Inliner aus der Region auftrumpfen. Für Sportchef Tomas Ruegge verfügt das Inlinen über enormes Potenzial.

«Was gibt es Besseres als mit bis zu 60 km/h über den Asphalt zu düsen?», meint Yves Reist, Mitglied eines grossen Eliteteams und des Inline Club Mittellandes, über seinen liebsten Sport. Es gäbe nichts Faszinierenderes als das Vorbeigleiten des Asphalts zu beobachten und zu wissen, dass da weder Pedale noch Motor sei, sagt Reist weiter.

Tomas Ruegge, Sportchef des Mittelländer Klubs, sieht auch ein Ausbaupotenzial des Sportes: «Inlinen verfügt über ein enormes Potenzial, da viele Leute Skates zu Hause haben und es ein gelenkschonender Sport ist. Leider betreiben viele den Sport nur, wenn es gerade schönes Wetter ist und sie Lust danach haben.»

Das Ziel des Klubs sei es aber, den Sport auf den acht Rollen durchs ganze Jahr betreiben zu können und den Leuten die Faszination Inlinen näherzubringen.

Aber Ruegge kennt auch die Probleme seines Sportes in der Region: «Da wir in unserer Gegend nicht über die Infrastruktur verfügen, das heisst über eine überdachte Inlinehalle, sind wir auf die Mithilfe von Gemeinden und Dritten angewiesen, aber auch die Flexibilität unserer Mitglieder.» Diese war auch beim Besuch im Training zu sehen. Da es wegen des Wetters nicht möglich war, die Rollen glühen zu lassen in Zuchwil, musste man sich nach Niederbipp begeben und dort wurde Unihockey gespielt. «Dank der Gemeinde Niederbipp, welche uns die Halle zur Verfügung stellt, können wir bei schlechtem Wetter für unsere Mitglieder ein polysportives Programm anbieten», erklärt Ruegge.

Doch wie kommt man denn zum Inlinesport? Ruegge scheint die Gründe zu kennen: «Viele von uns haben mit Freunden Inlinehockey gespielt auf Schulhausplätzen und versuchten es aus Spass bei einem Rennen.» Deshalb werde auch oft in den Trainingspausen Inlinehockey gespielt, doch der Fokus liege schon auf den Rennen, wie der Solothurner versichert.

Bei den Zielen für den Klub sind sich Ruegge und Reist einig: «Wir setzen bei uns auf Qualität bei unseren Athleten und deren Trainings. Aber unser Ziel ist auch, dem Breitensport in diesem Bereich gerecht zu werden.»

Dass der Klub mit diesem Konzept Erfolge feiern kann, zeigen auch die Zahlen. So sind nicht weniger als zehn der aktiven Mitglieder in einem grossen Team und konnten die Mittelländer am Berliner Marathon mit Yves Reist und Severin Widmer die zwei besten Schweizer stellen, mit Melanie Röthlisberger die schnellste Schweizerin. «Der Marathon in Berlin war ein tolles Erlebnis, auch weil ich ihn mit den Freunden vom Klub verbringen konnte und nicht nur der sportliche Aspekt im Vordergrund stand», erzählt Reist und schliesst ab, dass die Atmosphäre und die Leute den Event und auch den Inline Club Mittelland zu etwas ganz Besonderem für ihn gemacht hätten.

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