Eishockey

In zwei Jahren in der MySports-League? - Goalietalent Fabian Liniger hat grosse Pläne

Fabian Liniger stand in drei von vier Aufstiegsspielen im Tor, feierte dabei drei Siege und hielt seinen Kasten zweimal sauber.

Fabian Liniger stand in drei von vier Aufstiegsspielen im Tor, feierte dabei drei Siege und hielt seinen Kasten zweimal sauber.

Der 16-jährige Fabian Liniger aus Niedergösgen feiert mit dem Nachwuchs des EHC Basel den Schweizer-Meister-Titel. Der Solothurner, der seine ersten Schlittschuhschritte beim EHC Olten machte, bringt Schule und Sport unter einen Hut.

Der EHC Basel feierte jüngst den Gewinn des Schweizer-Meister-Titels auf der Stufe Novizen Top. Was auch das Verdienst eines Solothurners ist: von Goalie Fabian Liniger aus Niedergösgen.

In der Regular Season mussten sich der 16-Jährige und seine Teamkollegen nur einmal geschlagen geben. In der anschliessenden Masterround sowie den Aufstiegsspielen blieben sie sogar unbesiegt. «Wir haben schon in der vorangegangenen Saison sehr viele Spiele gewonnen und die Aufstiegsspiele damals nur knapp verpasst», ergründet Liniger die nahezu perfekte Saison, die sich schon ein Jahr zuvor abzuzeichnen begann.

Anfänge beim EHC Olten

Er stand in der Regular Season und in der Masterround in jedem zweiten Spiel zwischen den Pfosten. In der Aufstiegsrunde gegen das Team Wallis und den HC La Chaux-de-Fonds hütete er in drei von vier Partien das Tor. «Mit meinen zwei Shutouts in den ersten beiden Spielen und dem Sieg im dritten und entscheidenden Spiel konnte ich sicher auch einen grossen Anteil zum Erfolg beitragen», blickt die Nummer 31 zurück.

Linigers Karriere begann vor gut zehn Jahren bei der Nachwuchsabteilung des EHC Olten, der er als Sechsjähriger beitrat. «Ich spielte zwei Jahre lang bei den Bambini. Anfangs spielte ich nicht nur im Tor, sondern auch auf dem Feld.

Bald waren die Trainer von seinem Talent als Goalie derart überzeugt, dass die Tage als Feldspieler gezählt waren. Dieser Weg war für Fabian Liniger quasi auch schon vorgegeben: «Früher spielte ich oft mit meinem älteren Bruder Robin auf unserem Vorplatz Unihockey. Weil er immer schiessen wollte, musste ich halt ins Tor stehen», erinnert er sich. Bruder Robin Liniger spielt übrigens immer noch beim EHC Olten, aktuell bei den Junioren Top.

Carey Price als Vorbild

Der Goalie verliess den EHC Olten, als er knapp 13 Jahre alt war, Richtung EHC Basel, wo er zuerst zwei Jahre bei den Mini Top spielte und gerade seine zweite Saison bei den Novizen beendet hat.

«In Basel konnte ich bereits auf der Sekundarstufe die Sportschule besuchen, was im Kanton Solothurn für Eishockeyspieler nicht möglich ist», erklärt Liniger seinen Wechsel in die Rheinstadt. «In Basel habe ich zudem mehr Trainingsmöglichkeiten, ich kann auf einer höheren Stufe spielen und die St.-Jakob-Arena ist jeweils nur im Mai geschlossen», zählt er weitere Vorteile des EHC Basel auf.

Aktuell besucht der Fan der Montreal Canadiens, natürlich in erster Linie wegen Goalie Carey Price, das Sportgymnasium Bäumlihof in Basel. Unterstützung erhält er vom Kanton Solothurn sowie Baseltalents.ch.

Jedes Wochenende ein Spiel

Sein wöchentliches Trainingspensum beträgt gut zehn Stunden. «Ich stehe jeden Morgen um sechs Uhr auf. Nach dem Morgenessen bringt mich meistens meine Mutter nach Olten, wo ich um sieben Uhr den Zug Richtung Basel nehme», schildert Liniger einen normalen Tagesablauf. Am Morgen steht Schule auf dem Programm, am Dienstag und Donnerstag über den Mittag ist jeweils ein Fördertraining angesetzt.

«Die normalen Trainings finden meistens am Abend zwischen 19 und 21 Uhr statt. Oft trainiere ich sowohl mit den Novizen als auch mit den Elite-Junioren.» Damit er am Abend etwas früher zu Hause ist und Zeit sparen kann, holen ihn die Eltern in Basel ab. Lernen könne er ausserdem zwischen den einzelnen Schulstunden, vor dem Training und natürlich am Wochenende, zum Beispiel auf dem Weg zu den Spielen.

Der Spielrhythmus ist streng. In der kürzlich zu Ende gegangenen Saison absolvierte Liniger seit September an jedem Wochenende mindestens ein Spiel und dazu auch mal ein zusätzliches am Mittwoch- oder Freitagabend. «Nächste Saison werde ich am Freitag und am Sonntag je ein Meisterschaftsspiel haben», schaut er voraus.

«Vielleicht werde ich ja mal für den EHC Olten spielen, das würde mich speziell freuen.»

«Vielleicht werde ich ja mal für den EHC Olten spielen, das würde mich speziell freuen.»

Ein Goldjunge

Wie es sich für einen Torhüter gehört, trägt Fabian Liniger einen personalisierten Goaliehelm: «Meine Maske ist mattschwarz. Vorne ist die Skyline von Basel abgebildet, auf den Seiten ein goldener Drache und hinten das Logo des EHC Basel, ebenfalls in Gold.» Die mentale Komponente sieht er als eine seiner grössten Stärken.

Dank der Mentaltrainings an der Sportschule sei er vor den Spielen mittlerweile deutlich ruhiger als früher. «Ich bewege mich schnell auf dem Eis und besitze ein gutes Spielverständnis», zählt er weitere Stärken auf. «Ich kann grundsätzlich noch sehr viel lernen, vor allem möchte ich mich in der Arbeit mit dem Stock noch verbessern.»

Die nächste Saison wird Fabian Liniger bei den Elite-Junioren, der höchsten Nachwuchsstufe, des EHC Basel absolvieren. Ziel ist das Erreichen der Playoffs. «Ich hoffe, dass ich in etwa zwei Jahren auch bei der ersten Mannschaft in der MySports League Einsätze erhalte», so Liniger.

Er träumt von einem Vertrag bei einem National-League- oder Swiss-League-Klub. «Vielleicht werde ich ja mal für den EHC Olten spielen, das würde mich speziell freuen.» Bevor es so weit ist, wird er noch die Matura am Sportgymnasium abschliessen. Welche Studienrichtung er mal einschlagen wird, lässt er noch offen.

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Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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