Handball
Impfen statt trainieren: Der HV Olten ist auf der Suche nach freien Hallen

Da in der Oltner Stadthalle ein Impfzentrum entsteht, ist der Trainingsbetrieb beim HV Olten beeinträchtigt. Dies bereitet den Verantwortlichen vor allem längerfristig Kopfschmerzen. Die Halle dürfte bis in den Sommer hinein blockiert bleiben.

Raphael Wermelinger
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Als Übung für den Zivilschutz wurde die Stadthalle in Olten bereits im November 2018 zum Pandemie-Impfzentrum.

Als Übung für den Zivilschutz wurde die Stadthalle in Olten bereits im November 2018 zum Pandemie-Impfzentrum.

zvg

Anfang Jahr wurde publik, dass die Oltner Stadthalle ab Februar ein Impfzentrum eingerichtet wird. Dies hat der Stadtrat kurz vor Weihnachten entschieden. Der momentan dafür vorgesehene Zeitraum ist von Anfang Februar bis Juni. Die Belegung in der Stadthalle sei dabei abhängig vom Verlauf der Pandemie, der nationalen Impfstrategie und von der Verfügbarkeit des Impfstoffs.

Die Nutzer der Stadthalle werden durch die Reservationsstelle bei der Direktion Bildung und Sport der Stadt Olten über die Situation und deren Entwicklung auf dem Laufenden gehalten, steht im Communiqué der Stadt Olten. «Es ist jetzt einfach wichtig, dass jeder seinen Teil beträgt», sagte Stadträtin Marion Rauber gegenüber dieser Zeitung. «Irgendwann wird diese Krise vorbei sein. Und bis dahin schaffen wir es nur gemeinsam.»

Dass jeder individuell seinen Betrag leisten muss zu Entspannung der Coronalage, dem ist man sich natürlich auch beim Handballverein Olten bewusst. Der HVO ist einer der wichtigsten Mieter der Stadthalle. An mindestens drei Abenden in der Woche ist die Halle durch die Handballer belegt, phasenweise sind es sogar noch mehr. So war man denn beim HV Olten auch alles andere als begeistert von den Plänen der Stadt. «Wir hatten natürlich keine Freude an diesem Entscheid», sagt Tamara Bösch, die Kommunikationschefin des Klubs.

Der Klub wurde rechtzeitig und korrekt informiert

Überrascht oder sogar vor den Kopf gestossen war man beim HV Olten indes nicht. Der Klub sei rechtzeitig über die Pläne informiert worden und erachtete das Impfzentrum als notwendig, sagt Bösch. Trotzdem habe man sich an die Verantwortlichen gewandt, um abzuklären, ob es keine anderen, besser geeigneten und vor allem freien Lokalitäten für ein Impfzentrum gibt. Wie zum Beispiel das Stadttheater. Doch in der Stadthalle testete der Zivilschutz bereits im November 2018 den Betrieb eines regionalen Pandemie-Impfzentrums. Die Stadthalle ist also prädestiniert dafür.

Der Vorstand des HV Olten habe kurz diskutiert, gegen die Pläne ein Veto einzulegen, sieht aber Sinn und Zweck im neuen Impfzentrum. «Grundsätzlich sollte der Sport in einer Pandemie nicht erste Priorität geniessen, das ist klar», sagt Bösch.

Im Moment ist es vor allem die Nachwuchsabteilung des HV Olten, welche von der besetzten Stadthalle tangiert ist. Alle unter 16-Jährigen dürften eigentlich trainieren, wenn sie denn einen Platz hätten. Den Aktivmannschaften dagegen ist es aktuell untersagt, mit mehr als fünf Personen und mit Körperkontakt zu trainieren. «Wir prüfen gerade rege, ob es im näheren Umkreis verfügbare Hallen gibt, wo sich etwas machen lässt», sucht man beim HV Olten nach Ausweichmöglichkeiten.

Ab März könnte es richtig eng werden um die Plätze

Wann die Meisterschaft in der NLB für die HVO-Frauen und in der 1. Liga für die Männer weitergeht, ist unklar. Laut provisorischem Spielplan würden die Oltnerinnen am 7. März auswärts bei der HSG Leimental gastieren. Die erste Partie der Männer wurde vom Handballverband auf den 4. März terminiert: Olten gegen Dagmersellen in der Stadthalle.

Dazu wird es allerdings nicht kommen. Nicht nur wegen der Hallenproblematik. Dass die Saison im März fortgesetzt wird, darf grundsätzlich angezweifelt werden. Doch bei einer Entspannung der Lage wären ab März eventuell wieder Trainings möglich für die Aufstiegsaspiranten. Dann braucht es definitiv eine Lösung für die Hallenknappheit. Denn Tamara Bösch befürchtet wohl zurecht, dass in diesem Fall der Leistungssport bevorzugt und der Breitensport leiden würde.

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