Den 1.-Liga-Basketballern aus Solothurn läuft es momentan nicht wie gewünscht. Das Heimspiel am Sonntagabend gegen den Nachwuchs des NLA-Klubs BC Boncourt zeigte den Solothurnern glasklar die Grenzen auf. Die jungen Gegner waren zu jedem Zeitpunkt des Spiels spielfreudiger, schneller und eiskalt unter dem Korb. Einige der Spieler gehören dem erweiterten Kader der ersten Mannschaft an und spielten so
schon in der höchsten Spielklasse der Schweiz. Diese Qualität liessen sie aufblitzen und so sank die Gegenwehr des Heimteams von Viertel zu Viertel. Das Spiel monierte zu einem Schaulaufen der Jurassier, welches sie mit 80:51 gewannen.

«Das war meiner Meinung nach die schlechteste Saisonleistung. Wir kamen nie ins Spiel und begingen Fehler, die uns nicht unterlaufen dürften», so die ernüchternde Bilanz des Interims-Trainers Nicolas Kofmel. Dass er verletzungsbedingt nur auf der Bank sitzen kann, ist ein Grund dafür, dass Solothurn in den ersten sieben Saisonspielen nur einmal gewinnen konnte. Nicolas Kofmel war in der letzten Saison einer der wichtigsten Spieler und erzielte durchschnittlich 23 Punkte pro Spiel in der ersten 1.-Liga-Saison. Die jetzige Situation ist schon sehr aussergewöhnlich. Der eigentliche Coach kam aus Neuenburg und hat den
BC Solothurn aus beruflichen Gründen kurzfristig verlassen. Darum sitzt jetzt der verletzte Topskorer der Solothurner als Trainer auf der Bank.

Verletzungsliste wird immer länger

Doch er ist nicht der einzige Leistungsträger, der ausfällt. «Das erste Spiel war ganz gut, wir verloren gegen einen Spitzengegner nur mit vier Punkten. Danach ging es stetig bergab. Das Lazarett wird immer grösser und die Ausfälle der Leistungsträger sind langsam nicht mehr zu kompensieren. Die Jungen haben das Niveau noch nicht, um in der 1. Liga mithalten zu können. Und deshalb ist es schon sehr schwierig im Moment», so Kofmel. Wie schwierig, zeigt auch der Blick auf die Tabelle. Die Solothurner sind Zweitletzter und konnten erst gegen das noch punktlose Lugano gewinnen. Von dem Saisonziel Playoffs ist man zurzeit weit entfernt.

Aber viel mehr als Geduld bewahren kann man nicht. Die Jungen müssen sich an den hohen Spielrhythmus gewöhnen und die Leistungsträger müssen zurückkommen. «Die nächsten Spiele werden wir wohl kaum gewinnen können, höchstens an einem Tag, an dem alles zusammenpasst. Darum müssen wir jetzt cool bleiben und in den nächsten Spielen versuchen, den Schaden in Grenzen zu halten. Im Januar werden wir mit den wiedergenesenen Leistungsträgern voll angreifen, um die Playoffs doch noch erreichen zu können», meint Kofmel überzeugt.