Beachsoccer
In vier Jahren soll in Rio Beachsoccer gespielt werden

Die Beachsoccer-Liga mit dem BSC Solothurn gastierte am Mittwoch in Neuenburg. Der Solothurner Club setzte sich gegen Basiliéia mit 8:2 durch. In vier Jahren wollen sich die Beachsoccer-Spieler an den Olympischen Spielen in Rio präsentieren.

Daniel Weissenbrunner
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Strandatmosphäre am Neuenburgersee: Die Solothurner (blaue Tenues) lassen dem Gegner hier den Vortritt. Am Ende siegten sie 8:2.

Strandatmosphäre am Neuenburgersee: Die Solothurner (blaue Tenues) lassen dem Gegner hier den Vortritt. Am Ende siegten sie 8:2.

DaveJoss

In Sichtweite des Beachvolleyball-Stadions stehen der Buckingham-Palast und der Big Ben. Mit seiner zentralen Lage gilt die Arena als einer der spektakulärsten Veranstaltungsorte an den Olympischen Spielen. Die Sandprofis Heyer, Heuscher und Co. erhalten in London die maximale Aufmerksamkeit. Eine Beachtung, von der auch Reto Wenger träumt. Sand ist ebenfalls die bevorzugte Unterlage des Geschäftsführers von Swiss Beach Soccer.

In der Schweiz hat er die Nischensportart, wie er sie selbst bezeichnet, salonfähig gemacht. Die Liga zählt zu den besten und attraktivsten weltweit. In der höchsten Spielklasse sind rund zwei Dutzend Spieler engagiert, die an der letzten WM im Einsatz gestanden sind. Beach Soccer wird mittlerweile in über 80 Ländern gespielt. Tendenz zunehmend: In Neuenburg war gestern eine chilenische Delegation anwesend, um sich den Feinschliff für eine eigene Meisterschaft zu holen.

Das Treffen mit Joseph Blatter

Dieser Trend lässt Reto Wenger hoffen, dass die Sportart in den entsprechenden Gremien wahrgenommen wird. «Unser Ziel ist es, in vier Jahren an den Olympischen Spielen in Rio Beach Soccer als Demonstrationswettbewerb zu präsentieren.» Einen wichtigen Fürsprecher haben die Ballkünstler in ihren Reihen. «Fifa-Präsident Joseph Blatter hat mir an einem Treffen persönlich zugesichert, dass er sich für eine Aufnahme ins olympische Programm einsetzen werde», erklärt der umtriebige Wenger.

Nicht an der Copacabana, sondern an der idyllischen Jeunes Rives am Neuenburgersee machte die Suzuki Beach Soccer League am Nationalfeiertag Halt. Mit dabei auch das Team des BSC Solothurn. Die Mannschaft erfüllte die Pflichtaufgabe gegen Basiliéia ohne Probleme. Dank dem 8:2-Sieg darf die Equipe von Paulo da Costa weiterhin vom Sprung unter die ersten Vier träumen. «Wir haben einen guten Lauf», stellt der Captain fest. Daneben stehen die Solothurner in einer Woche im Cup-Halbfinal.

Damit das Schweizer Beach Soccer im internationalen Vergleich konkurrenzfähig bleibt, sind Anpassungen nötig. Die Nationalmannschaft hat die Teilnahme zur WM im kommenden Jahr in Tahiti verpasst und ist nach geraumer Zeit nur Zuschauer.

Reformen notwendig

Reto Wenger will die Lage nicht dramatisieren. Er ortet aber Handlungsbedarf. « Der Nachwuchsbereich und die Infrastruktur müssen verbessert werden.» Im kommenden Jahr will er die Weichen stellen, damit die Beach Soccer-Bewegung in der Schweiz nachhaltig gesichert ist und verstärkt wahrgenommen wird. Ein anschauliches Beispiel lieferte der gestrige Event. Bundesrat Didier Burkhalter, Neuenburger und selbst begeisterter Fussballer, hielt die
1.-August-Rede nicht in seiner Heimatstadt, sondern vor der Olympiadelegation im «Swiss House» in London.

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