Aussenseiterrolle

In der 1. Liga starten heute die Playoff-Viertelfinals – zwei Solothurner Teams sind dabei

Vor einer Woche feierte Mittelland den wichtigen Sieg gegen Worblental.

Vor einer Woche feierte Mittelland den wichtigen Sieg gegen Worblental.

Deitingen, der Sechste der Quali, und Mittelland als Achter starten heute in die Playoff-Viertelfinals. Beide müssen sich mit der Aussenseiterrolle zurechtfinden.

«Wir hatten viel Glück. Es ist sehr viel für uns gelaufen», blickt Tobias Schalk, Co-Präsident von Unihockey Mittelland, auf das vergangene Wochenende zurück. In einem wahren Hitchcock-Finale sicherten sich die Mittelländer den letzten Playoff-Platz in der 1. Liga. Auf diesen hievten sie sich dank des 5:2-Siegs am zweitletzten Spieltag gegen Hornets Worblental. In der letzten Runde der Qualifikation unterlag Mittelland dann zwar den Bern Capitals, doch das punktgleiche Baden-Birmenstorf konnte davon nicht profitieren, und zog seinerseits eine Niederlage ein. Am späten Sonntagabend gaben dann auch noch die Hornets Worblental gegen Aarau eine 5:1-Führung aus der Hand und blieben ohne Punktgewinn. Ein Dreier hätte gereicht, um die Mittelländer noch zu verdrängen.

«Wir werden schauen, dass wir den Aarauern noch eine Kiste Bier zukommen lassen können», sagt Tobias Schalk lachend. Obwohl in extremis realisiert, hat Unihockey Mittelland die Playoff-Teilnahme in seinen Augen nicht gestohlen: «Dank der Rückrunde, in der wir ordentlich punkten und zwischendurch drei Siege in Serie landen konnten, haben wir uns den Platz in den Playoffs sicher verdient. Auch wenn es für Baden-Birmenstorf und die die Hornets Worblental natürlich bitter ist. Auch sie hätten es verdient gehabt.»

Ligaerhalt als Erlösung

Das Erreichen der Playoffs sei ausgiebig gefeiert worden, sagt Schalk. Doch ist die Playoff-Qualifikation in der 1. Liga nach dem letztjährigen Abstieg aus der NLB wirklich ein Grund zum Jubeln für den Klub? «Man soll die Erfolge feiern, wenn sie kommen», antwortet Schalk und stellt klar: «Natürlich hatten wir gehofft, dass wir uns diese Saison im Mittelfeld positionieren und die Playoff-Teilnahme früher klarmachen können.» Er verweist aber auf die Schwierigkeiten, mit denen der Klub am Ende der abgelaufenen Saison konfrontiert war: «Wir hatten einen extremen Umbruch, praktisch alle Leistungsträger der letzten Jahre sind weg.» So habe Mittelland zwar noch den Stempel «Absteiger» gehabt, aber nicht den Status.

«Wir haben längst kein NLB-Niveau mehr», hält der UM-Co-Präsident fest. «Deshalb freuen wir uns sehr über die Playoff-Qualifikation. Dass wir dadurch den Ligaerhalt auf sicher haben, ist eine Erlösung. Sonst wäre das Bibbern in den Playouts wieder losgegangen.» Stattdessen können die Mittelländer nun befreit in die entscheidende Phase der Meisterschaft steigen.

In den Playoff-Viertelfinals wartet der souveräne Qualisieger UHT Eggiwil. «Wir sind der klare Aussenseiter, haben aber definitiv noch Ambitionen», sagt Schalk. Eggiwil sammelte in der Qualifikation mehr als doppelt so viele Punkte wie die Mittelländer. Die beiden Direktduelle verliefen allerdings nicht ganz so deutlich. Auswärts rang UM den Emmentalern einen Punkt ab – 6:7-Niederlage nach Verlängerung. Das Heimspiel verloren die Mittelländer mit 5:9. «Die Jungs sind motiviert, Eggiwil herauszufordern. Auch wenn es eine sehr schwierige Aufgabe ist», blickt Schalk voraus.

Revanche für 1:9-Klatsche?

Der zweite Solothurner Erstligist, Unihockey Deitingen, hatte keine Mühe mit der Playoff-Qualifikation. Mit zwölf Siegen auf dem Konto schlossen die Wasserämter die erste Phase der Saison auf dem sechsten Platz ab. In den Viertelfinals wartet nun Schüpbach. Die Emmentaler sammelten in der Qualifikation zehn Zähler mehr als die Solothurner. Die beiden Equipen standen sich am vergangenen Wochenende am letzten Spieltag der Quali bereits gegenüber. Schüpbach setzte sich zu Hause gleich mit 9:1 durch. In der Vorrunde dagegen hatte Deitingen das Spielfeld als Sieger verlassen - 6:5 lautete damals das Schlussresultat. Das Heimspiel der Best-of-3-Serie findet am Sonntag um 13 Uhr in der Zweienhalle in Deitingen statt.

Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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