Wenn sich der EHC Olten und der SC Langenthal am Donnerstag im Kleinholz zum vierten Mal in dieser Saison zum NLB-Spitzenderby herausfordern (19.45 Uhr), dann ist Arnold Lörtscher auf Schoren in Langenthal selber am Trainieren. «Ich spiele immer noch gerne Eishockey», sagt er. Tun tut er dies mit den Senioren des EHC Thunstetten.

Selbst dem Puck nachjagen ist dem 59-Jährigen also wichtiger, als den beiden Klubs zuzuschauen, bei denen er einst Trainer gewesen ist. Zwei Saisons, bis ins Jahr 2000, wirkte der 89-fache Internationale mit rund 250 NLA-Einsätzen in Langenthal als Coach, ehe er darauf für zweieinhalb Saisons nach Olten dislozierte.

Für die Dreitannenstädter hatte der zweifache Schweizer Meister mit Lugano zuvor schon während fünf Saisons gespielt. 1988 stieg Lörtscher mit dem EHCO in die NLA auf. Es folgten vier weitere Spielzeiten in der höchsten Spielklasse mit den Oltener, ehe der heute in Wangen nahe bei Olten lebende Stürmer seine Aktiv-Karriere beendete.

Guten Job gemacht..

«Damals herrschten aber noch ganz andere Zeiten in Olten als heute», erinnert sich «Noldi» Lörtscher an seine Zeit im grün-weissen Dress. «Die Frage, ob und wann der nächste Lohn überwiesen wird, wenn ja, wie viel, war zentraler als der nächste Gegner.» Dennoch angesichts der miesen wirtschaftlichen Basis hätten er und seine Kollegen seinerzeit einen guten Job gemacht. «Alle sind trotzdem immer ins Training gekommen», hält Lörtscher fest.

Alle sind auch Anfang dieser Saison Mitte September zum Legenden-Spiel im Kleinholz zwischen den beiden Aufsteigerteams von 1987/88 und 1992/93 gekommen. Und? Was hält der Ex-Internationale von der Entwicklung des EHC Olten im Verlauf der letzten Jahre? «Wie gesagt, es ist nicht so, dass ich an jedem Spiel im Kleinholz dabei bin – ganz und gar nicht, obwohl ich sowohl in Langenthal wie in Olten noch viele Leute kenne. Es hat sich sicher sehr, sehr vieles in Olten zum sehr Guten entwickelt. Sportlich und wirtschaftlich.»

Die «Powermäuse» führen die NLB-Tabelle souverän an. Lörtscher gibt sich freilich leicht skeptisch, was einen Aufstieg in die NLA angeht: «Was passieren kann, wenn das zu früh geschieht, kennt man ja», sagt er. Sprich – bleibt der sportliche Erfolg dann aus und man wird Kanonenfutter, bleiben auch die Fans weg. «Aber mit dem neuen Stadion und dem ganzen Drum und Dran, wie es sich jetzt präsentiert, ist es realistisch, dass der EHC Olten bald wieder in der NLA spielt», so Lörtscher. Vielleicht noch nicht gerade nächstes Jahr …»

Vielleicht beim nächsten Mal

Wenn er, wie am Donnerstag, nicht selber dem Puck nachjagt, ist Lörtscher aktuell in seiner dritten Saison Coach beim Zweitligisten Bucheggberg tätig. Derzeit sind die Solothurner in der Zentralschweizer Gruppe 3 mittelprächtig. «Ein Coach ist nie wirklich zufrieden», sagt Lörtscher.

Und einer, der wie er als Spieler so viel von sich verlangt hat, erst recht nicht. Doch angesichts der Umstände, schliesslich ist der Sport Hobby für seine Truppe, sei er mit dem bisher Erreichten zufrieden.

Gut möglich, dass die 2.-Liga--Saison für Lörtscher und sein Team schneller zu Ende geht als für Olten und Langenthal. Dann würde immer Zeit bleiben, sich vielleicht das übernächste Derby zwischen – dannzumal zum Ende der Qualifikation am 16. Februar – oder allenfalls in den Playoffs anzusehen.