358 gemeldete Läuferinnen und Läufer: Damit erreichten die Grenchner Free Runners unter der Regie des OK-Präsidenten Peter Schär bei der 19. Ausgabe des Grenchenberglaufs keine Rekordbeteiligung. «Ich weiss nicht genau, woran es lag. In den vergangenen sechs, sieben Jahren hatten wir wegen zu grosser Hitze meistens schlechtere Bedingungen», sagte Schär. «Eine Rolle hat vermutlich gespielt, dass am Mittwoch der Derendinger Abendlauf und am Freitag der Städtlilauf in Wangen an der Aare stattfanden.»

Im Rennen auf den Untergrenchenberg (1300 Meter über Meer) setzte sich Simon Zahnd aus dem Berner Mittelland kurz nach dem Start zusammen mit dem Oberaargauer OL-Weltklasseläufer Florian Howald vom Rest des Feldes ab. Diesen schüttelte der 36-jährige Zahnd nach Kilometer vier in einem ruppigen Aufstieg ab.

Bis ins Ziel nahm der Riggisberger seinem ärgsten Konkurrenten noch eine Minute und 49 Sekunden ab. «Ich bin sehr happy. Vor zwei Wochen konnte ich beim Roggen-Berglauf in Oensingen meinen Vorjahressieg leider nicht wiederholen», sagte Simon Zahnd. «Weil ich wegen eines Hexenschusses auf den Start verzichten musste. Hier in Grenchen, wo meine Mutter herkommt, konnte ich jetzt im vierten Anlauf endlich den ersten Tagessieg feiern.»

Florian Howald, der im Frühling an der OL-EM im Tessin drei Medaillen geholt hatte, nahm die Niederlage gelassen: «Ich habe mich erst am Samstagabend für den Start entschieden. Im Moment bin ich in einer Trainingsphase für den Saisonhöhepunkt, die OL-WM im August in Lettland.» Der schnellste Solothurner war Lukas Walter aus Langendorf als Zehnter.

Eggenschwiler mit Plan B

Bei den Frauen verteidigte Petra Eggenschwiler ihren Sieg aus dem Vorjahr. Nach dem Tüfelsschlucht-, dem Gempen- und dem Roggen-Berglauf ist es bereits ihr vierter Sieg in der diesjährigen Jura Top Tour. «Ich wollte an diesem Wochenende eigentlich die Duathlon-SM bestreiten», verriet Eggenschwiler ihre Pläne. Berglauf-Nationaltrainer Thomas Hürzeler legte aber sein Veto ein.

Am nächsten Sonntag steht schliesslich die Berglauf-Europameisterschaft in Mazedonien an. «Ich konnte ihn aber überreden, am Grenchenberglauf zu starten.» Unter der Auflage, sich nicht zu hundert Prozent zu verausgaben. «Jetzt freue ich mich auf meine erste Berglauf-EM. Letzte Woche habe ich auf dem Stockhorn noch speziell trainiert», so die Langendörferin. Mit Gertrud Wiedemann aus Zuchwil als Fünfte und der Luterbacherin Tanja Amiet(8.) konnten sich zwei weitere Solothurnerinnen unter den besten zehn Plätzen klassieren.